Der deutliche Rückgang bei Robinhoods gemeldetem Krypto-Handelsvolumen im zweiten Quartal 2026 wirkt auf den ersten Blick wie ein klarer Bärenmarkt. Der zweite Blick zeigt jedoch, dass der größte Teil des Einbruchs nicht aus der Robinhood-App selbst stammt, sondern von der übernommenen Kryptobörse Bitstamp.
Bitstamp war für den Großteil verantwortlich
Robinhoods gesamtes Krypto-Volumen sank von 66 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal auf 40 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2026.
Von diesem Minus in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar entfielen jedoch 20 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 77 Prozent auf Bitstamp. Das bei Bitstamp verbuchte Volumen fiel von 42 Milliarden US-Dollar auf 22 Milliarden US-Dollar und damit um 48 Prozent.
Die Robinhood-App selbst zeigte ebenfalls einen Rückgang, allerdings deutlich moderater. Dort sank das Handelsvolumen von 24 Milliarden US-Dollar auf 18 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Minus von 25 Prozent und macht die verbleibenden 6 Milliarden US-Dollar des gesamten Rückgangs aus.
Unterschiedliche Zielgruppen
Seit der Übernahme von Bitstamp im Juni 2025 fließen zwei sehr unterschiedliche Kundengruppen in Robinhoods Krypto-Gesamtzahlen ein. Robinhood hatte damals erklärt, dass Bitstamp über mehr als 500.000 Retail-Kunden und rund 5.000 institutionelle Kunden verfügt. Ein Großteil des Handelsvolumens bei Bitstamp stammt dabei von institutionellen Anlegern.
Laut Robinhoods Mitteilung für das zweite Quartal enthält die Kennzahl der App seit Juni auch ausgeführte Krypto-Trades von WonderFi-Kunden.
Was das Handelsvolumen aussagt und was nicht
Beim ausgewiesenen Notionalvolumen handelt es sich im Grunde um einen Verkehrszähler für Trades: Er misst den Dollarwert der gehandelten Kryptowährungen, nicht aber direkt die Erlöse, die Robinhood damit erzielt. Wie viel Umsatz konkret aus Bitstamp und wie viel aus der Robinhood-App stammt, bleibt offen, da das Unternehmen die Kryptoumsätze nur auf Gesamtkonzernebene ausweist.
Die Aufteilung nach Handelsplätzen zeigt also vor allem, wo das Volumen verbucht wurde. Sie sagt jedoch wenig darüber aus, ob Kunden zwischen Bitstamp und der Robinhood-App gewechselt sind oder wie stark die Nutzung innerhalb der jeweiligen Gruppen tatsächlich war.