Mastercard rechnet Kartenzahlungen künftig on-chain ab – mit RLUSD

Mastercard rechnet Kartenzahlungen künftig on-chain ab – mit RLUSD
Mastercard rechnet Kartenzahlungen künftig on-chain ab – mit RLUSD (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Mastercard baut seine Stablecoin-Strategie weiter aus und setzt dabei auch auf Ripple: Der Zahlungsriese will künftig Kartentransaktionen nicht nur über klassische Fiat-Schienen, sondern optional auch direkt „on-chain“ mit regulierten Stablecoins abrechnen. Neu dabei ist Ripple USD (RLUSD), der damit einen Platz in einem besonders wichtigen Einsatzfeld bekommt: dem Settlement im Hintergrund der globalen Zahlungsabwicklung.

Mastercard öffnet Settlement für regulierte Stablecoins

Laut Mastercard soll die Abwicklung für Partner flexibler werden. Geplant sind unter anderem Intraday-Optionen sowie Settlement am Wochenende und an Feiertagen. Zusätzlich will das Unternehmen eine on-chain Kartenabrechnung ermöglichen, bei der ausgewählte, regulierte Stablecoins für die Verrechnung zwischen Issuern, Acquirern und Händlern genutzt werden können.

Wichtig: Mastercard betont, dass die Stablecoin-Abwicklung bestehende Prozesse nicht ersetzen soll. Stattdessen sei es eine Erweiterung auf Netzwerkebene. Sicherheitsstandards, Betrugsprävention und Streitfall-Prozesse sollen dabei erhalten bleiben, während Partner eine zusätzliche Abrechnungsoption bekommen.

RLUSD neben USDC, Paxos-Coins und SoFiUSD: Fokus auf echte Zahlungsinfrastruktur

Für Ripple ist die entscheidende Nachricht die Aufnahme von RLUSD in die Liste der unterstützten Stablecoins. Mastercard nennt in der Ankündigung unter anderem Circle’s USDC, mehrere Paxos-Stablecoins (darunter PYUSD, USDG und USDP), Ripple’s RLUSD sowie SoFiUSD. Unterstützt werden sollen diese Assets über verschiedene Netzwerke, darunter Arbitrum, Base, Canton, Ethereum, Polygon, Solana, Tempo und der XRP Ledger.

Damit rückt RLUSD in einen Bereich, der von vielen Marktbeobachtern als nächster großer Schritt für Stablecoins gesehen wird: weg von der Rolle als Handels- oder Börsenliquidität, hin zu verlässlicher Finanzinfrastruktur im Hintergrund. Gerade beim Settlement zählen Timing und Liquidität. Genau hier will Mastercard ansetzen, um Geldbewegungen schneller und planbarer zu machen, besonders im grenzüberschreitenden Geschäft, im Treasury und bei Auszahlungen.

Mastercards Blockchain-Chef Raj Dhamodharan spricht von der „nächsten Phase“ der Stablecoin-Adoption, in der es vor allem um Nutzen in der realen Welt gehe. Mit zusätzlichen Settlement-Zeitfenstern und on-chain Optionen sollen Partner ihre Liquidität besser steuern können, in einer Wirtschaft, die rund um die Uhr läuft.

Start mit Bank- und Fintech-Partnern, zunächst USA und Lateinamerika

Zum Start erwartet Mastercard Unterstützung durch mehrere Partner, darunter ARQ (früher DolarApp), CBW Bank, Cross River, Lead Bank und Nuvei. Der frühe Fokus liegt auf den USA und Lateinamerika. Weitere Ausbaustufen sollen im Laufe von 2026 folgen, abhängig von regulatorischen Vorgaben. Mastercard stellt auch weitere Regionen, Partner und zusätzliche regulierte Stablecoins in Aussicht.

Ripple wertet die Aufnahme von RLUSD als Signal, dass regulierte Stablecoins für institutionelle Zahlungsströme an Bedeutung gewinnen. Ripple-Manager Jack McDonald bezeichnete die Entwicklung als Bestätigung dafür, dass Blockchain-Technologie bereit für kritische Zahlungsinfrastruktur sei. Auch andere Beteiligte wie Circle und Cross River betonten den praktischen Vorteil: Settlement außerhalb klassischer Bankzeiten und mehr Transparenz bei der Abwicklung.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der XRP-Kurs bei etwa 1,24 US-Dollar.

Teilen
Auch Interessant
17-Milliarden-Dollar-Abfluss-in-einer-Woche-Droht-Bitcoin-der-naechste-Abverkauf
JPMorgan warnt: 32 Bitcoin-Verkauf schürt Dividenden-Sorge
Bitcoin-Sparplan-Anbieter-im-Vergleich-Die-besten-Broker-fuer-regelmaessige-BitcoinKaeufe