RippleX rüstet XRP Ledger auf: Privatsphäre und Post-Quantum-Schutz

RippleX rüstet XRP Ledger auf: Privatsphäre und Post-Quantum-Schutz
RippleX rüstet XRP Ledger auf: Privatsphäre und Post-Quantum-Schutz (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ripple will den XRP Ledger (XRPL) fit für die nächsten Jahre machen: mehr Privatsphäre, mehr Krypto-Sicherheit und gleichzeitig die bekannte Stärke als schnelle Zahlungs- und Settlement-Schicht behalten. Genau darum ging es in einem aktuellen Gespräch mit Aanchal Malhotra, Head of Research bei RippleX.

RippleX setzt auf Privatsphäre, Zero-Knowledge und „post-quantum“

Malhotra erklärte in einem Interview auf „Krippenreiter TV“, dass RippleX seine Forschung nicht an kurzfristigen Trends ausrichtet. Stattdessen gehe es um Grundlagen, die langfristig tragen: solide Kryptografie, saubere Sicherheitsprüfung und ein Weg, der Forschung wirklich in ein produktives Netzwerk bringt.

Im Kern stehen laut Malhotra derzeit drei Themen:

  • Stärkere kryptografische Grundlagen, damit der XRPL neue Sicherheitsanforderungen erfüllen kann.
  • Zero-Knowledge-Proofs (ZK), also Verfahren, mit denen man etwas beweisen kann, ohne unnötige Daten offenzulegen.
  • Vorbereitung auf die Post-Quantum-Ära, also auf eine Zukunft, in der Quantencomputer heutige Verfahren teilweise knacken könnten.

Wichtig ist ihr dabei ein Punkt: Neue Technik zählt nur, wenn sie sicher in einem Live-System läuft, das echtes Geld bewegt. Deshalb, so Malhotra, müssen Änderungen durch Bedrohungsanalysen, interne Reviews und Tests gehen, bevor sie überhaupt in Richtung Produktion wandern.

Warum der XRP Ledger bewusst kein Smart-Contract-Monster wird

Malhotra verteidigte die Grundidee des XRPL: schnell, günstig, transparent zahlen. Diese Ausrichtung sei auch heute noch sinnvoll. Deshalb soll die Basisschicht nicht zu einer allgemeinen „Alles-kann“-Plattform werden.

Ein Beispiel: Auf Layer 1 gibt es beim XRPL keine breit angelegte Smart-Contract-Welt wie bei anderen Netzwerken. Das ist kein Versehen, sondern Absicht. Klare Grenzen helfen, die Performance hoch zu halten und die Angriffsfläche klein zu machen. Ähnlich argumentiert Malhotra beim Konsens-Design: Der XRPL setzt nicht auf das klassische Modell, bei dem wirtschaftliche Anreize direkt den Konsens bestimmen.

Die große Aufgabe ist nun, neue Funktionen hinzuzufügen, ohne diese Vorteile zu verlieren. Hier kommen Zero-Knowledge-Proofs und Strukturen ins Spiel, die eher an Layer-2-Ansätze erinnern: Komplexere Berechnungen könnten außerhalb der Hauptkette passieren und als kompakte Beweise zurück auf den XRPL geschrieben werden. So bleibt das Hauptnetz schlank, während außen herum neue „Ausführungsumgebungen“ entstehen können.

ZK-Proofs: Mehr Datenschutz, aber mit klaren Regeln

Malhotra machte deutlich, dass Privatsphäre nicht gleichbedeutend mit kompletter Undurchsichtigkeit ist. In Finanzsystemen müsse es Vertraulichkeit geben, zum Beispiel für sensible Zahlungsdaten. Gleichzeitig müsse der Markt prüfen können, ob die Regeln eingehalten werden und ob die Zahlen stimmen.

RippleX arbeitet deshalb an „Confidential Transfers“ für sogenannte Multi-Purpose Tokens. Die Idee: Kontostände und Transferbeträge sollen in bestimmten Situationen verborgen werden können, während die Gesamtmenge (Total Supply) öffentlich bleibt. Zudem sollen Prüfer bei Bedarf Kontrollen durchführen können. Für diesen eher klar abgegrenzten Anwendungsfall setzt RippleX auf Bulletproofs, eine etablierte Form von Zero-Knowledge-Proofs, die sich besonders für Range-Proofs eignet.

Für breitere ZK-Funktionen sind allerdings mehr Umbauten nötig. Malhotra sagte, dass die heutigen kryptografischen Bausteine des XRPL zwar sehr gut für schnelle Zahlungen sind, aber nicht automatisch für moderne ZK-Systeme optimiert. Neue „ZK-freundliche“ Verfahren, andere Kurven und passende Hashfunktionen einzubauen, ist deshalb ein anspruchsvolles Technikprojekt. Dazu kommt der Zeit- und Kostendruck im XRPL: kurze Ledger-Zeiten und niedrige Gebühren lassen wenig Spielraum für teure Prüfungen direkt on-chain.

Langfristig beschreibt Malhotra den XRPL als Settlement-Layer, der einfach funktioniert: für institutionelle Zahlungen, Retail-Transfers, tokenisierte Assets und zusätzliche Ausführungsumgebungen, die am Mainnet „andocken“ und am Ende in XRP abrechnen. Im Idealfall, so ihre Vision, läuft all die komplizierte Kryptografie später im Hintergrund, ohne dass Entwickler ständig darüber nachdenken müssen.

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