Nach Bridge-Hacks fließen 7 Mrd. Dollar zu Chainlink CCIP

Nach Bridge-Hacks fließen 7 Mrd. Dollar zu Chainlink CCIP
Nach Bridge-Hacks fließen 7 Mrd. Dollar zu Chainlink CCIP (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Eine Serie kostspieliger Angriffe auf Cross-Chain-Bridges treibt immer mehr Kryptoprojekte zu Chainlink. Im zweiten Quartal wurden laut Unternehmensangaben Token im Wert von mehr als 7 Milliarden US-Dollar auf die Cross-Chain-Infrastruktur des Netzwerks verlagert. Gleichzeitig wächst die Nutzung durch große Finanzhäuser, die immer stärker auf tokenisierte Vermögenswerte und Blockchain-Abwicklung setzen.

Im Zentrum dieser Entwicklung steht Chainlinks Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP). Das Protokoll wickelte im zweiten Quartal ein Volumen von 4,9 Milliarden US-Dollar ab – ein Plus von 353 Prozent im Jahresvergleich. Insgesamt beziffert Chainlink den über das Netzwerk abgesicherten Wert inzwischen auf 110 Milliarden US-Dollar.

Der Grund für den starken Zulauf liegt vor allem in den anhaltenden Sicherheitsproblemen vieler klassischer Brückenlösungen. Cross-Chain-Bridges sind wichtig, weil sie Token und Daten zwischen verschiedenen Blockchains bewegen können, ohne dass Nutzer dafür eine zentrale Börse brauchen. Doch genau diese Infrastruktur gilt seit Jahren als besonders anfällig für Angriffe.

Allein in diesem Jahr summieren sich die Verluste durch Angriffe auf Bridges und verwandte Infrastruktur laut Bericht auf mehr als 650 Millionen US-Dollar. Genannt werden unter anderem Vorfälle rund um die Verus Ethereum Bridge und die Polkadot-basierte Hyperbridge. Solche Ereignisse erhöhen den Druck auf Protokolle, sicherere Alternativen zu wählen.

Mehrere große Projekte haben deshalb Vermögenswerte in Milliardenhöhe auf Chainlink CCIP umgestellt. Mantle migrierte mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar an MNT, Lombard Finance verlagerte über 1 Milliarde US-Dollar in Bitcoin-bezogenen Assets, und Solv brachte mehr als 700 Millionen US-Dollar an tokenisiertem Bitcoin auf die Infrastruktur.

Auch KelpDAO wechselte mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar an rsETH zu Chainlink. Auslöser war ein früherer Sicherheitsvorfall bei einem bisherigen Bridge-Anbieter, der die Risiken im Cross-Chain-Bereich erneut sichtbar machte. Hinzu kamen weitere Umstellungen: Kraken verlagerte mehr als 330 Millionen US-Dollar an Wrapped Bitcoin, Re brachte etwa 475 Millionen US-Dollar an reUSD-Verteilung auf das System, und Virtuals nutzt CCIP für über 700 Millionen US-Dollar an VIRTUAL über mehrere Netzwerke hinweg.

Nicht nur Kryptoprojekte, auch die traditionelle Finanzwelt erweitert ihre Zusammenarbeit mit Chainlink. Damit wächst die Rolle des Netzwerks weit über seine bekannte Funktion als Datenlieferant für DeFi hinaus.

Besonders bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit der Depository Trust & Clearing Corp. (DTCC). Die Organisation will für ihre Collateral AppChain Chainlinks Runtime Environment und Datenstandards nutzen, um Sicherheiten nahezu in Echtzeit über klassische Finanzmärkte und Blockchains hinweg zu verwalten. Der Start der Plattform ist für das vierte Quartal geplant.

Auch Fidelity International setzt bei seinem ersten tokenisierten Fonds auf Chainlink, um On-Chain-Daten zum Nettoinventarwert bereitzustellen. Zudem nutzten State Street Investment Management und Galaxy das Netzwerk für den tokenisierten Liquiditätsfonds SWEEP.

Dazu kommt Project Pangea, eine Initiative mit Bankengruppen aus Europa und Südkorea. Laut Bericht sind daran mehr als 50 Banken beteiligt, die zusammen Vermögenswerte von über 10 Billionen US-Dollar verwalten. Ziel ist es, den Devisenhandel per T+0-Abwicklung mit regulierten Stablecoins, ISO-20022-Nachrichtenformaten und bestehender SWIFT-Infrastruktur effizienter zu machen.

Mit der steigenden Nutzung stellt sich für Anleger zunehmend die Frage, ob sich diese Expansion auch stärker auf den nativen Token LINK auswirkt. Chainlink versucht inzwischen, die tatsächliche Netzwerknutzung stärker mit der Token-Nachfrage zu verbinden.

Laut Quartalsbericht hat die Chainlink Reserve im zweiten Quartal mehr als 1,44 Millionen LINK hinzugefügt. Der Bestand liegt damit bei über 4,5 Millionen LINK. Die Reserve nutzt Einnahmen aus Unternehmensanwendungen und On-Chain-Diensten, um LINK am Markt zu erwerben.

Ein weiterer Baustein ist das System Smart Value Recapture. Es hat bisher mehr als 23 Millionen US-Dollar aus DeFi-Liquidationen zurückgeführt. Davon gingen rund 15 Millionen US-Dollar an beteiligte Protokolle und etwa 8 Millionen US-Dollar an das Chainlink-Netzwerk. Insgesamt wurden darüber Liquidationen im Volumen von mehr als 880 Millionen US-Dollar verarbeitet.

Zusätzlich zeigen On-Chain-Daten eine sinkende Menge an LINK auf bekannten Börsenwallets. Laut Santiment ist der dort gehaltene Bestand im vergangenen Monat um mehr als 15,7 Millionen LINK gefallen, was einem Rückgang von etwa 12 Prozent entspricht. Solche Abflüsse gelten häufig als Zeichen dafür, dass Investoren Token eher langfristig halten oder anderweitig im Ökosystem einsetzen.

Der LINK-Kurs hat sich parallel dazu zuletzt etwas erholt. Nach vorliegenden Marktdaten legte der Token im laufenden Monat um rund 12 Prozent auf etwa 8,34 US-Dollar zu. Seit Jahresbeginn liegt LINK aber weiterhin deutlich im Minus. Trotzdem spricht vieles dafür, dass Chainlink derzeit von zwei großen Trends gleichzeitig profitiert: dem Wunsch nach sichereren Cross-Chain-Lösungen und dem wachsenden Interesse großer Finanzakteure an tokenisierten Märkten.

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