Ethereum sendet ein Warnsignal, das Anleger nicht ignorieren sollten. Laut Glassnode liegt nur noch rund 11 Prozent des umlaufenden ETH-Angebots mit mehr als 300 Prozent Gewinn im Plus. Das ist nicht nur ein Zeichen für den jüngsten Marktdruck, sondern zeigt vor allem: Dieser Ethereum-Zyklus hat nie die Gewinnstärke früherer Bullenmärkte erreicht.
In vergangenen Marktphasen stieg der Anteil der ETH-Bestände mit mindestens dreifachem Gewinn zeitweise über 50 Prozent. Genau diese Schwelle blieb diesmal außer Reichweite. Selbst die Marke von 30 Prozent wurde im aktuellen Zyklus nicht überschritten.
Für Glassnode ist das ein klares Zeichen, dass sich das Profitabilitätsprofil von Ethereum gegenüber früheren Zyklen deutlich verdichtet hat.
Warum der Rücksetzer gefährlicher wirkt als gedacht
Der Rückgang auf 11 Prozent ist deshalb brisant, weil Ethereum zuletzt so schwache Werte seit Anfang 2017 kaum noch gesehen hat. Selbst in den Bärenmärkten von 2019 und 2022 war der Anteil stark profitabler ETH-Bestände nicht so niedrig.
The share of ETH supply sitting at more than 3x profit has dropped to 11%, the lowest reading since February 2017.
— glassnode (@glassnode) June 8, 2026
What makes this cycle structurally different?
In the previous two cycles, this cohort exceeded 50% of total supply at peak. This time, that threshold was never… pic.twitter.com/W6TILTLH2B
Das macht den aktuellen Markt besonders heikel. Normalerweise zeigen starke Gewinnzonen in Bullenmärkten, dass viele frühe Käufer komfortabel im Plus liegen und der Markt breite Unterstützung aus vergangenen Akkumulationsphasen hat. Wenn dieser Anteil aber deutlich niedriger bleibt, fehlt ein Stück jener Euphorie und Marktbreite, die frühere Ethereum-Rallyes getragen hat.
Für Anleger bedeutet das: Der aktuelle Zyklus wirkt weniger explosiv als frühere Phasen. Die großen Buchgewinne sind seltener geworden. Damit steigt die Bedeutung kurzfristiger Kurszonen, weil weniger Marktteilnehmer mit massiven Polstern im Gewinn sitzen.
Kurzfristige Käufer stehen weiter unter Druck
Auch die Daten von Santiment zeigen, wie angespannt die Lage bleibt. Der 30-Tage-MVRV, ein Indikator für die durchschnittliche Gewinn- oder Verlustlage kurzfristiger Käufer, liegt bei Ethereum derzeit bei etwa minus 12 Prozent. Bei Bitcoin sind es rund minus 10 Prozent.
Das heißt: Viele Käufer der vergangenen 30 Tage sitzen weiterhin auf Verlusten. Solche Phasen können gefährlich werden, weil enttäuschte Anleger bei weiterer Schwäche verkaufen. Gleichzeitig entsteht genau hier oft auch ein Gegensignal. Wenn kurzfristige Marktteilnehmer bereits deutlich im Minus liegen, kann der Verkaufsdruck nachlassen, sobald schwache Hände aus dem Markt gedrängt wurden.
Der Konflikt ist damit klar: Entweder wird der Rücksetzer zur Bereinigung, bei der langfristige Anleger wieder akkumulieren. Oder Ethereum schafft es nicht, Vertrauen zurückzugewinnen, und die schwache Profitabilität wird zum Vorboten eines tieferen Stimmungsbruchs.
Jetzt entscheidet sich, ob Ethereum wieder Stärke aufbaut
Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob sich der ETH-Kurs kurzfristig erholt. Wichtiger ist, ob wieder mehr Angebot in deutliche Gewinnzonen zurückkehrt. Solange nur ein kleiner Teil der ETH-Bestände massiv im Plus liegt, bleibt der Markt anfälliger für Enttäuschungen.
Ethereum braucht jetzt eine Erholung, die mehr ist als ein kurzer Gegenimpuls. Erst wenn kurzfristige Käufer aus der Verlustzone kommen und der Anteil stark profitabler Bestände wieder steigt, kann sich die Stimmung nachhaltig stabilisieren.
Bis dahin bleibt das Glassnode-Signal ein ernstes Warnzeichen: Dieser Zyklus hat bisher nicht die Kraft früherer Ethereum-Bullenmärkte gezeigt.
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