Aktionäre von SilverBox Corp IV stimmen am Dienstag über eine viermonatige Fristverlängerung ab, die die Auflösung des SPACs verhindern könnte. Doch selbst wenn die Verlängerung angenommen wird, bleibt ein zentrales Problem bestehen: Der Treuhandfonds in Höhe von 217 Millionen US-Dollar, der mit dem geplanten Bitcoin-Deal mit Parataxis Holdings verknüpft ist, dürfte durch Rücknahmen der Investoren weitgehend abgeschmolzen werden.
Abstimmung über Verlängerung, aber Rücknahmen bleiben möglich
Die Hauptversammlung ist für den 11. August um 10:00 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt. SilverBox will die Frist für den Unternehmenszusammenschluss vom 19. August auf den 19. Dezember verschieben. Außerdem soll eine Regel gestrichen werden, nach der nach Rücknahmen mindestens 5.000.001 US-Dollar an Netto-Sachwerten im Unternehmen verbleiben müssen.
Wichtig ist: Die Aktionäre stimmen nicht direkt über die Fusion mit Parataxis ab. Dafür wäre später eine separate Abstimmung nötig. Jetzt geht es nur darum, dem SPAC mehr Zeit zu verschaffen.
Allerdings können Anteilseigner ihre Aktien trotzdem zur Rücknahme einreichen – unabhängig davon, wie sie abstimmen oder ob sie überhaupt abstimmen. Genau das könnte den Treuhandfonds massiv reduzieren. SilverBox bezifferte das Trust-Vermögen per 30. Juni auf 217.134.228 US-Dollar. Der geschätzte Rücknahmewert liegt bei rund 10,85 US-Dollar je Aktie.
Das Unternehmen weist selbst darauf hin, dass nach den Rücknahmen womöglich nur noch ein kleiner Rest des ursprünglichen Trust-Bestands übrig bleibt.
Warum das für den Bitcoin-SPAC entscheidend ist
Wie viel Geld nach den Rücknahmen tatsächlich übrig bleibt, ist entscheidend für den geplanten Deal mit Parataxis. Laut der jüngsten Registrierungsunterlage muss das kombinierte Unternehmen nach Rücknahmen und Transaktionskosten mindestens 25 Millionen US-Dollar an Netto-Cash und liquiden Mitteln erhalten.
In diese Rechnung können sowohl verbleibende Trust-Gelder als auch neue Finanzierungen zum Abschlusszeitpunkt einfließen. Parataxis darf auf diese Bedingung unter bestimmten Umständen zwar verzichten, doch die Unsicherheit bleibt hoch.
Besonders wichtig: Die früher kommunizierte Summe von bis zu 640 Millionen US-Dollar war keine fest zugesagte Finanzierung. Diese Zahl setzte sich aus bis zu etwa 240 Millionen US-Dollar aus Transaktion und begleitender Finanzierung zusammen – abhängig davon, wie viele Investoren ihre Anteile zurückgeben – plus einer möglichen späteren Aktienplatzierung über eine Yorkville-Equity-Linie von bis zu 400 Millionen US-Dollar.
Mit anderen Worten: Die Maximalsumme wäre nur erreichbar gewesen, wenn es keine Rücknahmen aus dem Trust gegeben hätte und die zusätzliche Aktienlinie später vollständig genutzt worden wäre.
Parataxis hat daneben bereits separat 31 Millionen US-Dollar über Vorzugsaktien eingesammelt und davon rund 30,8 Millionen US-Dollar zum Kauf von etwa 263,78 Bitcoin verwendet. Diese Bitcoin-Bestände gehören jedoch nicht zum SilverBox-Treuhandfonds.
Zusätzliche Unsicherheit durch Fristen im Fusionsvertrag
Neben dem Rücknahme-Risiko gibt es eine weitere offene Frage: den Status des Fusionsvertrags selbst. Eine Einreichung aus dem Mai hatte das sogenannte Outside Date, also die Frist für den Vollzug des Deals, auf den 6. August verschoben. Nach diesem Datum können beide Parteien unter bestimmten Bedingungen schriftlich kündigen.
Bis zum 9. August gab es in den öffentlich einsehbaren SEC-Unterlagen jedoch keine neue Meldung über eine Verlängerung, einen Verzicht oder eine Kündigung. Das bedeutet: Aus dem öffentlichen Aktenstand ging nicht eindeutig hervor, ob der Deal vertraglich noch vollständig intakt ist. Allein das Verstreichen des Datums bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass die Vereinbarung beendet wurde.
Falls die beiden vorgeschlagenen Änderungen bei der Abstimmung scheitern und SilverBox bis zum 19. August keinen Unternehmenszusammenschluss abschließt, muss der SPAC den Geschäftsbetrieb weitgehend einstellen und abgewickelt werden. In diesem Fall müssten die öffentlichen Aktien binnen zehn Werktagen zurückgezahlt werden. Anschließend würde SilverBox die Auflösung und Liquidation anstoßen, vorbehaltlich der nötigen Zustimmungen und rechtlichen Verpflichtungen auf den Cayman Islands.
Für Anleger in die Warrants wäre das besonders bitter: Diese würden im Fall einer Abwicklung wertlos verfallen.