Die Research Firma Culper Research hat eine Short Position auf Ethereum eröffnet und wettet damit auf fallende Kurse. In einem Beitrag auf X begründet das Team den Schritt mit einer aus ihrer Sicht deutlich schlechteren Wirtschaftlichkeit von Ethereum seit dem Fusaka Upgrade im Dezember 2025. Zusätzlich verweist Culper auf die jüngsten ETH Verkäufe von Vitalik Buterin als Signal dafür, dass noch mehr Abwärtsdruck bevorstehen könnte.
Warum Culper auf fallende ETH Kurse setzt
Culper argumentiert, dass die Änderungen durch Fusaka die Gebühren Dynamik auf Layer 1 stärker verschoben haben als viele erwartet hatten. Konkret nennt die Firma eine Erhöhung des Gas Limits von 45 auf 60 Millionen, die mehr Kapazität auf der Basisschicht schaffen sollte. Laut Culper gingen einige Schätzungen davon aus, dass die Gebühren dadurch nur um 10 bis 30 Prozent sinken würden.
Nach Darstellung von Culper fiel die Realität allerdings deutlich härter aus. Die On Chain Gebühren seien um rund 90 Prozent eingebrochen. Die Führung und viele Validatoren hätten die Nachfrage Elastizität falsch eingeschätzt, und das auf Basis von Rechenmodellen, die noch aus Zeiten vor EIP 1559 und vor dem starken Wachstum der Layer 2 Systeme stammten.
Diese Gebühren Kompression habe direkte Folgen für Validatoren und Staking Anreize. Culper behauptet, dass Validatoren nun 40 bis 50 Prozent weniger Trinkgelder pro Gas sehen. Das senke die Renditen und damit auch die Attraktivität von Staking. In der Folge könne das laut Culper auch die Erzählung von wachsender institutioneller Nachfrage schwächen. Der bisherige positive Kreislauf, so die These, laufe jetzt in die andere Richtung.
Mehr Aktivität, aber laut Culper kaum echte Nutzung
Ein zentraler Punkt im Streit ist die Interpretation der gestiegenen Netzwerk Aktivität nach Fusaka. Culper stellt dabei den bekannten Ethereum Bullen Tom Lee als Gegenpol dar. Lee argumentiere, Ethereum sei nicht in einer Abwärtsspirale, weil die Utility steige, gestützt durch mehr aktive Adressen und mehr Transaktionen.
Culper widerspricht und sagt, die Zunahme sei zu großen Teilen nicht organisch. In der Auswertung von On Chain Daten zwischen Januar 2025 und Februar 2026 komme man zum Schluss, dass ein erheblicher Anteil der neuen Wallets und Transaktionen mit Address Poisoning und Wallet Dusting zusammenhängt, also mit günstigen Spam und Scam Methoden, die durch billigen Blockspace attraktiver werden. Culper behauptet, 95 Prozent des Wachstums neuer Wallets lasse sich durch neu erstellte Dusting Wallets erklären. Außerdem seien Poisoning Attacken deutlich gestiegen, sie hätten sich mehr als verdreifacht und würden inzwischen einen spürbaren Anteil am gesamten Transaktionsaufkommen ausmachen.
Zur Untermauerung schreibt Culper, man habe selbst zwei neue Wallets erstellt und schnelle Angriffe beobachtet. Daraus leitet das Team ab, dass die sichtbare Aktivität nicht automatisch höhere echte Nachfrage bedeute, sondern teilweise auch durch Missbrauch getrieben sein könne.
Buterins Verkäufe als zusätzliches Warnsignal
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt in Culper Bericht die Rolle von Vitalik Buterin. Die Firma stellt seine jüngsten Verkäufe als Hinweis darauf dar, dass es hinter den Kulissen Probleme gebe. Demnach habe Buterin am 30. Januar angekündigt, 16.384 ETH zu verkaufen, um die Finanzen der Ethereum Foundation in einer sogenannten Sparphase abzusichern. Seitdem habe er laut Culper bereits über 19.300 ETH verkauft.
Culper interpretiert das als informierten Verkauf und nicht als normale Mittelverwaltung. Gleichzeitig weitet das Team seine These aus und sagt, Ethereum verliere Anteile, sowohl an Solana als auch an die eigenen Layer 2 Netzwerke. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der ETH Kurs bei rund 2.080 US Dollar.