Bitcoin gerät unter Druck, doch institutionelle Anleger ziehen sich offenbar nicht zurück. Während BTC am Mittwoch nach einem erneuten Fehlschlag an der Marke von 87.000 US-Dollar zeitweise unter 84.000 Dollar fiel, flossen gleichzeitig netto rund 347 Millionen US-Dollar in die US-Spot-Bitcoin-ETFs. BlackRocks IBIT führte die Nachfrage mit etwa 166 Millionen Dollar an.
Damit entsteht ein auffälliger Gegensatz: Der Bitcoin-Kurs schwächelt, während über regulierte Anlageprodukte weiter hunderte Millionen Dollar in den Markt fließen. Am Donnerstagmorgen notiert BTC bei rund 84.300 Dollar und damit etwa 2,5 Prozent unter dem Niveau von vor 24 Stunden.
Die ETF-Zuflüsse allein reichen jedoch derzeit nicht aus, um den Verkaufsdruck vollständig aufzufangen. Entscheidend wird nun, ob Bitcoin die aktuelle Unterstützungszone verteidigen kann oder der Rücksetzer in Richtung 82.000 Dollar weitergeht.
347 Millionen Dollar trotz Abverkauf: BlackRock kauft weiter
Nach Daten von SoSoValue verbuchten die US-Spot-Bitcoin-ETFs am 23. September netto rund 347 Millionen Dollar an frischem Kapital. Fast die Hälfte davon entfiel mit etwa 166 Millionen Dollar auf den iShares Bitcoin Trust von BlackRock.
Besonders interessant ist die Entwicklung im Kontext der vergangenen Tage. Am 21. September hatten die Bitcoin-ETFs mit rund 999 Millionen Dollar den stärksten täglichen Nettozufluss seit etwa elf Monaten verzeichnet. Am 22. September kamen weitere rund 715 Millionen Dollar hinzu.
Seit dem 17. September summieren sich die Nettozuflüsse damit auf ungefähr 2,65 Milliarden Dollar über fünf Handelstage. Die Nachfrage über die ETFs ist also keineswegs verschwunden, obwohl Bitcoin seine jüngsten Gewinne teilweise abgeben muss.
Auch Ethereum profitiert von neuem ETF-Kapital. Die US-Spot-Ether-ETFs nahmen am Mittwoch netto rund 105 Millionen Dollar auf. BlackRocks ETHA lag mit 50,8 Millionen Dollar an erster Stelle, gefolgt von Fidelitys FETH mit rund 41,3 Millionen Dollar.
Warum Bitcoin trotz der ETF-Zuflüsse unter 84.000 Dollar fiel
Bitcoin unternahm am Mittwoch einen weiteren Versuch, den Widerstandsbereich bei 87.000 Dollar zu überwinden. Nach dem Scheitern beschleunigte sich der Abverkauf. Innerhalb von vier Stunden wurden laut CoinGlass-Daten rund 280 Millionen Dollar an gehebelten Bitcoin-Long-Positionen liquidiert. BTC fiel dabei zeitweise unter 84.000 Dollar.
Zusätzlicher Druck kam aus dem klassischen Finanzmarkt. US-Konjunkturdaten fielen stärker aus als erwartet. Der vorläufige Composite-Einkaufsmanagerindex für September stieg laut Reuters auf 58,4 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Gleichzeitig zogen die Renditen von US-Staatsanleihen kräftig an. Die Rendite zehnjähriger Treasuries erreichte den höchsten Stand seit 2007.
Für Bitcoin ist diese Kombination problematisch: Steigende Renditen erhöhen die Attraktivität verzinslicher Anlagen und können gleichzeitig die Erwartungen an länger hohe oder erneut steigende US-Zinsen verstärken.
Der Nasdaq verlor am Mittwoch ebenfalls deutlich. Der Verkaufsdruck war damit nicht auf Kryptowährungen beschränkt.
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