BlackRock dreht am ETHA-Preis-1:3 Split soll Spreads senken

BlackRock dreht am ETHA-Preis-1:3 Split soll Spreads senken
BlackRock dreht am ETHA-Preis-1:3 Split soll Spreads senken (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

BlackRock plant bei seinem Spot-Ethereum-ETF iShares Ethereum Trust (ETHA) einen Reverse Split im Verhältnis 1 zu 3. Für Anleger ändert sich am Wert ihrer Position dadurch zunächst nichts. Die Maßnahme dürfte aber den Aktienkurs des Fonds optisch anheben und den Handel effizienter machen. Nach Einschätzung von Bloomberg-Analyst Eric Balchunas könnte ETHA damit beim Spread deutlich günstiger werden als der direkte Kauf von Ethereum über einfache Krypto-Kaufdienste wie bei Coinbase.

Was BlackRock mit dem Reverse Split bezweckt

Laut einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Mitteilung wurde der Reverse Split am 31. Juli genehmigt. Aktionäre, die am 5. Oktober ETHA halten, erhalten für jeweils drei Anteile einen neuen Anteil. Der split-bereinigte Handel an der Nasdaq soll am 6. Oktober beginnen.

Ein Reverse Split gilt an den Aktienmärkten oft als Warnsignal, weil er häufig von schwächeren Unternehmen genutzt wird, um einen niedrigen Kurs künstlich anzuheben. Bei ETHA dürfte die Lage jedoch anders sein. BlackRock nennt zwar keinen konkreten Grund, doch der Emissionsprospekt erlaubt solche Schritte, wenn sich der Börsenpreis aus Sicht des Sponsors außerhalb einer gewünschten Handelsspanne bewegt.

ETHA ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Der Anteilspreis liegt derzeit bei rund 14,15 US-Dollar und damit mehr als 37 Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Hintergrund ist vor allem die schwache Entwicklung von Ethereum selbst: Der Kurs der Kryptowährung sank im selben Zeitraum von über 3.200 Dollar auf zuletzt etwa 1.870 Dollar.

Trotzdem bleibt ETHA der größte Spot-Ethereum-ETF in seiner Kategorie. Der Fonds verwaltete zuletzt rund 5,4 Milliarden US-Dollar und sammelte seit dem Start kumulierte Nettozuflüsse von mehr als 11 Milliarden Dollar ein. Beim reinen Stückpreis lag ETHA aber zuletzt unter konkurrierenden Produkten wie denen von Grayscale, Morgan Stanley oder VanEck.

Durch den Reverse Split würde der Kurs rechnerisch von etwa 14,15 Dollar auf 42,45 Dollar steigen. Gleichzeitig würde sich die Zahl der ausstehenden Anteile von ungefähr 384 Millionen auf 128 Millionen verringern. Wichtig ist: Am Gesamtwert für Anleger ändert das nichts. Wer vor dem Split 300 Anteile im Wert von 4.245 Dollar hält, hätte danach 100 Anteile mit demselben Gesamtwert – vorausgesetzt, der Ethereum-Kurs bleibt stabil.

Warum ETHA beim Handel noch günstiger werden könnte

Spannend ist vor allem der mögliche Effekt auf die Handelskosten. Laut Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas könnte sich der Bid-Ask-Spread von ETHA von bisher etwa sieben Basispunkten auf rund zwei Basispunkte verringern, wenn der Anteilspreis nach dem Reverse Split bei etwa 42 Dollar liegt.

Der Grund ist einfach: Ein Spread von einem Cent fällt bei einem höheren Anteilspreis prozentual weniger ins Gewicht. Aktuell entspricht ein Cent bei einem ETHA-Kurs von 14,15 Dollar etwa 0,071 Prozent. Nach dem Reverse Split wären es bei 42,45 Dollar nur noch rund 0,024 Prozent – sofern Market Maker den Fonds weiter mit einem ähnlichen absoluten Spread stellen.

Balchunas vergleicht diesen Wert mit den Kosten, die Privatanleger beim direkten Kauf von Kryptowährungen oft zahlen. Nach seinen Angaben lagen die Kosten bei einigen über Ledger verfügbaren Anbietern bei rund 150 Basispunkten. Bei der einfachen Kauf-Funktion von Coinbase seien es etwas weniger, etwa 140 Basispunkte, gewesen.

Auf dieser Basis könnte eine Coinbase-Transaktion im Vergleich zum erwarteten ETHA-Spread also rund 70-mal teurer sein. Selbst ein direkter Kryptokauf mit nur 40 Basispunkten wäre noch etwa 20-mal teurer als der mögliche ETF-Spread nach dem Split.

ETF und Direktkauf bleiben zwei verschiedene Produkte

Ganz gleichsetzen darf man beides allerdings nicht. Ein ETF wie ETHA bietet nur ein börsengehandeltes Ethereum-Exposure im Depot. Wer direkt ETH kauft, kann die Coins auf eine eigene Wallet auszahlen, selbst verwahren oder in DeFi-Anwendungen und anderen On-Chain-Diensten nutzen. Außerdem erhebt der ETF zusätzlich eine laufende Sponsorengebühr.

Trotzdem zeigt der Schritt von BlackRock, wie stark große ETF-Anbieter auch auf kleine Handelskosten achten. Der Reverse Split dürfte die Verluste von ETHA nicht ungeschehen machen. Er könnte den Fonds aber optisch aufwerten, seine Position als größter Ethereum-ETF unterstreichen und den Handel für Anleger noch günstiger machen als viele einfache Krypto-Kaufangebote.

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