Bitcoin und Ethereum bekommen kräftigen Rückenwind von der Wall Street: Citi hat sein 12-Monats-Kursziel für Bitcoin von 82.000 auf 113.000 US-Dollar angehoben. Für Ether steigt das Ziel von 2.240 auf 3.028 US-Dollar. Als Gründe nennt die Bank stärkere Krypto-Aktivität, ein unterstützendes Makroumfeld und die Rückkehr von Kapitalzuflüssen.
Gerade der letzte Punkt gewinnt jetzt an Gewicht. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am 1. Oktober netto 102,7 Millionen US-Dollar Zuflüsse. Damit drehte der Markt nach den Abflüssen vom Vortag wieder deutlich ins Plus. Für das bullischere Citi-Szenario ist das ein wichtiger Faktor.
113.000 Dollar: Darum wird Citi bei Bitcoin optimistischer
Bitcoin wird aktuell bei rund 84.700 US-Dollar gehandelt und liegt damit noch deutlich unter dem neuen Citi-Ziel von 113.000 Dollar. Gegenüber der bisherigen Prognose von 82.000 Dollar hebt die Bank ihre Zielmarke um knapp 38 Prozent an.
Bei Ethereum fällt der Abstand zum neuen Ziel kleiner aus. ETH notiert derzeit im Bereich von rund 2.700 US-Dollar, während Citi für die kommenden zwölf Monate 3.028 Dollar ansetzt. Auch hier wurde die bisherige Prognose von 2.240 Dollar deutlich angehoben.
Hinter der Neubewertung steht vor allem die Erwartung, dass sich die Aktivität am Kryptomarkt weiter stabilisiert und zusätzliches institutionelles Kapital zurückkehrt. Citi rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit insgesamt rund 5 Milliarden US-Dollar an neuen Krypto-Zuflüssen.
Dabei soll Kapital von Finanzberatern und Brokern schrittweise in den Markt gelangen. Genau diese Entwicklung könnte entscheidend dafür werden, ob Bitcoin das deutlich höhere Kursziel überhaupt erreichen kann.
Bitcoin-ETFs liefern plötzlich starken Rückenwind
Die aktuellen ETF-Daten passen bei Bitcoin inzwischen deutlich besser zu diesem Szenario als zunächst angenommen.
Laut Farside Investors flossen den US-Spot-Bitcoin-ETFs am 1. Oktober netto 102,7 Millionen US-Dollar zu. Allein BlackRocks IBIT verbuchte 195,6 Millionen Dollar an Zuflüssen. Belastet wurde die Bilanz unter anderem durch Fidelitys FBTC mit Abflüssen von 60,7 Millionen Dollar und Grayscales GBTC mit minus 31,4 Millionen Dollar.
Einen Tag zuvor hatte der Gesamtmarkt noch 148,7 Millionen Dollar Nettoabflüsse verzeichnet. Der schnelle Wechsel zurück ins Plus zeigt, wie stark die täglichen Kapitalströme momentan schwanken.
Entscheidender ist deshalb der etwas längere Blick: Seit dem 21. September summieren sich die Nettozuflüsse in die US-Spot-Bitcoin-ETFs auf rund 2,44 Milliarden Dollar. Besonders stark waren der 21. September mit 999 Millionen Dollar und der 22. September mit 714,7 Millionen Dollar.
Damit erhält eine zentrale Annahme von Citi derzeit tatsächlich Unterstützung: Institutionelles Kapital fließt wieder verstärkt in Bitcoin-Produkte.
Bei Ethereum ist das Bild allerdings schwächer. Die US-Spot-Ether-ETFs verzeichneten am 1. Oktober netto 48,5 Millionen Dollar Abflüsse, nachdem bereits am 30. September 59,6 Millionen Dollar abgeflossen waren.
Jetzt entscheidet sich, ob aus den Zuflüssen ein Trend wird
Für Bitcoin ist deshalb weniger ein einzelner ETF-Tag entscheidend als die Frage, ob die aktuelle Serie hoher Nettozuflüsse Bestand hat.
Sollten institutionelle Anleger weiterhin Kapital in die Spot-ETFs lenken, würde das einen der wichtigsten Bausteine des Citi-Szenarios stärken. Vor allem die rund 2,44 Milliarden Dollar Nettozuflüsse seit dem 21. September zeigen, dass die Nachfrage zuletzt erheblich angezogen hat.
Drehen die Kapitalströme dagegen erneut über mehrere Handelstage ins Minus, würde einer der zentralen Treiber hinter dem 113.000-Dollar-Szenario an Kraft verlieren.
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