Ethereum Kurs: Hat der 30-Prozent Anstieg einen Haken?

Ethereum-Kurs-Hat-der-30Prozent-Anstieg-einen-Haken
Ethereum Kurs: Hat der 30-Prozent Anstieg einen Haken? (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
Werbung

Ethereum hat sich innerhalb weniger Tage massiv aus seiner wochenlangen Seitwärtszone gelöst und am 21. August bei 2.517 Dollar geschlossen. Doch hinter dem rund 31-prozentigen Anstieg steckt ein entscheidender Haken: Nicht starke Spot-Käufe haben die Rallye ausgelöst, sondern vor allem die gewaltsame Auflösung von Short-Positionen. Für Anleger wird deshalb jetzt entscheidend, ob echte Nachfrage nachzieht oder der Kurs zurück in die alte Handelsspanne rutscht.

Short-Liquidationen haben Ethereum nach oben katapultiert

Der stärkste Treiber des Kursanstiegs kam vom Derivatemarkt. Die durchschnittlichen Short-Liquidationen der vergangenen sieben Tage erreichten rund 131 Millionen Dollar und lagen damit etwa 1.514 Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Verglichen mit dem 90-Tage-Durchschnitt entspricht das einem Plus von 437 Prozent.

Das bedeutet: Viele Händler hatten auf fallende ETH-Kurse gesetzt und mussten ihre Positionen schließen, als Ethereum nach oben ausbrach. Solche Zwangskäufe können eine Rallye erheblich beschleunigen, sagen aber zunächst wenig darüber aus, wie stark die nachhaltige Nachfrage tatsächlich ist.

Gleichzeitig liegen die Liquidationen von Long-Positionen noch rund 40 Prozent unter ihrem Quartalsdurchschnitt. Der jüngste Anstieg war damit klar von der Bereinigung bärisch positionierter Händler geprägt.

Auch die Finanzierungssätze auf Binance drehen inzwischen wieder positiv. Die durchschnittliche Funding Rate liegt bei etwa 0,01 und damit 25 Prozent über der Vorwoche sowie 95 Prozent über dem 90-Tage-Niveau. Nach Monaten ohne klaren positiven Trend setzen Händler also wieder stärker auf steigende Kurse.

ETH Shorts im August 2026
Quelle CryptoQuant

Die Gefahr: Steigt die spekulative Positionierung schneller als die tatsächliche Nachfrage am Spotmarkt, kann ein Teil der Bewegung ebenso schnell wieder verschwinden.

Ethereum-Netzwerk erwacht wieder – doch ein Warnsignal bleibt

Positiv ist, dass die Aktivität im Ethereum-Netzwerk inzwischen deutlich reagiert. Die Base Fees stiegen innerhalb einer Woche um 189 Prozent, die in Dollar gemessenen verbrannten Gebühren um 251 Prozent und die gesamten Netzwerkgebühren um 138 Prozent.

Nach zwei Monaten mit deutlich schwächerer Gebührenaktivität ist das ein auffälliger Wechsel. Die höhere Nutzung des Netzwerks unterstützt den ETH-Markt zumindest fundamental stärker als während der vorherigen Seitwärtsphase.

Auch auf der Käuferseite im Derivatehandel gibt es Fortschritte. Das Taker-Buy-Volumen stieg um 154 Prozent auf 5,49 Milliarden Dollar und liegt damit über dem Verkaufsvolumen von 5,17 Milliarden Dollar. Aggressive Käufer gewinnen also wieder an Gewicht.

Doch ausgerechnet bei den Einzahlungen auf Handelsplattformen zeigt sich ein anderes Bild. Die durchschnittliche Größe einer Einzahlung fiel auf nur noch 16,1 ETH und liegt damit rund 40 Prozent unter dem 90-Tage-Durchschnitt.

Zwar haben sich die gesamten Zuflüsse innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt, doch die Coins kommen in deutlich kleineren Einzeltransaktionen an. Statt weniger großer ETH-Blöcke verteilt sich das Angebot auf viele kleinere Transfers.

Hinzu kommen starke Schwankungen bei den Nettozuflüssen: Auf einen positiven Netflow von 51.200 ETH am 19. August folgten bereits am nächsten Tag Abflüsse von 49.700 ETH. Das spricht eher für Umschichtungen zwischen Handelsplätzen und Wallets als für einen eindeutigen Verkaufsdruck.

Diese Bestätigung fehlt der Rallye noch

Der entscheidende Schwachpunkt bleibt der Spotmarkt. Der Coinbase Premium Index liegt bei -0,02. Das ist zwar der beste beziehungsweise am wenigsten negative Stand seit mehreren Wochen, bestätigt aber noch keine starke Nachfrage von US-Anlegern.

Genau hier entscheidet sich, ob der jüngste Kurssprung zu einer stabileren Aufwärtsbewegung werden kann. Dreht der Coinbase Premium nachhaltig ins Positive, während Netzwerkgebühren und Kaufdruck hoch bleiben, würde die Rally erstmals eine deutlich stärkere Unterstützung durch echte Spot-Nachfrage erhalten. Die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung über das aktuelle Kursniveau hinaus würde damit steigen.

Kühlt dagegen das Funding wieder ab, bevor Käufer am Spotmarkt übernehmen, droht Ethereum die Rückkehr in Richtung der vorherigen Handelsspanne um 1.870 bis 1.916 Dollar.

Der ETH-Anstieg ist deshalb noch kein Selbstläufer. Die Short-Seller haben den ersten Schub geliefert, das Netzwerk zieht inzwischen mit. Jetzt muss der Spotmarkt bestätigen, dass aus der erzwungenen Rallye echte Nachfrage wird.

Es macht derzeit tatsächlich den Anschein, dass der Krypto-Markt ein bullisches Setup formt und der Boden erreicht wurde. Mehr dazu in diesem Artikel.

Krypto Börsen Vergleich

Welche Krypto Börse passt zu mir?

Vergleiche Krypto Börsen nach Gebühren, Sicherheit, Regulierung und Auswahl und finde den Anbieter, der zu deinen Anforderungen passt.

Gebühren vergleichen Regulierung prüfen Anbieter auswählen
Krypto Börsen vergleichen
Teilen
Inhalt
Auch Interessant
LiquidHacker-fordern-10-von-Blockstream-598-BTC-werden-zum-Druckmittel
Deutschland-Bitcoin-und-KryptoSteuer-vor-dem-Umbruch-Faellt-die-Jahresfrist
XRP-knackt-140-stark-doch-BinanceWhaleSpread-bleibt-fast-unveraendert-Warum-AllCEX-jetzt-auffaellt