Galaxy zahlt 5 Mio. für Bitcoins Schutz vor Quantenhackern

Galaxy zahlt 5 Mio. für Bitcoins Schutz vor Quantenhackern
Galaxy zahlt 5 Mio. für Bitcoins Schutz vor Quantenhackern (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Galaxy Digital stellt bis zu 5 Millionen US-Dollar bereit, um Bitcoin auf mögliche Risiken durch Quantencomputer vorzubereiten. Noch können solche Maschinen die Signatur-Sicherheit von Bitcoin nicht brechen. Trotzdem will Galaxy die Vorbereitungen jetzt anschieben, weil eine spätere, hektische Umstellung für das Netzwerk deutlich schwieriger wäre.

Warum Bitcoin sich schon heute mit dem Quantenrisiko beschäftigt

Im Kern geht es um ein Problem, das zwar noch nicht akut ist, aber langfristig ernst werden könnte. Leistungsfähige Quantencomputer könnten eines Tages mit Shors Algorithmus private Schlüssel aus bereits offengelegten öffentlichen Schlüsseln ableiten. Damit ließen sich im schlimmsten Fall gültige Signaturen fälschen und Bitcoin bewegen, die nicht dem Angreifer gehören.

Dabei gibt es laut den aktuellen Diskussionen zwei Risikofenster. Das erste betrifft Bitcoin, deren öffentliche Schlüssel bereits dauerhaft auf der Blockchain sichtbar sind. Hier hätten Angreifer viel Zeit, einen Angriff vorzubereiten. Das zweite ist kürzer: Bei vielen Transaktionen wird der öffentliche Schlüssel sichtbar, sobald eine Transaktion im Mempool wartet. Dann müsste ein Angriff sehr schnell erfolgen, wäre theoretisch aber ebenfalls möglich.

Besonders im Fokus stehen deshalb ältere oder anfälligere Output-Typen. Ein Entwurf namens BIP 360 nennt unter anderem Pay-to-Public-Key, bestimmte Multisig-Konstruktionen und auch Taproot-Outputs, die über längere Zeit exponiert sein können. Zusätzlich können Adresswiederverwendung, Extended Public Keys oder Wallet-Deskriptoren sensible Informationen preisgeben.

Was Galaxy mit den 5 Millionen Dollar fördern will

Das Programm von Galaxy soll Entwickler und Forscher an mehreren Stellen unterstützen. Geplant ist Hilfe bei der Prüfung quantenresistenter Vorschläge, bei der Integration neuer Signaturverfahren, bei formalen Sicherheitsaudits sowie bei Software- und Migrationswerkzeugen für Wallets und Institutionen.

Wichtig ist dabei: Geld kann die Arbeit beschleunigen, aber es kann Bitcoin keine Entscheidung abnehmen. Das Netzwerk ist dezentral organisiert. Für eine echte Umstellung müssten Entwickler, Miner, Node-Betreiber, Wallet-Anbieter, Börsen, Verwahrer und letztlich auch die Nutzer selbst mitziehen. Genau diese Koordination dürfte Jahre dauern.

BIP 360 zeigt, in welche Richtung die Debatte geht. Der Vorschlag würde per Soft Fork einen neuen Output-Typ namens Pay-to-Merkle-Root (P2MR) einführen. Dieser Ansatz soll die langfristige Offenlegung von Schlüsseln begrenzen und Raum für spätere, stärkere Signaturverfahren lassen. Allerdings ist der Vorschlag noch im Entwurfsstadium und deckt nur einen Teil des Problems ab.

Für das zweite, kurzfristige Risikofenster könnten am Ende post-quantenresistente Signaturen nötig sein. Genau hier dürfte ein großer Teil der Forschungsarbeit ansetzen, die Galaxy nun mitfinanzieren will.

Der eigentliche Engpass ist nicht nur die Technik, sondern die Umstellung

Ein weiterer Entwurf, BIP 361, macht deutlich, wie groß der operative Aufwand wäre. Das Papier beschreibt einen möglichen Übergang in zwei Phasen über ungefähr fünf Jahre nach einer Aktivierung. Das ist aber kein beschlossener Fahrplan, sondern nur ein Szenario.

Selbst wenn sich die Community auf ein Design einigen sollte, wären danach noch viele Schritte nötig: technische Prüfung, Signatur-Review, Sicherheitsaudits, Updates für Wallets und Nodes, Anpassungen bei Börsen und Custodians sowie genügend Zeit für Nutzer, ihre Bestände in geschützte Strukturen zu verschieben.

Genau deshalb beginnt die Branche schon jetzt mit den Vorarbeiten. Auch außerhalb von Bitcoin laufen entsprechende Programme seit Jahren. Das NIST hat bereits 2024 mehrere Post-Quantum-Standards finalisiert, darunter auch Verfahren für digitale Signaturen, und frühzeitige Integration empfohlen. In den USA verlangt zudem eine neue politische Vorgabe, dass bestimmte Bundessysteme bis Ende 2031 auf post-quantenresistente Signaturen umstellen.

Für Bitcoin bedeutet das vor allem eines: Die Gefahr ist noch nicht da, aber die Vorbereitung darf nicht bis zur letzten Minute warten. Galaxy setzt mit seinem Förderprogramm genau an diesem Punkt an. Das Geld soll helfen, aus theoretischer Forschung geprüften Code und praktikable Migrationswerkzeuge zu machen. Ob und wann Bitcoin tatsächlich umgestellt wird, entscheidet am Ende aber weiterhin die Community.

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