Ripple, Mastercard und JPMorgan testen OUSG auf XRPL

Ripple, Mastercard und JPMorgan testen OUSG auf XRPL
Ripple, Mastercard und JPMorgan testen OUSG auf XRPL (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ripple hat gemeinsam mit Ondo Finance, Mastercard und Kinexys by J.P. Morgan (JPMorgan) einen Pilotversuch abgeschlossen, bei dem ein tokenisiertes US-Staatsanleihen-Produkt über das XRP Ledger eingelöst und das Geld anschließend über klassische Bankwege ausgezahlt wurde. Der Test gilt als spannender Praxischeck dafür, wie öffentliche Blockchains und globale Banknetzwerke bei der Abwicklung von „Real-World-Assets“ zusammenarbeiten können.

So lief die Test-Transaktion ab

Konkret ging es um OUSG, ein tokenisiertes US-Treasury-Produkt von Ondo. Ripple ließ dabei einen Teil seiner OUSG-Bestände einlösen. Die „Asset-Seite“ der Transaktion, also die Bewegung bzw. Verarbeitung des Tokens, lief über das öffentliche XRP Ledger (XRPL). Die Auszahlung in US-Dollar wurde dagegen über etablierte Finanzinfrastruktur abgewickelt.

Der Ablauf in Kurzform:

  • Ripple stößt die Einlösung von OUSG auf dem XRP Ledger an.
  • Ondo verarbeitet die Redemption, also die Rückgabe des Tokens gegen US-Dollar.
  • Mastercards Multi-Token Network leitet die Zahlungsanweisung an Kinexys by J.P. Morgan weiter.
  • Kinexys belastet Ondos „Blockchain Deposit Account“ und veranlasst die US-Dollar-Auszahlung.
  • Die Dollar-Erlöse landen schließlich auf Ripples Bankkonto in Singapur über JPMorgans Korrespondenzbank-Netzwerk.

Ondo spricht dabei von der ersten grenzüberschreitenden Einlösung eines tokenisierten US-Treasury-Fonds „nahezu in Echtzeit“ über verschiedene Banken hinweg. Der Clou: Die Transaktion soll gezeigt haben, dass Tokenisierung nicht beim schnellen Onchain-Transfer aufhören muss, sondern beim Schritt zurück in die Fiat-Welt deutlich enger mit Bankprozessen verzahnt werden kann.

Warum dieses Pilotprojekt für die Branche wichtig ist

Eines der größten Praxisprobleme tokenisierter Wertpapiere und Fonds liegt oft in der letzten Meile: Onchain geht vieles schnell, aber sobald Geld auf ein klassisches Bankkonto soll, greifen häufig wieder Überweisungen, manuelle Abläufe und Zeitfenster von Bankarbeitstagen. Genau hier setzt der Test an. Statt zwei getrennten Welten, Blockchain hier und Banken dort, wurde eine koordinierte Abwicklung ausprobiert: Token-Bewegung auf XRPL, Fiat-Auszahlung über Mastercard und JPMorgan, aber als zusammenhängender Prozess.

Laut Pressemitteilung wurde der Blockchain-Teil der Transaktion in weniger als fünf Sekunden verarbeitet. Ein XRPL-Validator aus der Community verwies außerdem auf zwei Ripple-Transaktionen, die zur OUSG-Einlösung passen könnten. Dort seien Gebühren im Bereich von Bruchteilen eines Cents angefallen und die Abwicklung sei ebenfalls in wenigen Sekunden erfolgt.

Für Ripple ist das Pilotprojekt ein weiterer institutioneller Anwendungsfall für das XRP Ledger, gerade in einem Umfeld, in dem Banken und große Finanzfirmen öffentliche Blockchains zunehmend als Ausführungs- und Abwicklungsplattformen testen. Mastercard und Kinexys by J.P. Morgan betonen dabei vor allem Skalierung und Interoperabilität: Tokenisierte Produkte sollen im Idealfall rund um die Uhr funktionieren und trotzdem mit bestehenden Bankkonten und regulierter Infrastruktur kompatibel bleiben.

Was man zu OUSG und den nächsten Schritten wissen sollte

OUSG ist laut Ondo ein eingeschränktes Produkt und richtet sich nur an berechtigte, akkreditierte Investoren beziehungsweise „Qualified Purchasers“. Interessant ist außerdem: Das Modell soll grundsätzlich so gebaut sein, dass Einlösungen auch von anderen öffentlichen Blockchains möglich sind, auf denen OUSG ausgegeben wird, inklusive XRPL.

Zum Zeitpunkt des Berichts lag der XRP-Kurs bei etwa 1,4157 US-Dollar.

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