Zcash könnte nach Ansicht eines bekannten Krypto Investors deutlich unterbewertet sein. Will McEvoy, CIO von Cypherpunk Technologies, sagt, der Markt habe bis heute kein gutes Modell, um Privatsphäre zu bepreisen. Genau deshalb werde ZEC seiner Meinung nach mit einem Abschlag gehandelt, obwohl Überwachung durch Datenanalyse und KI immer stärker zunimmt.
Warum McEvoy Zcash für „falsch bepreist“ hält
McEvoys Kernthese ist klar: „Zcash ist das am stärksten falsch bepreiste Asset in Krypto, weil Privatsphäre das am stärksten falsch bepreiste Gut in der Gesellschaft ist.“ Privatsphäre werde oft ignoriert, weil sie schwer messbar sei. Gleichzeitig sei das mögliche Aufwärtspotenzial „asymmetrisch“, also im Verhältnis zur aktuellen Bewertung besonders groß.
Zur Einordnung nennt McEvoy vor allem Größenvergleiche. Zcash wirke im Vergleich zu vielen Märkten, mit denen es sich überschneiden könnte, winzig. Er stellte Zcash einer Reihe etablierter Größen gegenüber, darunter Bitcoin, Gold, Offshore Vermögen, Stablecoins und Monero. Seine Botschaft: Selbst wenn Zcash nur einen sehr kleinen Anteil dieser Bereiche erreichen würde, könnte das bereits deutliche Kursbewegungen bedeuten.
Die Vergleiche: Bitcoin, Offshore Vermögen, Gold, Stablecoins und Monero
Bitcoin dient ihm als erster Referenzpunkt. Zcash sei klein genug, dass schon ein moderates „Re Rating“ stark wirken könne. In seinem Szenario würde ZEC bei 0,5 Prozent der Bitcoin Bewertung bei etwa 446 US Dollar liegen. Bei 1 Prozent wären es rund 891 US Dollar, bei 2 Prozent etwa 1.782 US Dollar und bei 5 Prozent rund 4.456 US Dollar. Seine zugespitzte Formulierung dazu: „Zcash ist verschlüsseltes Bitcoin.“
Beim Vergleich mit Offshore Vermögen betont McEvoy, dass Menschen seit jeher bereit seien, für Vertraulichkeit zu bezahlen. Wenn Zcash nur 0,1 Prozent des Offshore Marktes abbilden würde, läge der rechnerische ZEC Preis in seinem Modell bei etwa 680 US Dollar. Bei 0,5 Prozent wären es rund 3.402 US Dollar, bei 1 Prozent etwa 6.804 US Dollar. Dazu der Satz: „Zcash ist ein Schweizer Bankkonto in deiner Tasche.“
Auch Gold zieht McEvoy heran, mit dem Argument, dass Goldbesitz in vielen Fällen privat ist, man kann es halten und niemand muss wissen, wie viel man besitzt. Zcash habe ähnliche Eigenschaften, nur digital, transportabel und programmierbar. Seine Beispielrechnungen: etwa 1.048 US Dollar bei 0,05 Prozent von Gold, rund 2.095 US Dollar bei 0,1 Prozent und etwa 10.477 US Dollar bei 0,5 Prozent.
Im Bereich Stablecoins sieht er vor allem ein Problem: Viele Transaktionen seien leicht nachverfolgbar, Wallets würden überwacht. Für Zcash leitet er daraus ebenfalls Szenarien ab. Bei 5 Prozent Anteil am Stablecoin Markt ergäbe sich laut seiner Rechnung rund 939 US Dollar, bei 10 Prozent etwa 1.877 US Dollar und bei 25 Prozent rund 4.692 US Dollar.
Schließlich vergleicht er Zcash mit Monero, dem bekanntesten Privacy Coin. Zcash biete laut McEvoy stärkere Kryptografie, optional transparente Funktionen für Compliance und bessere Skalierung. In seiner Tabelle würde Gleichstand mit Monero etwa 410 US Dollar bedeuten, das Doppelte von Moneros Bewertung etwa 819 US Dollar und das Fünffache etwa 2.047 US Dollar. Sein Fazit: „Der Thron der Privacy Coins ist noch nicht vergeben.“
KI als Treiber: „Angriff“ und „Verteidigung“
Am Ende verbindet McEvoy seine Bewertungsthese mit dem größeren Trend rund um künstliche Intelligenz. „KI ist der Angriff, Zcash ist die Verteidigung“, schreibt er. KI mache Daten immer leichter auswertbar und damit Überwachung effizienter, während Zcash Daten verschlüssele und damit den Einzelnen stärke. Sein Argument: Je leistungsfähiger KI wird, desto wertvoller wird Privatsphäre, nicht weniger.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der ZEC Kurs bei rund 244,77 US Dollar.