MARA verkauft 91% der Q2-Bitcoins und belehnt 18.750 BTC

MARA verkauft 91% der Q2-Bitcoins und belehnt 18.750 BTC
MARA verkauft 91% der Q2-Bitcoins und belehnt 18.750 BTC (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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MARA Holdings hat im zweiten Quartal fast seinen gesamten frisch geminten Bitcoin-Bestand verkauft und zugleich seine Krypto-Reserve als Sicherheit für neue Kredite eingesetzt. Das Bitcoin-Mining-Unternehmen veräußerte 2.213 BTC und damit rund 91,4 % der im Quartal produzierten 2.422 BTC. Parallel nahm MARA neue, mit Bitcoin besicherte Finanzierungen auf, um unter anderem die geplante Übernahme des Kraftwerksstandorts Long Ridge zu unterstützen, den das Unternehmen für KI- und Hochleistungsrechenzentren entwickeln will.

Verkaufte Bitcoin, neue Kredite und hoher Collateral-Einsatz

Laut Quartalsbericht verfügt MARA seit dem 4. August über vollständig ausgeschöpfte Kreditlinien in Höhe von insgesamt 750 Millionen US-Dollar. Davon entfallen 450 Millionen US-Dollar auf Coinbase, einschließlich 300 Millionen US-Dollar neuer Schulden und der Refinanzierung eines bestehenden Darlehens über 150 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt ein weiterer Kredit von 300 Millionen US-Dollar von Two Prime.

Nach Angaben des Unternehmens können die Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, darunter auch für einen Teil der Barzahlung im Zusammenhang mit der geplanten Long-Ridge-Übernahme. Für Investoren besonders wichtig: MARA hat zunächst 18.750 BTC als Sicherheit für diese Finanzierungen hinterlegt.

Zum 30. Juni hielt MARA insgesamt 35.577 BTC. Rein rechnerisch entspricht die neu verpfändete Menge damit rund 52,7 % dieses Bestands. Allerdings liegen zwischen dem Bilanzstichtag und dem Abschluss der Kredite unterschiedliche Zeitpunkte, sodass daraus nicht exakt hervorgeht, wie viel Bitcoin danach tatsächlich noch frei verfügbar war.

Wie groß das Risiko bei fallendem Bitcoin-Kurs ist, bleibt offen

Zum Quartalsende hatte MARA nach eigener Darstellung 26.307 BTC als unbeschränkt verfügbar ausgewiesen. Weitere 4.742 BTC waren verliehen, 4.528 BTC bereits als Sicherheit hinterlegt. Diese beiden Posten summierten sich auf 9.270 BTC. Unklar bleibt jedoch, inwieweit sich diese Zahlen mit den später am 4. August verpfändeten 18.750 BTC überschneiden.

Genau hier liegt ein zentraler Unsicherheitsfaktor: Das Unternehmen nennt keine konkreten Schwellenwerte für Nachschusspflichten, also keine Informationen zu Margin Calls, Besicherungsquoten, Heilungsfristen oder den Bedingungen für eine mögliche Liquidation der hinterlegten Bitcoin. Deshalb lässt sich derzeit nicht berechnen, bei welchem Bitcoin-Preis MARA zusätzliches Collateral stellen müsste oder im Extremfall eine Zwangsveräußerung drohen könnte.

Die Coinbase-Finanzierung verzinst sich mit dem Mittelwert des US-Leitzinskorridors plus 3,875 % und läuft bis August 2028, mit automatischer Verlängerung um ein Jahr, sofern sie nicht gekündigt wird. Das Darlehen von Two Prime trägt einen festen Zinssatz von 7,65 % und hat ebenfalls eine Laufzeit bis August 2028.

Long Ridge ist noch nicht sicher genehmigt

Auch die geplante Übernahme von Long Ridge ist noch nicht vollständig in trockenen Tüchern. Zwar wurde die kartellrechtliche Wartefrist in den USA bereits Mitte Juni vorzeitig beendet, doch nach Angaben von MARA stand Anfang August die Zustimmung der Federal Energy Regulatory Commission noch aus.

Der Kaufvertrag sieht derzeit ein Fristende zum 30. November vor, das unter bestimmten regulatorischen Voraussetzungen bis zum 30. Juni 2027 verlängert werden kann. In bestimmten Fällen könnte zudem eine Abbruchgebühr von 75 Millionen US-Dollar fällig werden.

Finanziell sieht das Bild ebenfalls angespannt aus: MARA meldete für das zweite Quartal 174,9 Millionen US-Dollar Umsatz, aber zugleich einen Nettoverlust von 611,3 Millionen US-Dollar. Darin enthalten war ein Fair-Value-Verlust auf Bitcoin in Höhe von 342,7 Millionen US-Dollar. Für das erste Halbjahr 2026 wies das Unternehmen zudem einen operativen Mittelabfluss von 471,3 Millionen US-Dollar aus.

Unterm Strich hat sich MARA mit den neuen Krediten 600 Millionen US-Dollar frische Liquidität beschafft, dafür aber einen erheblichen Teil seines Bitcoin-Bestands in besicherte Strukturen eingebracht. Wie viel Spielraum dem Unternehmen nach Abschluss der Transaktionen tatsächlich noch bleibt, ist auf Basis der bislang veröffentlichten Daten jedoch nicht klar erkennbar.

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