Die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs haben am 9. Oktober wieder Kapital angezogen, während sich die Abflussserie bei Ethereum weiter verschärft. Nach zwei Tagen mit hohen Verlusten verbuchten Bitcoin-Fonds Nettozuflüsse von 21,13 Millionen US-Dollar. Bei den Ethereum-ETFs flossen dagegen weitere 56,10 Millionen US-Dollar ab, bereits zum neunten Handelstag in Folge. Damit zeichnet sich bei institutionellen Krypto-Anlageprodukten eine deutliche Spaltung ab.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei BlackRock. Während der Vermögensverwalter mit seinem Bitcoin-ETF IBIT wieder frisches Kapital einsammelte, verzeichnete sein Ethereum-Produkt ETHA erneut deutliche Abflüsse.
Laut Daten von SoSoValue und Farside Investors flossen am Freitag 22,38 Millionen US-Dollar in den iShares Bitcoin Trust von BlackRock. Der Bitcoin-ETF FBTC von Fidelity musste dagegen Abflüsse von 3,58 Millionen US-Dollar hinnehmen. Der VanEck-ETF HODL steuerte weitere rund 2,33 Millionen US-Dollar an Zuflüssen bei.
Die Rückkehr positiver Zuflüsse ist für Bitcoin zwar ein erster Lichtblick. Von einer nachhaltigen Trendwende kann allerdings noch keine Rede sein.
Warum die Bitcoin-Erholung noch auf wackligen Beinen steht
Erst am 7. Oktober hatten die amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs Nettoabflüsse von rund 484,9 Millionen US-Dollar verzeichnet. Am darauffolgenden Handelstag verließen weitere 244,1 Millionen US-Dollar die Fonds.
Auch der Bitcoin-Kurs bleibt angeschlagen. Am Samstagmorgen, dem 10. Oktober, notiert BTC im Bereich von 82.600 US-Dollar. Damit liegt die Kryptowährung deutlich unter der Marke von 87.000 US-Dollar, die zuletzt als wichtige technische Hürde in den Fokus gerückt ist.
Entscheidend wird deshalb sein, ob sich die positiven ETF-Zuflüsse in der kommenden Handelswoche fortsetzen. Gelingt Bitcoin eine Rückeroberung der 87.000-Dollar-Marke, könnte sich die zuletzt schwache Marktstimmung wieder aufhellen.
Bleibt die Nachfrage dagegen verhalten, droht bei einem erneuten Rückgang unter 80.000 US-Dollar zusätzlicher Verkaufsdruck. Die positive Tagesbilanz der ETFs reicht allein noch nicht aus, um diese Gefahr auszuräumen.
Ethereum: Neun Tage Abflüsse und fast 700 Millionen Dollar verloren
Bei Ethereum fällt die Lage deutlich kritischer aus. Am 9. Oktober registrierten die US-Spot-ETFs Nettoabflüsse von 56,10 Millionen US-Dollar. Der gesamte Betrag entfiel auf BlackRocks Ethereum-ETF ETHA.
Damit setzte sich eine Serie fort, die bereits am 29. September begonnen hatte. Innerhalb von neun aufeinanderfolgenden Handelstagen summierten sich die Nettoabflüsse auf rund 697 Millionen US-Dollar. Allein zwischen dem 5. und 9. Oktober zogen Anleger rund 542 Millionen US-Dollar aus den Ethereum-Fonds ab.
Auch der Ethereum-Kurs spiegelt die Unsicherheit wider. ETH handelt am Samstag im Bereich von 2.490 US-Dollar, nachdem die Kryptowährung in den vergangenen Tagen deutlich an Wert verloren hatte.
Die ETF-Daten senden somit zwei unterschiedliche Botschaften: Bitcoin zeigt nach massiven Abflüssen erste Anzeichen einer Stabilisierung, während Ethereum weiter Kapital verliert.
Für die kommende Woche wird entscheidend, ob Bitcoin seine ETF-Zuflüsse ausbauen und die Marke von 85.000 US-Dollar zurückerobern kann. Bei Ethereum bleibt dagegen die Unterstützung um 2.400 US-Dollar im Fokus. Solange die Abflussserie anhält, steht jede Erholung von ETH unter besonderem Druck.
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