Krypto-Betrugsfall FTX: Sam Bankman-Fried bleibt zu 25 Jahren Haft verurteilt

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Krypto-Betrugsfall FTX: Sam Bankman-Fried bleibt zu 25 Jahren Haft verurteilt (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Sam Bankman-Fried hat vor Gericht erneut verloren. Ein US-Bundesberufungsgericht hat die Betrugsverurteilung gegen den früheren FTX-Gründer bestätigt und zugleich seine Haftstrafe von 25 Jahren aufrechterhalten. Damit schließt sich für Bankman-Fried eine der wichtigsten verbliebenen juristischen Türen, um das Urteil im FTX-Skandal noch zu kippen.

Wie unter anderem Bitcoin Magazine, Reuters und Fox Business berichten, wies ein dreiköpfiges Richtergremium des 2. US-Berufungsgerichts in Manhattan am 12. Juni 2026 sämtliche Argumente der Verteidigung zurück. In der Entscheidung wurde der Fall gegen Bankman-Fried sinngemäß als ausgesprochen robust bewertet.

Der Fall FTX bleibt eines der zentralen Mahnmale der vergangenen Jahre und prägt bis heute die Debatte über Verwahrung, Transparenz, Kundengelder und Regulierung im digitalen Finanzsektor. Auf Bitcoinbasis wurde zuletzt bereits über die neue Bewegung rund um den FTX Token FTT berichtet.

Berufungsgericht bestätigt Schuldspruch und 25-jährige Haftstrafe

Bankman-Fried war im November 2023 in sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, darunter Betrug, Verschwörung zum Betrug und Verschwörung zur Geldwäsche. Im März 2024 folgte die Verurteilung zu 25 Jahren Haft. Zusätzlich wurde ein Verfall in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar angeordnet.

Die Berufung galt als einer der wichtigsten noch verbliebenen Wege, um das Urteil grundlegend anzugreifen. Genau dieser Weg ist nun versperrt. Das Berufungsgericht sah keinen ausreichenden Grund, die Verurteilung oder das Strafmaß aufzuheben.

Im Kern argumentierte die Verteidigung, der zuständige Richter Lewis Kaplan habe Bankman-Fried kein faires Verfahren ermöglicht. Konkret ging es um Beweise, die nach Ansicht der Verteidigung hätten zeigen sollen, dass FTX genügend Vermögenswerte besessen habe, um Kundenforderungen letztlich zu bedienen.

Das Gericht folgte dieser Linie nicht. Für die Richter war entscheidend, ob Kundengelder zweckwidrig verwendet wurden. Ob später im Insolvenzverfahren Vermögenswerte realisiert wurden oder Gläubiger Rückzahlungen erhielten, änderte nach dieser Sichtweise nichts am strafrechtlichen Kern des Falls.

FTX-Kollaps bleibt einer der größten Skandale der Kryptogeschichte

FTX galt zeitweise als eine der wichtigsten Kryptobörsen der Welt. Das Unternehmen wurde mit rund 32 Milliarden US-Dollar bewertet. Bankman-Fried selbst war eines der bekanntesten Gesichter der Branche, sprach vor Politikern, warb um institutionelle Investoren und präsentierte FTX als professionellen Akteur in einem noch jungen Markt.

Im November 2022 brach dieses Bild innerhalb weniger Tage zusammen. Auslöser war die Offenlegung, dass die Bilanz von Alameda Research, dem eng mit FTX verbundenen Handelsunternehmen, stark auf dem hauseigenen FTT Token beruhte. Das erschütterte das Vertrauen der Kunden und löste einen massiven Ansturm auf Auszahlungen aus.

FTX konnte die Auszahlungsforderungen nicht bedienen. In den Büchern klaffte ein Milliardenloch. Auch Jahre später beschäftigt der Fall Anleger, Gerichte und Insolvenzverwalter. Die Rückzahlungen an Gläubiger wurden auf Bitcoinbasis bereits im Artikel FTX beginnt mit Rückzahlungen an Gläubiger auf den Bahamas eingeordnet.

Der FTX-Zusammenbruch wurde damit zu einem Wendepunkt für die gesamte Branche. Börsen mussten ihre Reserven stärker erklären, Investoren verlangten mehr Transparenz und Aufsichtsbehörden bekamen ein prominentes Beispiel dafür, welche Risiken entstehen können, wenn Kundengelder, Eigenhandel und intransparente Firmenstrukturen miteinander vermischt werden.

Ehemalige Vertraute sagten gegen Bankman-Fried aus

Besonders belastend waren im Strafprozess die Aussagen früherer enger Weggefährten. Caroline Ellison, ehemalige Chefin von Alameda Research, FTX-Mitgründer Gary Wang und der frühere technische Leiter Nishad Singh bekannten sich jeweils schuldig und sagten gegen Bankman-Fried aus.

