Ethereum-Foundation streicht Poseidon aus Quanten-Plan

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Ethereum-Foundation streicht Poseidon aus Quanten-Plan (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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Die Ethereum Foundation hat eine überraschende, aber weitreichende Kursänderung bei ihrer Post-Quantum-Strategie angekündigt. Statt weiter auf die einst gefeierte Hashfunktion Poseidon zu setzen, will man künftig auf bewährte klassische Alternativen wie SHA oder BLAKE zurückgreifen.

Ethereum-Forscher Justin Drake verkündete den Schritt am 13. August auf X – und begründete ihn mit deutlichen technischen Fortschritten, die die bisherige Roadmap überholt haben. Für die langfristige Sicherheit von Ethereum in der Quanten-Ära ist das eine der wichtigsten Entscheidungen seit Jahren.

Was steckt hinter dem Poseidon-Aus?

Poseidon wurde 2019 als spezielle Hashfunktion entwickelt, die besonders effizient mit SNARKs zusammenarbeitet. Über die Jahre hat sich die Technologie zum dominierenden SNARK-freundlichen Hash entwickelt und sichert heute Milliardenwerte in ZK-Rollups und zkVMs ab – ein echter Standard im gesamten Ökosystem.

Doch die technischen Anforderungen haben sich schneller verändert als erwartet. Klassische Hashfunktionen wie SHA2 und BLAKE2s können mittlerweile eine vergleichbare Performance innerhalb eines SNARK erreichen. „Im Nachhinein lag der Schlüssel nicht in SNARK-freundlichen Hashfunktionen, sondern in Hash-freundlichen SNARKs“, bringt Drake das Umdenken auf den Punkt.

Ein zentraler Baustein sind sogenannte Binary Fields. Sie arbeiten mit Bits und passen damit besser zu den booleschen Operationen klassischer Hashfunktionen. Laut Drake lassen sich damit inzwischen rund eine Million herkömmliche Hash-Aufrufe pro Sekunde auf einem einzelnen Laptop beweisen. „Niemand hat eine solche Performance vorhergesagt“, schreibt der Ethereum-Entwickler. Damit fällt der Grund weg, weiter auf die exotischere Poseidon-Lösung zu setzen.

Einordnung: Was das für die Post-Quantum-Strategie bedeutet

Der Schwenk hat handfeste strategische Vorteile. Poseidon ist zwar leistungsfähig, aber vergleichsweise jung – die Kryptoanalyse steht noch am Anfang. Bei sicherheitskritischen Systemen wie einer Layer-1-Blockchain kann das ein reales Problem sein: Wer auf eine relativ neue Hashfunktion setzt, muss über Jahre auf Analyseergebnisse warten, bevor sich echte Sicherheit belegen lässt. „Es gibt keinen Grund mehr, Jahre darauf zu warten, dass die Kryptoanalyse von Poseidon ausreift“, erklärt Drake.

Klassiker wie SHA und BLAKE hingegen sind seit Jahrzehnten im Einsatz, wurden weltweit intensiv geprüft und gelten als extrem robust. Für Ethereum bedeutet der Wechsel damit einen erheblichen Sicherheitsgewinn – und einen deutlichen Zeitvorteil bei der Umsetzung. Vor allem die Entwicklung von leanVM, dem geplanten neuen Ethereum-Ausführungsmodell, dürfte sich beschleunigen. Eine produktionsreife Version wird für 2027 angestrebt, Implementierungen in Ethereums Konsens-, Daten- und Ausführungsschicht könnten 2028 folgen.

Drake ordnet den Schritt zudem in einen größeren Kontext ein: „Heute kann ich mit Überzeugung sagen, dass sich Hash-basierte Kryptografie bei Post-Quantum-Signaturen für Blockchains durchgesetzt hat.“ Damit positioniert sich Ethereum klar in einer Frage, die für alle Blockchain-Netzwerke früher oder später relevant wird – nämlich, wie sie sich gegen die absehbare Bedrohung durch leistungsfähige Quantencomputer wappnen.

Ausblick

Der Poseidon-Abschied ist mehr als eine technische Randnotiz. Er zeigt, dass die Ethereum Foundation bereit ist, auch prominente Design-Entscheidungen zu revidieren, wenn die technologische Entwicklung sie überholt. Für ein Netzwerk, das Milliardenwerte absichert, ist diese Anpassungsfähigkeit entscheidend – gerade in einem Umfeld, in dem Quantencomputer zwar noch keine akute Gefahr sind, aber sicherlich nicht mehr in ferner Zukunft liegen.

Für Anleger und Entwickler bedeutet das: Die Post-Quantum-Roadmap von Ethereum wird konkreter, klarer und schneller umsetzbar. Wer langfristig in ETH investiert oder auf dem Netzwerk baut, dürfte diesen Schritt als positives Signal werten. Kurzfristig ändert sich am Markt zwar wenig, doch mittelfristig könnte gerade die Kombination aus „Lean Ethereum“, Glamsterdam-Upgrade und der neuen Post-Quantum-Ausrichtung Ethereum als führende Layer-1 im Blockchain-Sektor weiter zementieren. Ob 2028 dann tatsächlich der Startschuss für eine quantensichere Ethereum-Version fällt, wird spannend zu beobachten sein.

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