Die US-Börsenaufsicht SEC hat XRP in einem aktuellen Dokument in einem Atemzug mit Bitcoin und Ethereum genannt. Für die Ripple-nahe Kryptowährung ist das ein wichtiges Signal: Sie rückt damit stärker in die Kategorie der Coins, die für börsengehandelte Krypto-Fonds (ETFs) pragmatischer und schneller behandelt werden könnten.
SEC-Dokument: XRP wird bei ETF-Regeln neben Bitcoin und Ethereum geführt
Konkret geht es um eine Mitteilung der SEC, in der sie Kommentare zu einer vorgeschlagenen Regeländerung der NYSE Arca einholt. Der Vorschlag: Bestimmte Krypto-ETFs sollen künftig mindestens 80% ihres Nettoinventarwerts (NAV) in sogenannten „eligible assets“ halten, also in zulässigen Vermögenswerten nach einem allgemeinen Börsen-Listing-Standard.
In diesem Zusammenhang nennt die NYSE Arca XRP ausdrücklich zusammen mit Bitcoin und Ethereum als Beispiele für solche zulässigen Krypto-Assets. Das ist bemerkenswert, weil XRP lange Zeit im Fokus der SEC stand. Unter dem früheren SEC-Chef Gary Gensler hatte die Behörde immer wieder den Eindruck vermittelt, dass im ETF-Kontext vor allem Bitcoin und Ethereum als „unkomplizierter“ gelten, weil sie nicht als Wertpapiere eingestuft würden.
Die erneute Nennung von XRP im Rahmen dieser generischen Listing-Standards unterstreicht, dass sich der regulatorische Ton verändert hat. Für Anleger und den Markt ist das vor allem psychologisch wichtig: Wenn XRP in Regeln auftaucht, die ursprünglich stark mit Bitcoin und Ethereum verknüpft waren, wirkt das wie eine Aufwertung des Status.
Mehr regulatorische Klarheit: XRP wird zunehmend als „Commodity“ eingeordnet
Zusätzlichen Rückenwind bekommt XRP durch neue Leitlinien, die laut Bericht gemeinsam von SEC und der US-Terminkommission CFTC veröffentlicht wurden. Darin werden XRP, Bitcoin, Ethereum und weitere große Token als Rohstoff-ähnliche Vermögenswerte (Commodities) eingeordnet. Diese Sichtweise könnte außerdem durch den sogenannten CLARITY Act künftig stärker im US-Recht verankert werden.
Wichtig ist auch der Blick zurück: XRP hatte bereits in der Vergangenheit einen großen Etappensieg erzielt, als Richterin Analisa Torres im Streit zwischen der SEC und Ripple feststellte, dass XRP in bestimmten Verkäufen nicht als Wertpapier zu behandeln sei. Diese gerichtliche Klarstellung gilt als ein Grund, warum ETF-Anträge mit XRP nicht allein mit dem Argument „Wertpapier“ abgelehnt werden konnten.
Für den Kryptomarkt zählt am Ende vor allem eins: Regeln, die planbarer sind. Je klarer die Einordnung, desto eher trauen sich große Anbieter, Produkte wie ETFs zu starten oder auszubauen. Genau deshalb wird die aktuelle Entwicklung von vielen als positives Zeichen für XRP gewertet.
Ripple-CEO Garlinghouse lobt die SEC und bezieht Position
Auf der XRP Las Vegas Conference nutzte Ripple-CEO Brad Garlinghouse die Bühne, um die neue Richtung der SEC zu loben. Er sagte, die aktuelle Behördenführung unter Paul Atkins habe der Branche in einem Jahr mehr Klarheit gegeben als die vorherige Führung in vier Jahren.
Außerdem betonte Garlinghouse, dass Ripple weiterhin stark auf XRP setzt. Das Unternehmen sei nach seinen Worten der größte Halter weltweit und habe das größte Interesse daran, dass sich der Token langfristig gut entwickelt. Auf Kritik von Cardano-Gründer Charles Hoskinson, Ripple würde zu wenig für XRP-Holder tun, reagierte Garlinghouse ebenfalls: Ein Börsengang habe aktuell keine Priorität, für den Fall eines späteren IPO deutete er aber ein „besonderes Paket“ für die Community an.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der XRP-Kurs laut CoinMarketCap bei rund 1,38 US-Dollar und damit im Plus auf 24-Stunden-Sicht.