Bitcoin steht an einer Stelle, an der sich die jüngste Erholung als gefährliche Falle für die Bullen entpuppen könnte. Der Kurs hat sich zwar deutlich von seinen vorherigen Tiefs gelöst, doch genau dort, wo eine nachhaltige Trendwende bestätigt werden müsste, wartet weiterhin der übergeordnete Makro-Abwärtstrend.
Der Krypto-Analyst Rekt Capital warnt deshalb vor einem Szenario, das für Anleger schnell unangenehm werden könnte: Scheitert Bitcoin erneut an diesem Widerstand und bestätigt damit ein weiteres tieferes Hoch, könnten zunächst 72.400 Dollar und danach 66.200 Dollar wieder in den Fokus rücken.
Besonders kritisch wird es, wenn diese Bereiche nach einem Bruch anschließend von unten als neuer Widerstand getestet werden. Dann könnte der Markt laut seiner Analyse noch deutlich tiefer abrutschen.
Deep Dive: Warum der Bitcoin-Anstieg zur Bullenfalle werden könnte
Auf den ersten Blick hat sich das technische Bild für Bitcoin deutlich verbessert. BTC konnte zuletzt wichtige gleitende Durchschnitte zurückerobern und sich wieder bis an den langfristigen Abwärtstrend heranschieben. Doch genau hier liegt das Problem.
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Weitere InformationenEine starke Erholung innerhalb eines Bärenmarktes ist noch keine neue Hausse. Entscheidend ist nicht nur, wie weit Bitcoin steigt, sondern ob der Kurs anschließend oberhalb der zurückeroberten Widerstände bleiben kann.
Rekt Capital verweist dabei auf ein Muster, das Bitcoin bereits mehrfach gezeigt hat. Nach vermeintlichen Ausbrüchen über zuvor wichtige Preiscluster kehrte der Kurs wieder in die alte Handelsspanne zurück. Besonders problematisch wurde es, wenn Bitcoin anschließend per Wochenschluss unter die entscheidende Unterstützung fiel und diese Zone von unten erneut testete. Aus einer ehemaligen Unterstützung wurde dadurch Widerstand.
Genau dieser Mechanismus könnte jetzt erneut entscheidend werden. Ein kurzfristiger Ausbruch nach oben wäre deshalb noch kein Freifahrtschein für die Bullen. Sollte BTC am Makro-Abwärtstrend scheitern und wieder nach unten drehen, könnte der aktuelle Anstieg rückblickend lediglich als Bear-Market-Relief-Rallye gelten, also als kräftige Zwischenerholung innerhalb eines weiterhin intakten übergeordneten Abwärtstrends.
Das Warnsignal ist dabei die Struktur der Hochpunkte. Bitcoin bildet auf der übergeordneten Zeitebene weiterhin sogenannte Lower Highs, also tiefere Hochs. Jeder neue Erholungsversuch endet damit bislang unterhalb des vorherigen entscheidenden Hochs.
Solange dieses Muster nicht gebrochen wird, kontrollieren die Bullen den langfristigen Trend noch nicht. Rekt Capital bringt das Problem auf einen einfachen Nenner: Bitcoin muss den Makro-Abwärtstrend nicht nur kurz überschreiten, sondern diesen nachhaltig überwinden. Erst dann würde sich das technische Bild grundlegend verändern.
Hinzu kommt der Zeitpunkt. Der bevorstehende Monatsabschluss für August gewinnt dadurch erheblich an Bedeutung. Ein Monatsschluss unter dem Makro-Abwärtstrend und der angrenzenden Widerstandszone würde nach Einschätzung des Analysten das bestehende Macro Lower High weiter festigen. Ein überzeugender Schluss darüber wäre dagegen ein erster Schritt hin zu einer neuen langfristigen Aufwärtsstruktur.
