Bei XRP findet derzeit ein „Umbau des Derivatemarktes“ statt. Während der Kurs nach dem jüngsten Abverkauf um 1,30 Dollar kämpft, ist die geschätzte Hebelquote auf Binance innerhalb von weniger als einem Monat um 26,2 Prozent eingebrochen. Neue CryptoQuant-Daten deuten darauf hin, dass immer mehr spekulative Positionen aus dem Markt verschwinden. Das könnte die Voraussetzungen für eine stabilere Kurserholung verbessern.
Das Wichtigste in Kürze
- Massiver Rückgang: Die geschätzte Hebelquote von XRP auf Binance ist innerhalb weniger Wochen von 0,229 auf 0,169 gefallen, ein Minus von 26,2 Prozent.
- Weniger Liquidationsrisiko: Der Derivatemarkt baut spekulative Positionen ab. Das könnte die Anfälligkeit für erzwungene Verkäufe verringern.
- Erholung noch nicht bestätigt: XRP bewegt sich um 1,30 Dollar. Hohe Börsenbestände und schwache Nachfrage bleiben Risiken.
XRP verliert ein Viertel seiner Hebelwirkung: Warum das wichtig ist
Die sogenannte Estimated Leverage Ratio sank laut CryptoQuant von 0,229 im September auf zuletzt etwa 0,169. Der Indikator setzt das offene Volumen von Derivatepositionen ins Verhältnis zu den XRP-Reserven der Handelsplattform.
Ein niedrigerer Wert bedeutet, dass relativ zu den Börsenbeständen weniger gehebelte Positionen offenstehen.
Das ist relevant, weil starke Kursrückgänge bei hoher Hebelbelastung Kettenreaktionen auslösen können: Long-Positionen werden liquidiert, zusätzliche Verkaufsorders entstehen und der Kurs fällt möglicherweise noch schneller.
Der jüngste Rückgang könnte dieses Risiko verringern. Allerdings lässt sich daraus nicht ablesen, ob vor allem Long- oder Short-Trader ihre Positionen geschlossen haben.
Millionen-Liquidationen zeigen, wie stark XRP bereits bereinigt wurde
Eine ergänzende CryptoQuant-Auswertung liefert wichtige Hinweise. Demnach sank das offene XRP-Derivatevolumen auf Binance zwischen dem 4. und 17. Oktober von 538,1 auf 453 Millionen Dollar.
Gleichzeitig wurden am 7. und 8. Oktober Long-Positionen im Umfang von insgesamt 25,7 Millionen Dollar liquidiert. In diesem Zeitraum fiel XRP deutlich von etwa 1,52 auf 1,29 Dollar.
Das spricht dafür, dass zumindest ein Teil des Hebelabbaus durch die Auflösung bullischer Positionen ausgelöst wurde.
Der Markt hat damit spekulatives Risiko abgebaut, aber nicht automatisch neue Käufer gewonnen.
Hinzu kommt ein Gegenargument: Auf Krypto-Börsen lagerten zuletzt insgesamt 11,81 Milliarden XRP, ein außergewöhnlich hoher Wert im Vergleich zum vergangenen Jahr.
Diese Bestände könnten zusätzlichen Verkaufsdruck ermöglichen, sofern ihre Besitzer tatsächlich verkaufen.
XRP bei 1,30 Dollar: Was eine neue Rallye bestätigen würde
Für Anleger ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild. Positiv ist, dass weniger Hebelpositionen das Risiko weiterer großer Liquidationsketten reduzieren könnten. Negativ bleibt die fehlende Bestätigung durch eine stärkere Spot-Nachfrage.
Kurzfristig ist die Unterstützung bei 1,25 Dollar entscheidend. Wird sie verteidigt, könnte XRP eine Erholung in Richtung 1,35 bis 1,40 Dollar versuchen. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber wäre ein stärkerer Hinweis auf zurückkehrende Käufer.
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