Ellison erklärte vor Gericht, Bankman-Fried habe sie angewiesen, Kundengelder von FTX an Alameda weiterzuleiten. Diese Mittel seien unter anderem genutzt worden, um Verpflichtungen gegenüber Krypto-Kreditgebern zu erfüllen. Für die Staatsanwaltschaft war das ein zentraler Angriffspunkt, um die Anschuldigung zu stützen, dass Bankman-Fried nicht nur fahrlässig gehandelt, sondern ein betrügerisches System gesteuert habe.

Die Verteidigung versuchte dagegen, den späteren Zustand der Insolvenzmasse stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Bankman-Fried verweist bis heute darauf, dass Kunden im Insolvenzverfahren erhebliche Rückzahlungen erhalten. Doch Gerichte haben diese Argumentation bislang nicht als Entlastung akzeptiert.

Bankman-Fried beharrt weiter auf seiner Unschuld

Trotz der bestätigten Verurteilung hält Bankman-Fried öffentlich an seiner Unschuld fest. In einem Interview mit Fox Business aus dem Gefängnis sagte er, er habe keine Kundengelder gestohlen. Zudem verwies er auf Rückzahlungen aus dem FTX-Insolvenzverfahren, die Kunden mehr als vollständig entschädigt hätten.

Diese Darstellung ist jedoch hoch umstritten. Die Rückzahlungen basieren auf den Werten der Ansprüche zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs im November 2022. Viele Kryptowährungen lagen damals deutlich niedriger als später. Kunden erhielten daher nicht einfach ihre ursprünglichen Kryptobestände zurück, sondern Barzahlungen auf Grundlage damaliger Bewertungen.

Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen Insolvenzrecht und Strafrecht. Dass später Vermögenswerte realisiert wurden, bedeutet nicht automatisch, dass keine zweckwidrige Verwendung von Kundengeldern vorlag. Das Berufungsgericht stellte sich nun klar auf die Seite der bisherigen gerichtlichen Bewertung.

Begnadigung durch Trump bleibt unwahrscheinlich

Neben seinen juristischen Bemühungen versucht Bankman-Fried auch politisch eine Tür offenzuhalten. Laut den Berichten wurde ein Antrag auf Begnadigung beim Office of the Pardon Attorney des US-Justizministeriums eingereicht. Dabei soll es sich allerdings um einen Antrag auf Begnadigung nach vollständiger Verbüßung der Strafe handeln, nicht um eine klassische Strafumwandlung.

Bankman-Fried sagte im Fox-Business-Interview, er würde eine Begnadigung durch Präsident Donald Trump begrüßen. Zugleich erklärte er, er selbst habe nicht beim Weißen Haus dafür lobbyiert.

Das Weiße Haus verwies laut Fox Business auf frühere Aussagen Trumps, wonach eine Begnadigung Bankman-Frieds nicht in Betracht gezogen werde. Damit bleibt auch dieser Weg politisch äußerst unsicher. Die Verbindung zwischen Krypto, US-Politik und Regulierung bleibt dennoch ein sensibles Thema. Bitcoinbasis hatte zuletzt auch über die Entwicklung rund um den CLARITY Act und die US-Kryptoregulierung berichtet.

Was Bankman-Fried jetzt noch bleibt

Nach der Entscheidung des 2. US-Berufungsgerichts sind Bankman-Frieds juristische Optionen deutlich begrenzter. Möglich bleiben noch ein Antrag vor dem Supreme Court oder ein sogenannter Habeas-Corpus-Antrag. Beide Wege gelten jedoch als deutlich schwieriger als eine direkte Berufung.

Bankman-Fried befindet sich weiterhin in einem Bundesgefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe nahe Santa Barbara in Kalifornien. Nach aktuellem Stand ist eine Entlassung nicht vor 2044 vorgesehen.

Für die Kryptobranche bleibt der Fall FTX eine große Wunde mit viel Aufsehen.

Er hat nach Mt. Gox erneut gezeigt, wie schnell Vertrauen in zentralisierte Plattformen verschwinden kann, wenn Transparenz fehlt und Kundengelder nicht klar getrennt werden. Auch die Entwicklung rund um den FTT Token zeigt, dass der Name FTX trotz Insolvenz, Strafverfahren und Rückzahlungen noch immer Marktreaktionen auslösen kann. Mehr dazu findet sich im Bitcoinbasis-Artikel FTX Token steigt erst um 50 Prozent und crasht.

Ein juristischer Rückschlag mit Signalwirkung

Für Sam Bankman-Fried ist das ein schwerer Rückschlag. Für den Kryptomarkt ist es zugleich eine Erinnerung daran, dass Vertrauen nicht durch Markenaufbau, Prominenz oder politische Nähe ersetzt werden kann. Am Ende zählt, ob Kundengelder sicher, transparent und rechtlich sauber behandelt werden.

Der FTX-Fall bleibt damit einer der wichtigsten Präzedenzfälle der Kryptoindustrie.

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