Viele Krypto Anleger haben 2026 vor allem auf den XRP Kurs geschaut. Seit dem Hoch aus 2025 ist der Preis um mehr als 60 Prozent gefallen. Während diese Diskussionen liefen, hat Ripple im Hintergrund aber an etwas gearbeitet, das für den gesamten Markt wichtiger sein könnte: an der Infrastruktur, die institutionelle Nutzung von Krypto überhaupt erst praktikabel macht.
Ripple setzt bei der größten Hürde an: Verwahrung
Ripple betont inzwischen klar, dass nicht Geschwindigkeit oder Gebühren das Hauptproblem für große Finanzakteure sind. Die größte Blockade ist laut dem Unternehmen das fehlende Fundament für sichere und regelkonforme Verwahrung, also Custody. Ohne diese Basis wird alles andere schwierig: Zahlungswege tragen zusätzliche Risiken, Tokenisierung scheitert oft an Compliance Fragen und Treasury Prozesse lassen sich nur schwer sauber organisieren.
Genau hier setzt Ripple Custody an. Ripple baut eine Verwahrungslösung, die in bekannte regulatorische und operative Abläufe passen soll. Dazu gehören unter anderem Zukäufe wie Palisade sowie Integrationen und Partnerschaften mit etablierten Infrastrukturanbietern. Genannt werden unter anderem Chainalysis für Compliance und Monitoring sowie Securosys und Figment als technische Partner.
Parallel dazu erweitert Ripple Custody seine Reichweite. Das Angebot wurde in neue Regionen ausgerollt und die Zusammenarbeit mit Banken und Finanzhäusern ausgebaut. Ein Beispiel ist eine Kooperation mit Kyobo Life Insurance in Korea, bei der es um blockchainbasierte Verwahrung und On Chain Settlement geht. In Europa werden außerdem Beziehungen zu Instituten wie Intesa Sanpaolo, BBVA, DBS Bank und DZ Bank im Zusammenhang mit Ripple Custody erwähnt.
Warum das für XRP entscheidend sein kann
XRP bleibt dabei ein zentraler Baustein der Ripple Strategie. Unternehmenschef Brad Garlinghouse hat XRP bereits als eine Art Leitstern beschrieben. Auch wenn Ripple im Kern eine Firma für Zahlungstechnologie ist, macht das Management immer wieder deutlich, dass XRP langfristig eine Schlüsselrolle im Gesamtmodell spielen soll.
Der Punkt ist: XRP soll nicht nur schnell zwischen zwei Parteien übertragen werden, sondern in einen institutionellen Ablauf eingebettet werden, der regulatorische Anforderungen erfüllt. In dieser Logik kann Ripple Custody dazu beitragen, dass XRP in kontrollierten Umgebungen genutzt wird, mit tokenisierten Assets zusammenarbeitet und Liquidität über Märkte bewegen kann, ohne dass Verwahrung und Governance zum Risiko werden.
Interessant ist auch, dass Ripple Custody nicht auf das XRP Ökosystem beschränkt sein will. Durch die Zusammenarbeit mit Figment können regulierte Anbieter innerhalb ihrer Verwahrungssysteme auch Staking für große Proof of Stake Netzwerke wie Ethereum und Solana ermöglichen. Das zeigt, dass Ripple offenbar breiter denkt: erst die Infrastruktur, dann die großen Anwendungsfälle.