Strive will seine Vorzugsaktie SATA zu einem neuen Bitcoin-Treasury-Produkt mit täglicher Ausschüttung umbauen und greift damit direkt Strategy (früher MicroStrategy) an. Die Botschaft ist klar: höherer Kupon, schnellerer Cashflow und ein Modell, das besser zur heutigen Handelsgeschwindigkeit passen soll.
Strive macht SATA zur „Daily Dividend“-Aktie
Laut Strive soll SATA ab dem 16. Juni 2026 an jedem Geschäftstag eine Bar-Dividende zahlen. Der angegebene Dividendensatz bleibt dabei bei 13,00% p.a. (annualisiert) für monatliche Zeiträume, die am oder nach dem 16. Mai beginnen. Strive verkauft das als Premiere am US-Kapitalmarkt: eine börsennotierte Aktie, die täglich auszahlt.
Parallel hat Strive ein Update zur eigenen Bitcoin-Strategie veröffentlicht: Die Bitcoin-Reserve sei auf 15.009 BTC gewachsen. Im ersten Quartal kaufte das Unternehmen nach eigenen Angaben 6.001 BTC, zwischen dem 1. April und dem 12. Mai kamen weitere 1.381 BTC hinzu.
CEO Matthew Cole betont außerdem die Bilanz: Strive sei schuldenfrei, habe keine Margin-Pflichten und keine verpfändeten Bitcoin. Das soll Investoren zeigen, dass man auch in volatilen Marktphasen handlungsfähig bleiben will.
SATA gegen STRC: Geschwindigkeit gegen Größe
Der direkte Vergleich richtet sich gegen Strategy’s STRC (auch „Stretch“ genannt), eine perpetual preferred stock, die aktuell mit 11,50% p.a. verzinst wird und monatlich in Cash ausschüttet. Strategy ist bei STRC allerdings deutlich größer: Laut den Angaben auf der STRC-Seite liegt der ausstehende Nominalwert bei rund 8,54 Milliarden US-Dollar. Diese Größe sorgt typischerweise für mehr Liquidität, engere Spreads und leichteren Ein- und Ausstieg.
Genau das zeigte sich zuletzt auch im Handel. Michael Saylor schrieb, STRC habe ein Rekordniveau erreicht, mit sehr hoher Liquidität und einem Schlusskurs nahe dem Nennwert. Daten von STRC.live meldeten zudem den bislang volumenstärksten Tag mit 15,3 Millionen gehandelten Aktien.
Strive will trotzdem mithalten, aber über die Produktlogik: tägliche statt monatliche Cashflows. CIO Ben Werkman argumentiert, Anleger müssten „nicht mehr warten“, weil Ausschüttungen jeden Geschäftstag erfolgen. In Strives Beispielrechnung bringt die höhere Ausschüttungsfrequenz auch einen kleinen Zinseszinseffekt: Bei 13,00% Nominalrate ergibt sich je nach Annahme ein effektiver Jahresertrag um rund 13,8%. Der Unterschied ist nicht riesig, aber Strive setzt darauf, dass sich häufigere Zahlungen im Alltag „echter“ anfühlen und Reinvestitionen erleichtern.
Der Haken: Strive hält selbst STRC und meldet hohen Quartalsverlust
Interessant ist dabei eine Pointe: Strive ist nicht nur Konkurrent, sondern auch Investor bei Strategy. Zum Stichtag 12. Mai meldete das Unternehmen neben Cash-Beständen auch eine STRC-Position im Fair Value von 50,5 Millionen US-Dollar. Strategy hatte zuvor erklärt, Strive habe rund 50 Millionen Dollar in STRC allokiert.
Auch auf der eigenen Seite ist nicht alles glänzend. Zwar gab Strive an, zum 12. Mai keine kurz- oder langfristigen Schulden mehr zu haben, weil man verbleibende Verbindlichkeiten zurückgekauft habe. Gleichzeitig meldete das Unternehmen für das erste Quartal jedoch einen GAAP-Nettoverlust von 265,9 Millionen US-Dollar, wobei ein großer Teil auf den Fair-Value-Rückgang der Bitcoin-Bestände zurückgeführt wurde.
Unterm Strich entsteht ein neuer Wettstreit im Bitcoin-Treasury-Sektor: Strategy punktet mit Marktgröße und Liquidität, Strive mit höherem Satz und täglicher Auszahlung. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob tägliche Dividenden tatsächlich zu stabilerer Nachfrage führen oder am Ende vor allem ein Marketing-Feature bleiben.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag Bitcoin bei 80.643 US-Dollar.