Wall Street kippt bei Bitcoin: Darum schwindet der Hype

Wall Street kippt bei Bitcoin: Darum schwindet der Hype
Beitragsbild: KI-generiert

Die Stimmung an der Wall Street gegenüber Bitcoin ist spürbar gekippt. Was zuletzt noch als nahezu sicherer „Long Trade“ galt, wird nun deutlich skeptischer gesehen. Das sagt Alex Thorn, Research Chef bei Galaxy Digital, in einem Gespräch im Podcast „What Bitcoin Did“.

Warum die Wall Street bei Bitcoin plötzlich skeptisch ist

Thorn beschreibt, dass Bitcoin zwischen Ende 2024 und der Phase rund um US Wahl und Amtsantritt als einer der beliebtesten Trades weltweit galt. Viele Anleger waren positioniert, die Erwartungen waren hoch, doch dann ließ die Dynamik nach.

Ein wichtiger Grund: Kapital wanderte in andere Geschichten ab. Laut Thorn zogen vor allem KI Aktien, Halbleiterwerte, Energie Titel, Quantum Themen und auch Gold wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich. Bitcoin hingegen fehlte in den vergangenen Monaten ein neuer Treiber, der das Narrativ weitergetragen hätte.

Keine „Manipulation“, sondern normale Marktmechanik

Gleichzeitig wehrt sich Thorn gegen Vorwürfe, große Handelsfirmen wie Jane Street würden den Bitcoin Kurs gezielt drücken. Diese Theorie sei aus seiner Sicht vor allem Frust über die Kursentwicklung. Bitcoin sei als sehr großer und liquider Markt nur schwer dauerhaft in eine bestimmte Richtung zu manipulieren.

Stattdessen verweist Thorn auf einen anderen Faktor: Langfristige Halter haben über längere Zeit in Stärke verkauft. Das sei aus seiner Sicht nicht „alarmierend“, sondern ein normaler Teil eines reifenden Marktes. Wer lange dabei ist, nimmt irgendwann Gewinne mit, genau so funktioniere Distribution.

Mehr noch, Thorn sieht darin sogar etwas Positives. Wenn Coins von frühen, günstigen Einstiegen zu neuen Käufern wandern, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen, steigt die „Realized Price“ und das könne als Signal für Adoption verstanden werden.

„Digitales Gold“ enttäuscht kurzfristig, der langfristige Fall bleibt bestehen

Ein weiterer Grund für den Stimmungseinbruch: Bitcoin habe sich seit September nicht so verhalten, wie viele institutionelle Investoren es erwartet hatten. Besonders die Idee von Bitcoin als „digitales Gold“ bekam Risse, weil die Kursbewegungen nicht so „goldähnlich“ ausfielen, wie manche es sich wünschten.

Thorn betont jedoch, dass damit vor allem Eigenschaften gemeint seien, also Knappheit und die Rolle als Wertaufbewahrung, nicht zwingend eine direkte Kopplung an Gold ETFs oder deren Kursverhalten. Gerade die Lücke zwischen Anspruch und aktuellem Handelsverhalten könne für Anleger interessant sein, wenn man glaubt, dass sich das langfristig annähert.

Zusätzlich belasten laut Thorn breitere Makrosorgen die Märkte, auch rund um KI. Investoren fürchten sowohl ein Scheitern hoher Investitionen als auch ein „zu großer“ Erfolg mit Folgen für Jobs und Stabilität. Falls Aktien unter Druck geraten, könne es auch Bitcoin schwerfallen, sich komplett abzukoppeln.

Trotzdem macht Thorn klar: Kurzfristige Stimmung und langfristiger Wert seien zwei verschiedene Dinge. Entscheidend sei, Bitcoin über seine grundlegende Funktion zu erklären, als Spartechnologie und als langfristiger Wertspeicher, und nicht darauf zu hoffen, dass Notenbankpolitik oder einzelne Makro Impulse den Kurs „retten“.

Zum Zeitpunkt der Aussagen lag der Bitcoin Kurs bei 66.109 US Dollar.

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