Ethereum verliert 29 Prozent seines Open Interest – Anleger werden vorsichtiger

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Ethereum verliert 29 Prozent seines Open Interest – Anleger werden vorsichtiger (Foto KI generiert)
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Am Ethereum-Terminmarkt werden Milliardenpositionen abgebaut. Zwischen dem 21. September und dem 14. Oktober ist das Open Interest auf vier großen Kryptobörsen um insgesamt 2,53 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Das entspricht einem Rückgang von 29,2 Prozent. Während Ethereum aktuell um 2.500 US-Dollar notiert, wächst damit die Frage, ob der Markt lediglich übermäßige Spekulationen abbaut oder bereits eine längere Schwächephase vorbereitet.

Nach Daten einer aktuellen CryptoQuant-Analyse sank das gemeinsame Open Interest der Börsen Binance, Gate, Bybit und HTX von 8,69 Milliarden auf 6,16 Milliarden US-Dollar.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Gate. Dort verringerte sich das Volumen offener Ethereum-Derivate um 43,7 Prozent von 3,43 Milliarden auf nur noch 1,93 Milliarden US-Dollar.

Damit entfallen rund 59 Prozent des gesamten Rückgangs der vier untersuchten Handelsplattformen allein auf Gate.

Auch die anderen Börsen verzeichnen deutliche Veränderungen:

  • HTX: Rückgang um 63,4 Prozent auf 199 Millionen US-Dollar.
  • Bybit: Rückgang um 23,1 Prozent auf 1,00 Milliarden US-Dollar.
  • Binance: Rückgang um 11,4 Prozent auf 3,03 Milliarden US-Dollar.

Das Open Interest beschreibt den Wert noch offener Derivatekontrakte. Sinkt dieser deutlich, kann das darauf hinweisen, dass Marktteilnehmer Positionen schließen, gehebelte Wetten reduzieren oder durch Liquidationen aus dem Markt gedrängt werden.

Ein Rückgang des in US-Dollar gemessenen Open Interest bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass im gleichen Umfang Kapital abgezogen wurde. Auch Veränderungen des Ethereum-Kurses beeinflussen den Wert offener Positionen.

Ethereum zeigt eine auffällige Entwicklung: Der Kurs liegt 60 Prozent höher

Am 26. Juni lag das Open Interest auf Gate bei rund 1,87 Milliarden US-Dollar. Damals notierte Ethereum bei ungefähr 1.560 US-Dollar. Jetzt liegt das Open Interest mit 1,93 Milliarden US-Dollar wieder nahezu auf demselben Niveau, obwohl ETH am 14. Oktober rund 2.500 US-Dollar kostet.

Der Ethereum-Kurs liegt damit noch immer etwa 60 Prozent über seinem damaligen Stand, während sich das Derivatevolumen auf Gate fast vollständig auf das Niveau von Ende Juni zurückgezogen hat. Diese Diskrepanz lässt zwei Interpretationen zu.

Einerseits könnte der deutliche Rückgang ein positives Zeichen für die Marktstabilität sein. Wenn spekulative Positionen geschlossen werden, sinkt möglicherweise das Risiko weiterer Liquidationsketten. Eine Erholung könnte dadurch auf einer weniger stark gehebelten Grundlage stattfinden.

Andererseits kann der Rückgang auch auf eine nachlassende Risikobereitschaft hindeuten. Fehlen neue Käufer und frisches Handelsvolumen, könnte Ethereum Schwierigkeiten bekommen, seine jüngsten Kursverluste nachhaltig auszugleichen.

Demnach erreichte der Anteil von Binance am Ethereum Open Interest der großen zentralisierten Börsen zuletzt rund 49 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2023. Während Gate massiv an offenen Positionen verliert, konzentriert sich ein größerer Teil des Derivatehandels auf Binance.

Diese Kursmarken entscheiden über Erholung oder weiteren Abverkauf

Für Ethereum kommt der Rückgang des Open Interest zu einem empfindlichen Zeitpunkt. Am 14. Oktober notiert ETH im Bereich von rund 2.500 US-Dollar. Zuvor war der Kurs am 12. Oktober zeitweise auf etwa 2.445 US-Dollar gefallen, bevor eine Erholung einsetzte. Damit rückt zunächst die psychologisch wichtige Marke von 2.500 US-Dollar in den Fokus.

Sollte Ethereum diese Zone nicht verteidigen können, könnte der Bereich zwischen 2.445 und 2.400 US-Dollar erneut getestet werden. Dort wird sich zeigen, ob Käufer den Verkaufsdruck auffangen können.

Auf der Oberseite liegt ein erster kurzfristiger Widerstandsbereich zwischen 2.535 und 2.580 US-Dollar. Erst wenn Ethereum diesen Bereich nachhaltig zurückerobert, würde sich das kurzfristige Chartbild verbessern. Diese Marken ergeben sich aus den jüngsten Kursschwankungen und sind keine garantierten Wendepunkte. 

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