Bitcoin stellt eines der bekanntesten Krypto-Narrative infrage: den klassischen Vierjahreszyklus. Während frühere Bärenmärkte zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich tiefere Verluste gezeigt hatten, blieb der aktuelle Rückgang vergleichsweise begrenzt. Neue Glassnode-Daten sprechen sogar dafür, dass das Tief im Juni der flachste Bärenmarkt-Boden seit mindestens 2017 bleiben könnte.
The four-year cycle playbook many relied on has not worked for this $BTC bear.
— glassnode (@glassnode) September 23, 2026
At this point, the last three were more than twice as deep and weeks from their lows.
This one is 30% below its high and rising.
A late drop to their depth looks less likely by the week. pic.twitter.com/mEa8TUDc2T
Ganz ausgestanden ist die Gefahr allerdings nicht. Bitcoin ist gestern wieder auf rund 83.300 Dollar gefallen, nachdem steigende US-Anleiherenditen Risikoanlagen unter Druck gesetzt hatten. Damit rückt kurzfristig vor allem die Zone um 82.000 bis 85.000 Dollar in den Fokus.
Warum dieser Bitcoin-Bärenmarkt anders aussieht
Der Ausgangspunkt der aktuellen Debatte ist eine Beobachtung von Glassnode: Wer ausschließlich auf das historische Vierjahresmuster gesetzt hat, wartet bislang vergeblich auf einen Einbruch wie 2018 oder 2022.
Glassnode hatte bereits Ende Juli festgestellt, dass der laufende Bärenmarkt gemessen am Rückgang vom Allzeithoch ungewöhnlich flach verlief. Auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt war geringer als in früheren ausgeprägten Bärenmarktphasen.
Die neuesten Daten verstärken dieses Bild. Laut Glassnode fiel Bitcoin während des Juni-Tiefs nicht einmal per Tagesschluss unter den sogenannten Realized Price. In den Bärenmärkten 2018/2019 und 2022/2023 hatte BTC dagegen monatelang darunter gehandelt.
Auch die nicht realisierten Verluste der Anleger blieben diesmal geringer. Zwar sank der Anteil der im Gewinn befindlichen Coins zeitweise auf ein Niveau ähnlich dem Tief von 2022, der Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) rutschte laut Glassnode jedoch nicht in den negativen Bereich.
Ein möglicher Grund ist die stärkere institutionelle Marktstruktur. Spot-ETFs und andere große Kapitalquellen können Angebot und Nachfrage anders beeinflussen als in früheren Zyklen. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Vierjahreszyklus endgültig verschwunden ist. Die bisherigen Daten zeigen zunächst nur, dass sich der laufende Bärenmarkt deutlich anders entwickelt hat als frühere Bärenmärkte.
Diese Marken entscheiden über Erholung oder neuen Abverkauf
Kurzfristig hat sich das Bild seit der jüngsten Glassnode-Analyse allerdings wieder eingetrübt. Bitcoin fiel am Donnerstag auf rund 83.300 Dollar. Auslöser war unter anderem ein Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007. Gleichzeitig legte der US-Dollar zu.
Damit steht BTC erneut vor einem wichtigen Belastungstest.
Glassnode sieht die Zone um 84.000 bis 85.000 Dollar als wichtige On-Chain-Region. Ein stabiler Handel darüber würde den Weg in Richtung 95.000 bis 97.000 Dollar grundsätzlich offenhalten. Unterhalb davon steigt dagegen das Risiko, dass die jüngste Erholung wieder an Kraft verliert.
Auf der Unterseite wird zudem die Marke um 82.000 Dollar relevant. Analysten sehen sie als wichtige Unterstützung. Damit entsteht ein ungewöhnliches Bild: Historisch betrachtet fehlt dem aktuellen Bärenmarkt bislang die tiefe Kapitulation früherer Zyklen. Gleichzeitig muss Bitcoin jetzt beweisen, dass die Erholung auch gegen steigende Renditen und erneuten Verkaufsdruck bestehen kann.
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