Solana und Google Cloud bringen mit Pay.sh ein neues Bezahlsystem an den Start, das vor allem für KI-Agenten und Entwickler spannend ist. Die Idee: APIs sollen sich pro Anfrage nutzen und direkt bezahlen lassen, ohne dass vorher Konten angelegt, Abos abgeschlossen oder API-Keys verwaltet werden müssen. Bezahlt wird mit Stablecoins auf Solana, also digitalen Dollars, die schnell abgewickelt werden können.
Pay.sh: APIs nutzen und pro Request bezahlen
Der Hintergrund ist ein Problem, das mit dem Boom autonomer KI-Agenten immer sichtbarer wird: Viele Agenten können inzwischen recherchieren, Code schreiben oder Daten abfragen, scheitern aber an der Praxis der API-Nutzung. Premium-Schnittstellen sind oft an klassische Prozesse gekoppelt, etwa an manuelle Kontoerstellung, Billing-Setups, Credentials, Abos und laufende Verwaltung.
Pay.sh soll genau diese Hürde reduzieren. Laut Solana Foundation können Agenten damit APIs entdecken, aufrufen und je API-Call bezahlen. Das System startet über eine Solana-Wallet, die an eine KI-Oberfläche angebunden ist. Genannt werden unter anderem Gemini, Claude Code, Codex, Openclaw und Hermes. Entwickler laden die Wallet entweder per Kreditkarte oder direkt mit Stablecoins auf. Danach kann ein Agent in einem Marktplatz API-Endpunkte auswählen, Preise in Echtzeit sehen und die Nutzung direkt aus dem Guthaben bezahlen.
Die zentrale Logik ist dabei simpel: Die Zahlung ist der Zugang. Statt dass jeder Anbieter mit jedem Nutzer eine eigene Abrechnung samt Zugangsdaten aufbauen muss, liegt eine Gateway-Schicht dazwischen. Solana beschreibt Pay.sh als API-Proxy, der auf der Google Cloud Platform läuft und sich vor unterstützte Dienste schaltet.
Google-Cloud-Dienste zum Start: Gemini, BigQuery, Vertex AI und mehr
Zum Auftakt sind mehrere Enterprise-Services aus der Google-Cloud-Welt Teil des Programms. Dazu zählen laut Ankündigung unter anderem Gemini, BigQuery, Vertex AI, BigTable und Cloud Run. Solana betont, dass das System nicht darauf ausgelegt sei, Sicherheits- oder Compliance-Regeln zu umgehen. Der Gateway-Ansatz soll vielmehr dafür sorgen, dass Anbieter weiterhin Rate Limits, Quoten und Zugangskontrollen durchsetzen können.
Die Wallet dient dabei als Identität des Agenten, während Pay.sh geprüfte Endpunkte authorisiert und die Abrechnung pro Request abwickelt. Damit zielt das Projekt vor allem auf Anwendungsfälle, in denen viele kleine API-Aufrufe entstehen, bei denen klassische Abos oder monatliche Mindestumsätze unpraktisch sind.
Stablecoins auf Solana: Micropayments in Sekunden und ein offener Marktplatz
Bezahlt wird in Stablecoins auf Solana, die laut Solana Foundation in Sekunden abgewickelt und später mit den Anbietern verrechnet werden. Für Entwickler bedeutet das: Pay-per-use statt Abo, also nur zahlen, was tatsächlich genutzt wird. Anbieter wiederum sollen weniger Aufwand mit Kleinstabrechnungen und unregelmäßiger Nutzung haben.
Solanas Chief Product Officer Vibhu Norby bezeichnet Pay.sh als „Pay-as-you-go“ für APIs. In seinem Statement hebt er hervor, dass Entwickler einzelne API-Aufrufe bezahlen können, ohne klassischen Billing-Account und ohne KYC. Gleichzeitig soll das System nicht nur auf Google Cloud beschränkt bleiben. Solana spricht von einem offenen Marktplatz mit vielen weiteren Integrationen.
Zusätzlich zu den Google-Cloud-Endpunkten nennt die Solana Foundation ein breiteres Ökosystem mit Dutzenden Community-Integrationen, etwa aus E-Commerce, Marktdaten, Kommunikation und Onchain-Infrastruktur. Beispiele sind Dune Analytics, Nansen, Helius, Alchemy, QuickNode, Allium und The Graph. Technisch basiert Pay.sh laut Solana auf x402 und MPP, beschrieben als maschinenfreundliche Zahlungsprotokolle für „Agent-to-API“-Commerce. Das Registry-System ist demnach Open Source, Endpunkte können über GitHub eingereicht werden.
Unterm Strich positioniert Solana Pay.sh als weiteres praktisches Einsatzfeld für Stablecoins, neben Trading, Remittances und klassischen Transfers. Zum Zeitpunkt des Berichts lag der SOL-Kurs bei 87,79 US-Dollar.