Truth Social zieht Bitcoin-ETF zurück – Preisdruck im Markt?

Truth Social zieht Bitcoin-ETF zurück – Preisdruck im Markt?
Truth Social zieht Bitcoin-ETF zurück – Preisdruck im Markt? (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Truth Social, die Social-Media-Plattform aus dem Umfeld von Trump Media, zieht ihren Antrag für einen Spot-Bitcoin-ETF in den USA zurück. Damit endet vorerst einer der politisch auffälligsten Versuche, in den inzwischen stark umkämpften Markt der Bitcoin-Fonds einzusteigen.

SEC-Antrag zurückgezogen: Keine Anteile verkauft

Laut einem Schreiben vom 19. Mai 2026 bat das Produkt „Truth Social Bitcoin ETF, B.T.“ die US-Börsenaufsicht SEC um die „sofortige“ Rücknahme der Registrierung (Form S-1). Der Antrag war ursprünglich am 5. Juni 2025 eingereicht worden. Wichtig dabei: Die Registrierung wurde nie wirksam, und es wurden nach Angaben des Unternehmens auch keine Wertpapiere über dieses Vorhaben verkauft.

Das Projekt zog sich fast ein Jahr durch die Regulierung. Kurz nach dem Start hatte NYSE Arca bereits im Juni 2025 einen separaten Antrag (19b-4) gestellt, um den ETF überhaupt an der Börse listen zu können. Ziel des Produkts war es, die Bitcoin-Entwicklung abzubilden, ohne dass Anleger selbst BTC halten und verwahren müssen.

In den Unterlagen wurde der ETF als Nevada-Business-Trust beschrieben, dessen Vermögen hauptsächlich aus Bitcoin bestehen sollte, die bei einem Verwahrer lagern. Sponsor sollte Yorkville America Digital, LLC sein. Als Custodian war zunächst Foris DAX Trust Company, LLC genannt, ein Unternehmen aus dem Crypto.com-Umfeld. Später, im August 2025, wurde die Anmeldung geändert: Crypto.com sollte exklusiv als Verwahrer auftreten und zudem Aufgaben wie Ausführung und Liquiditätsbereitstellung übernehmen.

Strategiewechsel oder Preisdruck? Das sagen Yorkville und Analysten

Yorkville America stellt den Rückzug als strategische Entscheidung dar. In einer Mitteilung vom 19. Mai erklärte das Unternehmen, man habe bestimmte ETF-Registrierungen unter dem Wertpapiergesetz von 1933 proaktiv zurückgezogen und wolle sich künftig stärker auf Produkte unter dem „Investment Company Act“ von 1940 konzentrieren. Diese 40-Act-Struktur ermögliche, so Yorkville, differenziertere Strategien, die im 33-Act-Rahmen so nicht möglich seien.

Doch ETF-Beobachter zweifeln an dieser Begründung. Bloomberg-Analyst James Seyffart schrieb auf X, die Erklärung wirke nicht besonders schlüssig. Er vermutet, dass eher der harte Wettbewerb bei Spot-Bitcoin-ETFs ausschlaggebend war, vor allem durch den Preisdruck neuer Angebote.

Auch Bloomberg-Analyst Eric Balchunas äußerte eine ähnliche Theorie: Nach dem Markteintritt von Morgan Stanleys geplantem Spot-Bitcoin-Fonds mit einer Gebühr von 14 Basispunkten sei es schwierig, mit einem weiteren, kaum unterscheidbaren ETF zu überzeugen, es sei denn, man gehe mit den Kosten noch tiefer. In einem Markt, in dem etablierte Produkte ebenfalls mit niedrigen Gebühren arbeiten, kann das schnell zu einem Problem werden, weil sich ein neuer ETF ohne klare Besonderheiten nur schwer verkauft.

Was das für den Bitcoin-ETF-Markt bedeutet

Der Rückzug zeigt, wie eng der Spielraum für neue Spot-Bitcoin-ETFs geworden ist. Viele Produkte bieten am Ende ein ähnliches Profil: Bitcoin-Preis abbilden, Verwahrung über einen Custodian, Handel an großen US-Börsen. Damit wird der wichtigste Hebel oft der Preis, also die Gebühr. Je dichter das Feld, desto schwerer wird es für neue Anbieter, ohne aggressive Konditionen oder einen klaren Zusatznutzen Aufmerksamkeit und Kapital anzuziehen.

Zum Zeitpunkt der Meldung lag der Bitcoin-Kurs bei rund 77.274 US-Dollar.

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