Bitcoin-Wal weckt 188 Mio. Dollar auf Verkaufsspur?

Bitcoin-Wal weckt 188 Mio. Dollar auf Verkaufsspur?
Bitcoin-Wal weckt 188 Mio. Dollar auf Verkaufsspur? (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ein seit 2018 inaktiver Bitcoin-Wal hat plötzlich 2.931 BTC im Wert von rund 188 Millionen US-Dollar bewegt. Das hat in der Krypto-Community sofort Spekulationen ausgelöst: Bereitet der Besitzer einen Verkauf vor oder handelt es sich nur um eine interne Umstrukturierung der Wallets?

Große BTC-Bewegung nach jahrelanger Funkstille

Laut On-Chain-Daten von Arkham Intelligence wurden die 2.931 BTC am 12. Juli von einer Adresse mit dem Anfang „356my“ an eine neue SegWit-Adresse mit „bc1qnzk“ übertragen. Nur etwa neun Stunden später wanderte der komplette Bestand weiter auf eine zweite Adresse mit dem Anfang „bc1qyen“.

Bemerkenswert ist vor allem der lange Zeitraum der Inaktivität. Die ursprüngliche Wallet hatte die Bitcoin bereits vor rund acht Jahren erhalten, als der BTC-Kurs bei etwa 6.500 US-Dollar lag. Inzwischen ist der Wert dieser Position damit auf fast das Zehnfache gestiegen.

Zum Zeitpunkt der Transaktion notierte Bitcoin bei rund 64.000 US-Dollar. Trotz der hohen Summe gibt es bislang aber keinen Hinweis darauf, dass die Coins an eine bekannte Kryptobörse geschickt wurden.

Verkaufssignal oder nur Wallet-Wechsel?

Nach aktuellem Stand hält die zweite Empfängeradresse den gesamten Betrag weiterhin vollständig. Es gab bislang keine weitere ausgehende Transaktion. Auch Arkham konnte die Zieladresse keiner bekannten Börse, keinem Verwahrer und keiner anderen identifizierten Plattform zuordnen.

Das Transaktionsmuster fällt dabei auf: In beiden Fällen wurde nahezu der gesamte Bestand jeweils an nur eine einzige Adresse geschickt, statt die Coins auf mehrere Ziele zu verteilen. Genau dieses Verhalten spricht oft eher für eine Wallet-Migration oder eine Neuordnung der Verwahrung als für einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf.

Allerdings gilt auch: Nur weil eine Adresse nicht gekennzeichnet ist, heißt das nicht automatisch, dass keine Börse beteiligt ist. Neue Einzahlungsadressen von Handelsplätzen, Brokern oder OTC-Desks tauchen in Blockchain-Daten häufig zunächst ohne Label auf.

Was jetzt für den Markt wichtig wäre

Ein klareres Verkaufssignal würde erst dann entstehen, wenn die Bitcoin als Nächstes an eine bekannte Börsenadresse fließen. Das würde zwar noch keinen tatsächlichen Verkauf beweisen, aber zumindest zeigen, dass die Coins für den Handel bereitgestellt wurden.

Auch eine Aufteilung des Bestands auf mehrere Adressen mit Verbindung zu Börsen, Brokern oder anderen Liquiditätsanbietern würde den Eindruck verstärken, dass ein Abverkauf vorbereitet wird.

Ebenso wäre denkbar, dass der Wal die BTC nicht verkauft, sondern als Sicherheit für Kredite oder auf einer Collateral-Plattform nutzt. In diesem Fall würden die Coins wirtschaftlich aktiviert, ohne direkt zusätzliches Angebot auf dem Spotmarkt zu schaffen.

Vorerst lässt sich daher nur sicher sagen: Eine große, lange unangetastete Bitcoin-Position wurde zwischen zwei nicht identifizierten Adressen bewegt. Ob daraus echter Verkaufsdruck entsteht, hängt davon ab, wohin die Coins als Nächstes wandern.

Teilen
Auch Interessant
Bitcoin-vor-dem-Volatilitaetsbruch-Weniger-Hebel-schuetzt-vor-dem-Crash
XRPBestand-auf-Binance-faellt-auf-5MonatsTief
Trump gibt bei Krypto-Gesetz nach reicht das den Demokraten?