Ethereum kämpft nach dem jüngsten Rücksetzer um eine nachhaltige Erholung. Am Sonntag notiert ETH bei rund 2.350 Dollar, nachdem der Kurs am Samstag zeitweise auf etwa 2.285 Dollar gefallen war. Eine neue CryptoQuant-Analyse zeigt nun, warum der Markt zwischen zwei wichtigen Preiszonen feststeckt.
Das Wichtigste in Kürze
- Auffällige On-Chain-Daten: Die durchschnittliche realisierte Kostenbasis bestimmter Binance-Einzahlungsadressen liegt bei rund 2.200 Dollar, bei OKX dagegen bei 2.700 Dollar.
- Zwei unterschiedliche Ausgangslagen: Während die untersuchte Binance-Gruppe rechnerisch im Gewinn liegt, befindet sich die OKX-Gruppe noch im Verlust.
- Entscheidende Kursmarken: Oberhalb von 2.200 Dollar bleibt die Erholungschance bestehen. Bei 2.700 Dollar könnte zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen.
Während eine untersuchte Anlegergruppe noch auf Gewinnen sitzt, wartet eine andere auf die Rückkehr zu ihrer durchschnittlichen Kostenbasis. Daraus entsteht ein möglicher Konflikt für die nächste Ethereum-Rally.
500 Dollar Unterschied: Warum Ethereum-Anleger unterschiedlich reagieren könnten
Im Mittelpunkt der Analyse steht der sogenannte Realized Price. Diese On-Chain-Kennzahl schätzt die durchschnittliche Kostenbasis anhand der Preise, zu denen ETH zuletzt auf der Blockchain bewegt wurde. Bei den untersuchten Binance-Einzahlungsadressen liegt dieser Wert aktuell bei ungefähr 2.200 Dollar.
Für die entsprechende OKX-Adressgruppe beträgt er dagegen rund 2.700 Dollar. Bei einem Ethereum-Kurs von 2.350 Dollar bedeutet das rechnerisch einen Gewinnpuffer von knapp sieben Prozent für die Binance-bezogene Gruppe. Die OKX-bezogene Gruppe liegt hingegen etwa 13 Prozent unter ihrer Kostenbasis.
Warum 2.700 Dollar zur Hürde für die nächste Rally werden könnten
Die unterschiedlichen Einstiegspreise könnten das Verhalten der Anleger beeinflussen. Steigt Ethereum wieder in Richtung 2.700 Dollar, nähert sich die OKX-bezogene Gruppe ihrer rechnerischen Gewinnschwelle.
Einige Marktteilnehmer könnten dann versucht sein, ihre Bestände nach längeren Verlustphasen ohne größeren Verlust zu verkaufen. Solche Verkäufe könnten eine Erholung abbremsen.
Laut CryptoQuant scheiterte bereits eine frühere Aufwärtsbewegung in der Nähe dieser Kostenbasis.
Das ist ein möglicher Hinweis auf Verkaufsdruck, aber kein Beweis. Aus den Daten lässt sich weder erkennen, welche Anleger tatsächlich verkauft haben, noch ob diese Transaktionen den Kursrückgang auslösten.
Die bullische Variante wäre deshalb besonders aussagekräftig: Gelingt Ethereum ein nachhaltiger Anstieg über 2.700 Dollar, wären beide untersuchten Gruppen wieder rechnerisch im Gewinn.
Das könnte die Erholung auf eine breitere Grundlage stellen.
Ethereum muss 2.300 Dollar verteidigen: Was jetzt entscheidend wird
Zunächst steht ETH allerdings vor näherliegenden Hürden. Nach dem jüngsten Rücksetzer wäre die Rückeroberung von 2.400 Dollar ein erstes positives Zeichen. Anschließend müsste Ethereum die Widerstandsregion zwischen 2.480 und 2.500 Dollar überwinden.
Erst darüber würde das größere Ziel von 2.700 Dollar wieder näher rücken. Vom aktuellen Kurs aus entspricht das einem möglichen Plus von rund 15 Prozent.
Auf der Unterseite bleibt die Marke von 2.300 Dollar besonders wichtig. Dort verläuft die Kostenbasis der Binance-bezogenen Gruppe. Fällt ETH nachhaltig darunter, würden beide untersuchten Anlegergruppen rechnerisch ins Minus geraten.
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