Diese zwei Bitcoin-Marken könnten den nächsten Abverkauf auslösen
Sollte die Ablehnung tatsächlich einsetzen, wird zunächst die Zone um 72.400 Dollar entscheidend. Dabei ist nicht nur wichtig, ob Bitcoin diese Marke kurzfristig erreicht oder unterschreitet. Viel gefährlicher wäre ein vollständiger Bruch mit anschließendem gescheiterten Versuch, die Zone zurückzuerobern.
Genau dieser sogenannte bärische Retest würde aus einer bisherigen Unterstützung einen neuen Widerstand machen. Rekt Capital sieht darin ein mögliches Bestätigungssignal für weitere Verluste. Scheitert BTC nach einem Bruch von 72.400 Dollar bei der Rückeroberung dieser Marke, könnte sich der Verkaufsdruck nach seiner Einschätzung bis in den mittleren bis oberen Bereich der 60.000er ausweiten.
Damit wäre allerdings noch nicht automatisch der Boden erreicht. Die zweite und möglicherweise deutlich gefährlichere Marke liegt bei rund 66.200 Dollar. Auch hier gilt: Ein kurzer Rücksetzer unter die Zone wäre weniger relevant als die Reaktion danach. Wird 66.200 Dollar aufgegeben und anschließend von unten als Widerstand bestätigt, könnte sich das technische Bild deutlich verschlechtern.
In diesem Szenario rücken die niedrigen 60.000er-Dollar-Bereiche wieder in Reichweite. Rekt Capital nennt genau diese Möglichkeit als Konsequenz eines gescheiterten Retests der 66.200-Dollar-Zone. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig.
Ein Rückgang von den aktuellen Hochs wäre zunächst lediglich eine Korrektur nach einer starken Erholung. Erst wenn zentrale Unterstützungen brechen und danach nicht mehr zurückerobert werden, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass aus einer normalen Bereinigung ein neuer Abwärtsschub wird.
Analyse: Was die bärische Bitcoin-These jetzt entkräften würde
Trotz des erhöhten Risikos ist der nächste Abverkauf keineswegs garantiert. Und genau hier liegt die entscheidende Grenze zwischen einem bärischen Szenario und einer bestätigten Trendwende.
Bitcoin müsste den Makro-Abwärtstrend überzeugend überwinden und anschließend zeigen, dass der Markt oberhalb dieser Zone bleiben kann. Besonders wichtig wäre dabei, dass das bisherige Macro Lower High invalidiert wird.
Rekt Capital weist darauf hin, dass Bitcoin zuletzt die 50-Wochen-EMA halten konnte. Dieser gleitende Durchschnitt kann in Bärenmärkten jedoch als Widerstand fungieren. Ein kurzfristiger Aufenthalt darüber reicht deshalb nicht aus. Entscheidend ist, ob BTC dort nachhaltige Kursstabilität entwickelt und gleichzeitig den darüberliegenden Makro-Widerstand durchbricht.
Gelingt ein überzeugender Monatsschluss oberhalb des Makro-Abwärtstrends und kann die zurückeroberte Zone anschließend als Unterstützung verteidigt werden, verliert die bärische Interpretation erheblich an Gewicht. Rekt Capital sieht einen solchen Ausbruch sogar als möglichen Beginn des Übergangs in einen neuen Makro-Aufwärtstrend.
Auch die längerfristige Analyse des Analysten zeigt, warum: Bereits zuvor hatte Rekt Capital auf zunehmend schwächere Erholungsbewegungen, tiefere Hochs und frühere Unterstützungen hingewiesen, die Gefahr liefen, zu neuen Widerständen zu werden. Diese Struktur interpretierte er als Zeichen nachlassenden Kaufdrucks innerhalb des übergeordneten Bärenmarktes.
Damit steht Bitcoin jetzt vor einer ungewöhnlich klaren technischen Entscheidung. Bleibt BTC oberhalb der zurückgewonnenen Durchschnittslinien, durchbricht den Makro-Abwärtstrend und beendet die Serie tieferer Hochs, könnte sich die aktuelle Erholung tatsächlich als Beginn einer größeren Trendwende erweisen.