Im „Crypto Prime“-Podcast äußert sich Robbie Mitchnick, Global Head of Digital Assets bei BlackRock, zu möglichen XRP- und Solana-ETFs. Er stellt klar: Produktideen allein reichen nicht – entscheidend sind Nachfrage, Marktstruktur und Portfolio-Logik.
XRP-ETF: Nachfrage entscheidet
Im Interview mit Nate Geraci im „Crypto Prime“-Podcast wurde Robbie Mitchnick, der weltweite Leiter des Digital-Asset-Bereichs bei BlackRock, direkt auf die Möglichkeit eines Spot-XRP-ETFs angesprochen.
My conversation w/ BlackRock's @robbiemitchnick…
— Nate Geraci (@NateGeraci) September 25, 2025
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Geraci erinnerte daran, dass er öffentlich prognostiziert habe, BlackRock werde nach den Erfolgen mit Bitcoin- und Ether-ETFs auch Produkte für XRP und Solana auflegen. Mitchnick wich einer direkten Bestätigung aus, gab aber einen tiefen Einblick in die Entscheidungslogik des Hauses:
„Es gibt viele Faktoren, die in diesen Prozess einfließen, aber der größte Treiber ist letztlich unser Kunde. Was ist die Nachfrage? Welchen Investment-Case sehen die Anleger? Und welches Problem lösen wir für sie?“
BlackRock prüfe fortlaufend Kriterien wie Marktkapitalisierung, Liquidität und Reifegrad eines Assets, ebenso wie die Klarheit des Investment-Case und die Rolle innerhalb einer diversifizierten Anlagestrategie. Damit sei der Prozess „kein einzelner Moment, sondern eine ständige Evaluation“.
Bitcoin vs. Ethereum: unterschiedliche Rollen
Das Gespräch verdeutlichte auch, wie BlackRock Bitcoin und Ethereum in Kundenportfolios klar unterscheidet.
- Bitcoin (IBIT-ETF): Mit einem Vermögen von über 85 Mrd. US-Dollar seit dem Start im Januar 2024 dient BTC für viele institutionelle Anleger als eine Art „digitales Gold“ – ein knappes, dezentrales und nicht-staatliches Asset mit eigenständigen Risiko- und Ertragsfaktoren.
- Ethereum (ETHA-ETF): Seit Juli 2024 hat der Fonds rund 16 Mrd. US-Dollar eingesammelt. Mitchnick wies den Vorwurf zurück, Ether-ETFs seien ein „Flop“ – ETHA sei immerhin der drittschnellste ETF aller Zeiten, der die Marke von 10 Mrd. Dollar erreichte. Allerdings sei Ethereum komplexer: eine Wette auf Blockchain-Adoption und digitale Assets insgesamt, bei der unklar sei, wie viel Wert langfristig im Ether-Token selbst hängen bleibt.
Während Bitcoin daher eine hohe Durchdringung im institutionellen Segment erreicht hat, bleibe Ethereum bisher stark von Direktinvestoren getragen.
Der Weg zur nächsten Nachfragewelle
Mitchnick betonte, dass es in den USA noch frühe Tage für institutionelle Adaption seien. Viele Banken und Vermögensverwalter böten nur „Execution only“-Zugänge, doch noch nicht die Möglichkeit, aktiv im Kundenauftrag zu investieren.
Einige große Häuser hätten jedoch begonnen, Krypto in ihre Modellportfolios zu integrieren – darunter auch BlackRock selbst, das Anfang 2025 erstmals IBIT in ein Modellportfolio aufgenommen habe. Für eine breitere Akzeptanz sei zudem entscheidend, dass Bitcoin in Stressphasen unabhängig von Aktienmärkten performe, um seine Rolle als Diversifikator zu festigen.
SEC-Regeln bringen Tempo – aber keine Garantie
Mit Blick auf die jüngst verabschiedeten generischen Listing-Standards der SEC nannte Mitchnick den Schritt „pragmatisch“ und „unterstützend für Innovation“. Durch klare Standards werde der Genehmigungsprozess für neue Krypto-ETPs beschleunigt.
Für ein mögliches XRP- oder Solana-Produkt bedeutet das: Die regulatorische Tür steht prinzipiell offen, doch BlackRock wird nur dann handeln, wenn vier zentrale Kriterien erfüllt sind:
- Glaubwürdige Kundennachfrage
- Ein klarer Investment-Case
- Ausreichende Marktgröße und Liquidität
- Ein klarer Platz im Portfolio-Kontext
Mitchnick hat keine Ankündigung gemacht, aber zwischen den Zeilen klar definiert, wann BlackRock neue Krypto-ETFs auflegt. Ob XRP bald in dieser Liga spielt, hängt nicht nur vom regulatorischen Rahmen ab, sondern vor allem davon, ob Anleger und Institutionen es als unverzichtbares Investment betrachten.