Das Wichtigste in Kürze
- Ethereum kämpft um die Erholung: Nach einem Rückgang auf etwa 2.325 US-Dollar hat sich ETH am Freitag wieder in den Bereich von 2.440 bis 2.460 Dollar vorgearbeitet.
- Weniger Spekulation: Die offenen Ethereum-Positionen auf Binance sanken innerhalb von 30 Tagen um 4,7 Prozent auf rund 6,1 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stiegen die Long-Liquidationen um 47 Prozent.
- ETH-Bestände schrumpfen: Die Ethereum-Reserven auf Binance gingen laut CryptoOnchain um 2,4 Prozent zurück. Das könnte den unmittelbar verfügbaren Verkaufsbestand reduzieren.
- Entscheidende Schwäche: Die USDT-Reserven auf Binance fielen um 2,3 Prozent, während der Coinbase Premium Index mit minus 0,11 auf eine schwache US-Nachfrage hindeutet.
- Diese Marken zählen: Ethereum muss zunächst 2.500 bis 2.550 Dollar zurückerobern. Ein erneuter Rückgang unter 2.325 Dollar würde das Risiko weiterer Verluste erhöhen.
Ethereum zeigt nach dem jüngsten Kursrutsch erste Anzeichen einer Stabilisierung. Doch hinter der Erholung verbirgt sich ein gefährlicher Widerspruch: Während der Verkaufsdruck auf Binance nachlässt und spekulative Positionen abgebaut werden, fehlen weiterhin überzeugende Signale für neue Käufer. Eine aktuelle On-Chain-Analyse legt offen, warum ETH trotz verbesserter Marktstruktur erneut unter Druck geraten könnte.
Der Ethereum-Kurs fiel am Donnerstag zeitweise auf rund 2.325 Dollar, bevor am Freitag eine kräftige Gegenbewegung einsetzte. Zwischenzeitlich erreichte ETH wieder Kurse um 2.460 Dollar. Doch von einer bestätigten Trendwende kann bislang keine Rede sein.
Die jüngste Analyse von CryptoOnchain auf Basis von CryptoQuant-Daten zeigt vielmehr einen Markt, der sich von übermäßiger Spekulation befreit, gleichzeitig aber mit schwacher Nachfrage kämpft.
Ethereum: 47 Prozent mehr Liquidationen – doch der Verkaufsdruck lässt nach
Ein besonders auffälliges Signal liefert der Derivatemarkt auf Binance. Laut CryptoOnchain ist das sogenannte Open Interest bei Ethereum innerhalb von 30 Tagen um 4,7 Prozent auf rund 6,1 Milliarden Dollar gesunken.
Gleichzeitig stiegen die Long-Liquidationen im Zeitraum um 47 Prozent. Das bedeutet, dass verstärkt gehebelte Positionen auf steigende Ethereum-Kurse zwangsweise geschlossen wurden. Solche Liquidationen können Kursverluste kurzfristig erheblich verstärken. Genau darin liegt die mögliche Chance für Ethereum.
Wenn ein großer Teil der spekulativen Long-Positionen bereits aufgelöst wurde, kann das Risiko weiterer liquidationsbedingter Verkäufe sinken. Auch die Funding Rates liefern ein ähnliches Bild.
Zusätzlich meldet CryptoOnchain einen Rückgang der Ethereum-Reserven auf Binance um 2,4 Prozent. Weniger ETH auf einer Krypto-Börse kann bedeuten, dass Anleger ihre Coins in private Wallets, Staking-Lösungen oder andere Verwahrformen übertragen.
Binance verliert 175 Millionen Dollar an USDT – hier liegt das eigentliche Problem
Während sich die Lage bei gehebelten Ethereum-Positionen entspannt, liefern die Liquiditätsdaten ein deutlich vorsichtigeres Bild. Nach Angaben von CryptoOnchain sind die USDT-Reserven auf Binance um 2,3 Prozent gesunken.
Stablecoins wie Tether (USDT) spielen für den Kryptomarkt eine entscheidende Rolle. Sie werden von Anlegern häufig genutzt, um Kryptowährungen zu kaufen. Wenn größere Mengen an Stablecoins eine Handelsplattform verlassen, kann das darauf hindeuten, dass dort weniger sofort verfügbare Kaufkraft vorhanden ist.
Hinzu kommt ein weiteres Warnsignal aus den USA. Der Coinbase Premium Index liegt laut CryptoOnchain bei minus 0,11. Dieser Indikator vergleicht die Ethereum-Preise auf Coinbase mit denen einer Referenzbörse. Ein negativer Wert bedeutet, dass ETH auf Coinbase günstiger gehandelt wird.
Das wird häufig als Hinweis auf eine schwächere Nachfrage amerikanischer Marktteilnehmer interpretiert, ist aber kein direkter Nachweis institutioneller Verkäufe.
Ethereum bei 2.550 Dollar: Was jetzt über Erholung oder nächsten Absturz entscheidet
Langfristig liefert die Ethereum-Blockchain durchaus positive Signale. Laut CryptoOnchain befinden sich inzwischen rund 36,1 Prozent des ETH-Angebots im Staking.
Der Indikator erreicht damit das 98,6. Perzentil seiner historischen Datenreihe und liegt nahe dem höchsten Niveau des untersuchten Zeitraums. Ein hoher Staking-Anteil kann das kurzfristig frei verfügbare Angebot reduzieren und auf eine längerfristige Bindung von Kapital hindeuten.
Für Anleger rücken jetzt vor allem zwei Kursbereiche in den Mittelpunkt. Auf der Oberseite bildet die Zone zwischen 2.500 und 2.550 Dollar einen wichtigen Widerstand. Erst wenn Ethereum diesen Bereich mit überzeugender Nachfrage zurückerobert, würden sich die Chancen auf eine weiterreichende Erholung verbessern.
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