Mit den frisch beschlossenen „Generic Listing Standards“ erhalten US-Börsen erstmals die Möglichkeit, Spot-Krypto-ETFs jenseits von Bitcoin und Ethereum schneller auf den Markt zu bringen. Für XRP- und Solana-Produkte beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit.
SEC erleichtert Zulassungsverfahren
Die US-Börsenaufsicht SEC hat in der vergangenen Woche ein neues Regelwerk verabschiedet, das die Auflage von Spot-Krypto-ETFs erheblich beschleunigen könnte. Anstatt wie bisher für jedes einzelne Produkt ein langwieriges 19b-4-Verfahren durchlaufen zu müssen, können Börsen wie NYSE Arca, Nasdaq und Cboe BZX nun Produkte auflisten, sofern sie die generischen Kriterien erfüllen.
In der Praxis bedeutet das: Ein ETF, der die Anforderungen der neuen Commodity-Based Trust Shares erfüllt, kann künftig in rund 75 Tagen live gehen – ohne individuelle Genehmigung jeder einzelnen Produktidee. Die Regeländerung schafft damit einen Standardprozess, der vor allem für XRP- und Solana-ETFs den Weg deutlich verkürzt.
„Countdown zum Launch“
Branchenbeobachter sehen bereits den Beginn einer heißen Phase. Nate Geraci, Präsident des ETF Store, sprach auf X von einem „Countdown zum Launch“. Er geht davon aus, dass die letzten Änderungsanträge für Spot-Produkte wie XRP und Solana noch in dieser Woche eingereicht werden könnten. Auch Reuters bestätigte, dass Emittenten ihre Unterlagen überarbeitet und an die neuen Vorgaben angepasst haben.
Bitwise-Präsident Teddy Fusaro erklärte, man habe diese Regeländerung bereits erwartet und sich intensiv darauf vorbereitet. Tatsächlich sind die Anträge vieler Anbieter – darunter Grayscale, 21Shares, Bitwise, CoinShares, Canary Capital und WisdomTree – inzwischen weit gediehen. Die finalen Fristen ballen sich Mitte bis Ende Oktober, was einen dicht gedrängten Zulassungskalender erwarten lässt.
XRP und Solana im Fokus
Besonders XRP dürfte von den neuen Regeln profitieren. Mehrere Anbieter haben bereits konkrete Produkte eingereicht, die nun nur noch auf die finale Absegnung warten. Allein zwischen dem 18. und 25. Oktober laufen gleich mehrere SEC-Fristen für XRP-Spot-ETFs aus.
Auch Solana gilt laut Galaxy Digital Research als aussichtsreicher Kandidat für die erste Genehmigungswelle. Die Anträge wurden im Sommer überarbeitet, insbesondere hinsichtlich Staking, Verwahrung und In-Kind-Transfers, um den Anforderungen der SEC zu entsprechen. Diese Anpassungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Solana neben XRP eines der ersten Altcoins wird, für das ein Spot-ETF auf den US-Markt kommt.
Bedeutung für den Markt
Die Regeländerung markiert einen Paradigmenwechsel. Bisher mussten sich Emittenten auf Bitcoin- und Ethereum-ETFs konzentrieren, da andere Produkte im regulatorischen Labyrinth stecken blieben. Mit den neuen Standards öffnet die SEC nun faktisch die Tür für eine breitere Palette an Krypto-Assets, die über regulierte Vehikel handelbar werden.
Für Investoren bedeutet dies nicht nur eine größere Auswahl an regulierten Anlageinstrumenten, sondern auch potenziell mehr Kapitalflüsse in den Altcoin-Markt. XRP und Solana könnten damit den Sprung aus der Meme- oder Nischen-Ecke schaffen und stärker in den Fokus institutioneller Anleger rücken – ähnlich wie es Bitcoin erlebte, nachdem die Spot-ETFs im Januar 2024 starteten.
Mit den neuen „Generic Listing Standards“ hat die SEC ein Tor aufgestoßen, das lange Zeit verschlossen war. XRP und Solana sind nun die Hauptkandidaten, die von diesem Wandel profitieren könnten. Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein, ob es tatsächlich zur ersten Welle von Altcoin-ETFs in den USA kommt.
Für den Markt könnte das den Beginn einer neuen Phase institutioneller Adaption bedeuten – eine, in der Bitcoin und Ethereum nicht länger allein im Rampenlicht stehen.
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