Bitcoin steht vor einer heiklen Phase. Doch genau dieser Rücksetzer könnte laut Weiss Crypto zur stärksten Kaufchance seit Jahren werden. Entscheidend ist jetzt nicht, ob der Kurs kurzfristig fällt, sondern wie tief Bitcoin fällt und ob die wichtigen Tiefs halten.
Senior-Analyst Juan M. Villaverde sieht den Markt an einem Punkt, an dem mehrere Modelle in dieselbe Richtung zeigen: kurzfristig Druck, langfristig aber ein deutlich konstruktiveres Bild. Seine zentrale These: Eine Korrektur wäre nicht automatisch der Start eines neuen Abverkaufs. Sie könnte vielmehr die letzte Bestätigung sein, dass die bärische Marktphase bereits beendet ist.
Weiss Crypto spricht deshalb von einer Zone, die Anleger jetzt besonders genau beobachten sollten. Denn fällt Bitcoin kontrolliert zurück und bildet ein höheres Tief, würde das den Markt nicht schwächen, sondern die Grundlage für die nächste größere Aufwärtsphase legen.
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— Weiss Crypto (@WeissCrypto) May 31, 2026
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Warum der Rücksetzer bullischer sein könnte als er wirkt
Villaverde verweist darauf, dass Bitcoin zuletzt weitgehend den großen Makrosignalen gefolgt sei. Bereits im vergangenen Jahr habe sein Modell auf ein wichtiges Tief im Februar und eine Korrektur im vierten Quartal hingedeutet. Der Rückgang in Richtung Februar sei deshalb kein Schock gewesen, sondern Teil eines erwarteten Zyklusfensters.
Nach diesem Tief setzte zwar eine Erholung ein, doch sie fiel schwächer aus als erwartet. Eigentlich hätten Liquiditäts- und Anleihemarktsignale laut Villaverde Raum für deutlich höhere Kurse gelassen, möglicherweise in Richtung 90.000 oder 100.000 Dollar. Doch geopolitische Risiken, besonders die Eskalation rund um Iran und die Straße von Hormus, hätten Bitcoin zeitweise aus dem Takt gebracht.
Entscheidend ist für ihn: Diese Phase war eher eine Störung als ein Bruch des übergeordneten Modells. Nach Bereinigung dieses Sondereffekts habe Bitcoin weiter eng mit den Makrosignalen reagiert. Die Liquidität habe etwa zur gleichen Zeit wie Bitcoin ihren Höhepunkt erreicht und sei anschließend gefallen. Auch Signale vom Anleihemarkt hätten kurzfristig eher nach unten gezeigt.
Diese Zone entscheidet jetzt über Gefahr oder Chance
Villaverde betont ausdrücklich, dass er keinen Absturz auf 50.000 Dollar erwartet. Auch ein Fall unter 70.000 Dollar sei für ihn keineswegs sicher. Genau darin liegt der Kern seiner Einschätzung: Es geht nicht um einen neuen großen Bärenmarkt, sondern um eine Korrektur innerhalb eines möglicherweise bereits verbesserten Marktregimes.
Besonders wichtig ist die Zone um 65.000 bis 66.000 Dollar. Ein Rücksetzer dorthin könnte aus seiner Sicht ausreichen, um den Markt zu bereinigen, ohne die bullische Struktur zu zerstören. Bitcoin würde dann ein höheres Tief ausbilden. Das wäre ein starkes Signal, weil es zeigen würde, dass Käufer früher zurückkommen als im vorherigen Abwärtstrend.
Auch ein Rückgang in Richtung 60.000 Dollar wäre laut seinem Zyklusmodell noch möglich, ohne die größere positive Struktur sofort zu zerstören. Dennoch hält Villaverde den Bereich um 65.000 bis 66.000 Dollar für wahrscheinlicher und wichtiger. Genau dort würde sich zeigen, ob der Markt nur Luft holt oder ob neuer Druck entsteht.
Warum Anleger jetzt nicht nur auf den Kurs schauen sollten
Für Weiss Crypto hängt viel davon ab, ob Bitcoin die alten Tiefs meidet. Villaverde verweist auf ein Anleihemarktmodell, das weit in die Zukunft blickt und aktuell nicht signalisiert, dass das Februar-Tief erneut getestet werden muss. Auch die Liquidität habe im Juni und Juli eine Bodenbildung angedeutet und könnte wieder in Richtung einer neuen Erholung drehen.
Das ist der eigentliche Wendepunkt: Wenn Liquidität und Anleihemodell keine neuen Tiefs bilden, erwartet Villaverde auch bei Bitcoin keine neuen Tiefs. Damit würde der aktuelle Rücksetzer nicht als Schwäche gelten, sondern als Test, ob der Markt bereits in eine neue Phase gewechselt ist.
Auffällig ist auch sein Vorgehen am Markt. Er spricht nicht davon, Bitcoin aggressiv zu shorten oder Spot-Bestände zu verkaufen. Stattdessen setzt er auf Optionen. Bei höheren Kursen verkauft er Calls, bei einem Rückgang würde er beginnen, Puts in Bereichen um 70.000, 65.000 oder 60.000 Dollar zu verkaufen. Das zeigt: Er bereitet sich nicht auf Panik vor, sondern auf eine mögliche Kaufzone.
Der spannendste Punkt bleibt die Marktstruktur. Sollte Bitcoin tatsächlich nur einen vergleichsweise flachen Rücksetzer zeigen und das Februar-Tief nicht mehr erreichen, wäre das laut Villaverde einer der ungewöhnlichsten Bärenmärkte in der Geschichte von Krypto. Institutionelle Nachfrage könnte den Markt so stark gestützt haben, dass der klassische tiefe Krypto-Abverkauf diesmal ausbleibt.
Jetzt zählt deshalb genau diese Linie: Hält Bitcoin oberhalb der entscheidenden Tiefs und bildet im Bereich um 65.000 bis 66.000 Dollar Stabilität, könnte aus der Angst vor dem nächsten Abverkauf eine der wichtigsten Bitcoin Kaufchancen des Zyklus werden.
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