Bitcoin bekommt wieder kräftige Unterstützung von institutioneller Seite, doch der Kurs macht daraus bislang überraschend wenig. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 14. September Nettozuflüsse von rund 160 Millionen US-Dollar, während BTC aktuell weiter um die Marke von 78.000 Dollar kämpft. Genau diese Zone wird jetzt kritisch: Hält sie nicht, könnte zunächst ein erneuter Test des Bereichs zwischen 76.000 und 77.000 Dollar folgen.
Auf der Oberseite bleibt gleichzeitig eine massive Widerstandszone bestehen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 80.000 Dollar und anschließend über rund 81.700 Dollar würde das technische Bild deutlich aufhellen. Damit steckt Bitcoin trotz neuer ETF-Zuflüsse weiter in einem engen Kampf zwischen institutioneller Nachfrage und Verkaufsdruck an den Hochs.
BlackRock dreht die ETF-Ströme – doch Bitcoin reagiert kaum
Besonders auffällig ist die Rolle von BlackRock. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) verbuchte am Montag Nettozuflüsse von rund 134 Millionen Dollar und war damit für den Großteil des Tagesergebnisses verantwortlich. Fidelitys FBTC folgte mit rund 53,3 Millionen Dollar. Gleichzeitig flossen aus dem ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB) knapp 42 Millionen Dollar ab. Insgesamt blieb unter dem Strich ein Plus von rund 160 Millionen Dollar.
Das ist vor allem deshalb relevant, weil die ETF-Ströme zuvor deutlich schwächer ausgesehen hatten. Zwischen dem 8. und 11. September summierten sich die Nettoabflüsse der US-Spot-Bitcoin-ETFs auf rund 463 Millionen Dollar. Der Zufluss vom 14. September markiert damit zumindest kurzfristig eine klare Gegenbewegung.
Auch bei Ethereum ist institutionelles Kapital zurück. US-Spot-Ether-ETFs kamen am selben Handelstag auf Nettozuflüsse von rund 121 Millionen Dollar. BlackRocks ETHA führte die Liste mit etwa 80,5 Millionen Dollar an. Die Nachfrage beschränkt sich damit nicht ausschließlich auf Bitcoin.
Für den BTC-Kurs reicht das bislang trotzdem nicht zum Befreiungsschlag. Bitcoin notiert aktuell nur im Bereich von rund 78.000 Dollar und bleibt deutlich unter der psychologisch wichtigen 80.000-Dollar-Marke sowie unter dem jüngsten Hoch oberhalb von 82.000 Dollar.
78.000 Dollar halten nicht sauber – jetzt rückt der Sweep ins Visier
Krypto-Analyst Michaël van de Poppe sieht genau darin kurzfristig ein Warnsignal. Nach seiner Einschätzung schafft es Bitcoin derzeit nicht, sich überzeugend oberhalb von 78.000 Dollar festzusetzen. Dadurch werde ein tieferer „Sweep“ wahrscheinlicher, bei dem der Kurs zunächst noch einmal unter die jüngsten Tiefs fällt und dort Liquidität abholt.
Van de Poppe zieht dabei einen Vergleich zur Kursentwicklung Ende August: Seitwärtsbewegung, ein kurzer Rutsch unter das vorherige Tief und anschließend eine kräftigere Erholung. Wichtig ist allerdings: Das ist ein technisches Szenario und keine Garantie dafür, dass sich dieses Muster wiederholt.
Die entscheidende Zone für dieses Szenario liegt derzeit zwischen etwa 76.000 und 77.000 Dollar. Bitcoin hat in diesem Bereich bereits mehrfach Käufer gefunden. Zuletzt wurde ein Rückgang bis in die Nähe von 76.370 Dollar schnell aufgekauft. Mehrere technische Analysen sehen deshalb den Bereich um 76.000 bis 77.000 Dollar als kurzfristige Nachfragezone.
Ein kurzer Stich darunter wäre noch nicht zwangsläufig das Ende der Erholung. Genau ein solcher Liquiditätssweep würde zu Van de Poppes Szenario passen, sofern Bitcoin die verlorene Zone anschließend schnell zurückerobert.
Problematisch würde es dagegen, wenn BTC deutlich unter 76.000 Dollar fällt und dort Akzeptanz findet. Dann könnte der Bereich um 74.000 bis 75.000 Dollar als nächstes kurzfristiges Ziel in den Fokus rücken. Auf einer größeren Zeitebene sieht CryptoQuant eine wesentlich bedeutendere Unterstützung erst wieder um 70.000 Dollar.
Diese Marken entscheiden über Erholung oder neuen Abverkauf
Auf der Oberseite beginnt die Arbeit für die Bullen schon knapp über dem aktuellen Kurs. Zwischen etwa 77.100 und 80.200 Dollar liegt laut CryptoQuant eine größere On-Chain-Angebotszone, in der langfristige Bitcoin-Halter zuvor beträchtliche Mengen verkauft haben. Genau das könnte erklären, weshalb positive ETF-Zuflüsse momentan nicht automatisch zu einem Ausbruch führen.
Ein nachhaltiger Sprung über 80.000 Dollar wäre deshalb das erste klare Stärkezeichen. Noch wichtiger wird anschließend die Zone um 81.700 Dollar. CryptoQuant bezeichnet diese Marke, die ungefähr mit dem 365-Tage-Durchschnitt zusammenfällt, als entscheidende Hürde für die Bestätigung einer neuen größeren Aufwärtsphase. Darüber würden rund 83.600 Dollar als nächste Widerstandszone folgen.
Zusätzliche Volatilität könnte bereits am Mittwoch entstehen. Am 16. September steht die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank an. Damit trifft Bitcoins technisch angespannte Seitwärtsphase auf einen möglichen makroökonomischen Impuls.
Für Anleger entsteht damit ein ungewöhnlich klares Setup: Die ETF-Zuflüsse haben sich verbessert und sprechen gegen einen vollständigen Rückzug institutioneller Käufer. Der Kurs selbst liefert die Bestätigung aber noch nicht.
Solange Bitcoin zwischen rund 76.000 und 80.000 Dollar feststeckt, bleibt auch ein erneuter Sweep der Tiefs möglich. Verteidigen Käufer die Zone zwischen 76.000 und 77.000 Dollar und gelingt danach die Rückeroberung von 80.000 Dollar, lebt die Erholung weiter. Fällt die Unterstützung dagegen nachhaltig, steigt das Risiko eines tieferen Rücksetzers deutlich.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob 160 Millionen Dollar in die ETFs fließen, sondern ob Bitcoin daraus endlich einen Ausbruch über 80.000 bis 81.700 Dollar machen kann.
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