XRPL-Scan: 76,8 Mrd. XRP potenziell quantum-gefährdet

XRPL-Scan: 76,8 Mrd. XRP potenziell quantum-gefährdet
XRPL-Scan: 76,8 Mrd. XRP potenziell quantum-gefährdet (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ein neuer Komplett,Scan des XRP Ledgers liefert frische Zahlen zu einer Frage, die in der Krypto,Branche immer wieder für Unbehagen sorgt: Wie anfällig sind heutige Konten, falls leistungsfähige Quantencomputer irgendwann gängige Kryptografie knacken können? Der dUNL,Validator Vet hat nach eigenen Angaben die gesamte Historie ausgewertet und alle 7.810.364 XRPL,Accounts geprüft.

Wie viel XRP gilt laut Scan als „quantum exposed“?

Laut Vets Analyse liegen aktuell 76,82 Milliarden XRP in Accounts, deren öffentlicher Schlüssel bereits on,ledger sichtbar ist. Das passiert immer dann, wenn ein Konto mindestens eine signierte Transaktion gesendet hat. Genau diese Veröffentlichung des Public Keys ist der Kern der Annahme: Sollte ein Quantenangreifer künftig aus dem öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel ableiten können, wären solche Konten theoretisch angreifbar.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Vet beschreibt das nicht als akutes Problem für heute. Es geht vielmehr um eine zukünftige Umstellung. Wenn der XRP Ledger eines Tages auf quantensichere Kryptografie erweitert wird, können aktive Nutzer ihre Gelder auf neue, sichere Kontomodelle migrieren. Die schwierigere Frage betrifft Konten, die das nicht können.

Denn es gibt viele Gründe, warum ein Konto nicht mehr „handelt“, etwa verlorene Keys, vergessene Bestände oder verstorbene Besitzer. Solche stillen Accounts könnten in einem Quanten,Zukunftsszenario besonders verwundbar sein, weil niemand die Mittel rechtzeitig umzieht.

Aktive vs. inaktive Konten: Wo liegt das eigentliche Risiko?

Vet spricht von rund 5,6 Millionen „exposed“ Accounts, wenn man Inaktivität zunächst nicht berücksichtigt. Gleichzeitig soll der Großteil der betroffenen XRP in aktiven Händen liegen: 96% der quantum,exposed XRP befinden sich laut ihm auf Accounts, die voraussichtlich reagieren und bei Bedarf migrieren könnten.

Spannender ist der Anteil der langfristig ruhenden Bestände. In Konten, die sowohl „exposed“ sind als auch seit mindestens fünf Jahren inaktiv, liegen laut Scan 3,83% der gesamten „exposed“,Menge. Bezogen auf das gesamte XRP,Angebot entspreche das 2,94%. Die älteste Kategorie, Konten aus dem Genesis,Jahr 2013, macht dagegen nur einen sehr kleinen Teil aus: 0,03% der exposed XRP und 0,024% des Gesamtangebots. Bei den Account,Zahlen nennt Vet rund 1,33 Millionen Konten im „fünf Jahre inaktiv und exposed“,Bucket sowie etwa 15.000 Konten aus 2013.

Vet zieht zudem den Vergleich zu Bitcoin und argumentiert, dass das „schlafende“ Quanten,Risiko beim XRPL deutlich kleiner sei. Bei Bitcoin stehen in der Debatte oft frühe, unbewegte Coins im Fokus, inklusive Beständen, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. Dort, so Vet, könne allein dieser Block grob in der Größenordnung von rund 5% des Angebots liegen, also Coins, bei denen viele erwarten, dass sie nicht mehr auf neue, sichere Adressen umziehen.

Am Ende ist das Thema nicht nur technisch, sondern auch sozial und politisch: Wenn ein Netzwerk quantensichere Konten einführt, können aktive Nutzer wechseln, inaktive Nutzer nicht. Daraus entsteht eine Governance,Frage: Schützt man ruhende Gelder auf Protokoll,Ebene, oder akzeptiert man das Risiko?

Multi,Sig ist nicht automatisch sicher

Der Scan enthält auch eine Warnung vor einem verbreiteten Denkfehler. Multi,Signature,Setups gelten oft als „fortschrittlicher“ und damit automatisch sicherer. Laut Vet stimmt das so nicht. Er fand, dass etwa 27% der XRPL,Accounts aktuell als „quantum safe“ gelten könnten und zusammen rund 23,16 Milliarden XRP halten, entweder weil sie nie eine signierte Transaktion gesendet haben oder weil sie ihren Master Key deaktiviert und auf einen neuen RegularKey oder eine SignerList gewechselt haben, deren Keys noch nicht öffentlich sichtbar sind.

Gleichzeitig berichtet Vet von 242 Multi,Sig,Wallets, die zusammen 36,60 Milliarden XRP halten, also etwa 36,6% des Gesamtangebots, bei denen bereits genug Signer,Public,Keys on,ledger sichtbar sind, um in einem künftigen Quanten,Szenario problematisch zu werden. Als große Beispiele nennt er unter anderem Ripples Escrow, und Verteilungs,Wallets.

Der entscheidende Punkt ist operativ: Sicherheit hängt nicht nur von der Wallet,Struktur ab, sondern davon, ob Schlüssel konsequent rotiert werden und wie viele Signer,Keys im Verhältnis zur nötigen Quorum,Schwelle bereits offengelegt sind. Ein Konto kann theoretisch „sicher“ bleiben, bis es ausgibt, denn erst dann wird der relevante Public Key sichtbar. Bei Multi,Sig zählt, ob bereits genügend Keys offengelegt sind, um die Signatur,Schwelle zu erreichen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte XRP bei 1,3758 US,Dollar.

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