Im Fall rund um das illegale Streaming Portal movie2k könnte der Freistaat Sachsen bald erneut eine große Menge Bitcoin in die Hände bekommen. Ein vom Gericht angedeuteter Deal würde nicht nur die bereits erzielten Einnahmen aus dem Bitcoin Verkauf 2024 absichern, sondern könnte auch den Zugriff auf weitere 57.000 BTC ermöglichen. Für den Markt wäre das eine heikle Nachricht, weil damit wieder das Thema möglicher staatlicher Verkäufe und zusätzlicher Verkaufsdruck auf Bitcoin aufkommt.
Sachsen könnte Zugriff auf weitere 57.000 Bitcoin erhalten
Wie der MDR berichtet, hat der vorsitzende Richter in Leipzig eine mögliche Verständigung ins Spiel gebracht, um das Verfahren abzukürzen. Im Mittelpunkt stehen die früheren Betreiber von movie2k.to. Der Hauptangeklagte, 42 Jahre alt, muss sich unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche verantworten. Ein zweiter Angeklagter, 39 Jahre alt, steht wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor Gericht.
Die ursprünglichen Vorwürfe rund um Urheberrechtsverletzungen an etwa 220.000 Werken spielen juristisch nur noch eine Nebenrolle, weil diese Straftaten inzwischen verjährt sind. Entscheidend ist nun die Frage, ob die mutmaßlich daraus erzielten Einnahmen trotzdem als kriminelle Erträge eingezogen werden können.
Bekannt ist, dass die Behörden nach der Festnahme des Hauptangeklagten im Jahr 2023 bereits 49.858 BTC erhalten hatten. Diese Coins wurden im Juni und Juli 2024 verkauft, laut Bericht für rund 2,64 Milliarden Euro. Genau dieses Geld dürfte Sachsen im Rahmen des Deals rechtssicher behalten. Zusätzlich soll der Angeklagte den Behörden auch Zugriff auf weitere 57.000 BTC ermöglichen, die die Staatsanwaltschaft weiterhin in seiner Kontrolle vermutet.
Wie die 57.000 BTC begründet werden und warum der Deal noch wackelt
Die Zahl ist laut Staatsanwaltschaft eine Rechenannahme: Insgesamt soll der Hauptangeklagte ursprünglich etwa 136.000 BTC über Einnahmen aus Werbung und Abo Fallen rund um die Plattform erworben haben. Zieht man die knapp 50.000 BTC ab, die bereits an die Behörden gegangen sind, sowie angeblich veräußerte Bestände und Zahlungen an Dritte, darunter 22.000 BTC und 5.000 BTC an mutmaßliche Mitstreiter, bleiben aus Sicht der Ermittler ungefähr 57.000 BTC übrig.
Die Verteidigung widerspricht dem deutlich. In Medienberichten war von einer wirtschaftlich motivierten Anklage die Rede, mit dem Ziel, vor allem den Zugriff auf das Vermögen in Bitcoin zu ermöglichen. Ob der Hauptangeklagte einer Verständigung zustimmt, die auch die Herausgabe weiterer Coins umfasst, ist daher offen. Der Vorschlag des Richters ist bislang nur eine Option, keine beschlossene Lösung.
Was das für den Bitcoin Kurs bedeuten kann
Für Trader und Investoren ist die Geschichte vor allem deshalb relevant, weil sie an das letzte große Verkaufsevent erinnert. Der Abverkauf der sächsischen Bitcoin Bestände im Sommer 2024 wurde damals aufmerksam verfolgt und galt als möglicher Belastungsfaktor für den Kurs. Sollte Sachsen tatsächlich Zugriff auf weitere 57.000 BTC bekommen, könnte sich dieses Risiko erneut aufbauen, selbst wenn ein Verkauf nicht sofort passiert.
Zum Zeitpunkt des Berichts lag der Bitcoin Kurs bei rund 74.320 US Dollar.