XRP steht vor einer heiklen Entscheidung. Während der Kurs an die wichtige Zone um 1,50 Dollar heranläuft, haben die größten Wallets ihre Bestände auf den höchsten Stand seit Mai 2018 ausgebaut. Für Anleger wird diese Marke jetzt zum echten Stresstest: Gelingt der Ausbruch, könnte sich das Chartbild deutlich aufhellen. Scheitert XRP erneut dort, droht die Handelsspanne wieder zur Falle zu werden.
Nach Daten der On-Chain-Analysefirma Santiment halten Wallets mit mindestens 10 Millionen XRP inzwischen zusammen 45,83 Milliarden Token. Bei dem von Santiment genannten Kursniveau entspricht das einem Wert von rund 68,5 Milliarden Dollar. Noch wichtiger ist die Konzentration: Diese größten Adressen kontrollieren laut Santiment mittlerweile 68,5 Prozent des XRP-Angebots.
🐳📈 XRP is teasing a $1.50 market value, and whale wallets are leading the charge. Wallets with at least 10M $XRP now hold a combined 45.83B XRP tokens ($68.5B USD), the most they’ve held since May, 2018. This translates to 68.5% of the coin’s supply.
— Santiment Intelligence (@SantimentData) May 14, 2026
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Das ist kein kleiner Nebenaspekt. Wenn große Wallets in einer Phase zulegen, in der der Kurs gleichzeitig an eine technische Widerstandszone läuft, entsteht ein klarer Konflikt: Sammeln starke Hände vor einem Ausbruch ein oder steigt das Risiko, dass genau diese Zone erneut verkauft wird?
Warum die 1,50-Dollar-Zone jetzt alles entscheidet
Der Bereich um 1,50 Dollar ist für XRP mehr als nur eine runde Marke. Laut dem Krypto-Analysten Cheds Trading läuft der Kurs dort an das obere Ende einer mehrmonatigen Handelsspanne heran. Genau an solchen Zonen zeigt sich, ob ein Markt wirklich neue Stärke entwickelt oder nur innerhalb einer bekannten Range nach oben pendelt.
Hält der Kaufdruck an und XRP schafft einen klaren Ausbruch über diesen Bereich, würde sich die kurzfristige Struktur verbessern. Dann könnten Anleger den jüngsten Anstieg nicht nur als technische Erholung werten, sondern als Versuch, eine neue Aufwärtsphase einzuleiten.
Scheitert XRP dagegen erneut nahe 1,50 Dollar, wäre das ein Warnsignal. Dann hätte der Markt trotz wachsender Whale-Bestände nicht genug Kraft, um den Widerstand zu brechen. In diesem Fall könnte die Range bestätigt werden und XRP wieder in Richtung tieferer Unterstützungsbereiche zurückfallen.
Wale sammeln weiter, aber die Konzentration birgt auch Risiko
Santiment spricht von einem klaren Whale-geführten Anstieg. Besonders auffällig ist, dass die größten XRP-Wallets nicht nur kurzfristig mehr halten, sondern ihre gemeinsamen Bestände auf den höchsten Stand seit fast acht Jahren gebracht haben. Das deutet auf starke Positionierung großer Marktteilnehmer hin.
Zusätzlich meldete Santiment, dass die Zahl der XRP-Ledger-Wallets mit mindestens 10.000 XRP ein neues Allzeithoch von 332.230 erreicht habe. Diese Entwicklung läuft laut der Analysefirma bereits seit Juni 2024 in einem stabilen Aufwärtstrend.
Das spricht für wachsendes Interesse größerer Anlegergruppen. Gerade weil XRP weite Teile des Jahres 2026 unter früheren Hochs gehandelt hat, wirkt diese Entwicklung nicht wie reine Euphorie nach einem starken Kursanstieg. Vielmehr deutet sie darauf hin, dass größere Holder auch in schwächeren Marktphasen weiter Positionen aufgebaut haben.
Trotzdem bleibt die hohe Konzentration ein zweischneidiges Signal. Auf der einen Seite kann Whale-Akkumulation Vertrauen schaffen. Auf der anderen Seite bedeutet ein hoher Anteil bei wenigen großen Wallets auch, dass Bewegungen dieser Adressen den Markt stärker beeinflussen können.
Der Februar-Rücksetzer macht die Erholung umso wichtiger
Ein Bruch im Trend war dennoch sichtbar. Zwischen dem 6. und 8. Februar sank die Zahl der Wallets mit mindestens 10.000 XRP laut Santiment um mehr als 4.500. Einen bestätigten XRP-spezifischen Auslöser nannte die Analysefirma nicht. Der Zeitpunkt deutet jedoch auf einen Zusammenhang mit dem breiteren Krypto-Crash und den Liquidationen vom 5. Februar hin.
Entscheidend ist, was danach passierte. Die Zahl dieser größeren Wallets stieg laut Santiment wieder über das Niveau vor dem Rückgang hinaus. Genau das stützt die bullische Lesart: Größere Anleger haben nach dem liquidationsgetriebenen Reset nicht nur zurückgekauft, sondern ihre Positionierung weiter ausgebaut.
Für den XRP-Kurs zählt jetzt aber nicht allein die On-Chain-Lage. Die Daten liefern Rückenwind, doch die technische Entscheidung fällt an der 1,50-Dollar-Zone. Erst ein sauberer Ausbruch würde zeigen, dass die Akkumulation auch im Chart ankommt.
Bleibt XRP darunter, bleibt der Markt gefangen. Steigt der Kurs klar darüber, wird aus der Wal-Story ein deutlich stärkeres Signal. Genau deshalb zählt jetzt diese eine Linie: 1,50 Dollar entscheidet über neue Stärke oder den nächsten Rückschlag.