Bitcoin unter Druck: Verkaufsdruck kommt nicht von Minern

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Bitcoin unter Druck: Verkaufsdruck kommt nicht von Minern (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin steht erneut unter Druck, doch der Ursprung des Verkaufsdrucks ist entscheidend. Neue On-Chain-Daten zeigen, dass mehr BTC zu Binance fließen als von der Börse abgezogen werden. Genau diese Bewegung ist jetzt kritisch, denn steigende Bestände auf der größten Handelsplattform der Welt erhöhen das Risiko kurzfristiger Verkäufe.

Der Binance Exchange Netflow liegt bei +623 BTC. Das bedeutet: Anleger transferieren netto mehr Bitcoin auf die Börse. Solche Zuflüsse sind kein automatisches Verkaufssignal, aber sie erhöhen die verfügbare Menge an BTC, die sofort gehandelt oder verkauft werden kann. In einer ohnehin sensiblen Marktphase kann genau das den Druck auf den Kurs verstärken.

Warum Binance-Zuflüsse jetzt zum Warnsignal werden

Binance gilt als einer der wichtigsten Liquiditätsplätze im Kryptomarkt. Wenn dort mehr Bitcoin landet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Marktteilnehmer verkaufen wollen oder sich zumindest darauf vorbereiten. Besonders gefährlich wird diese Konstellation, wenn Käufer nicht stark genug auftreten, um das zusätzliche Angebot aufzunehmen.

Der entscheidende Punkt: Der aktuelle Druck wirkt nicht wie eine klassische Kapitulation der Miner. Vielmehr deutet die Datenlage darauf hin, dass andere Anlegergruppen ihre Coins auf die Börse verschieben. Damit entsteht Verkaufsliquidität, ohne dass bereits eine breite Gewinnmitnahme im Markt sichtbar wäre.

Miner halten sich zurück, obwohl die Einnahmen schwach bleiben

Der Puell Multiple liegt bei 0,62 und zeigt damit, dass die Einnahmen der Miner weiterhin unter ihrem historischen Durchschnitt liegen. Normalerweise kann eine solche Situation zusätzlichen Druck erzeugen, weil Miner bei schwacher Profitabilität gezwungen sein könnten, BTC zu verkaufen.

Selling Pressure BTC - NUPL
Quelle CryptoQuant

Genau das scheint aktuell aber nicht der Haupttreiber zu sein. Trotz niedrigerer Einnahmen wirken Miner nicht wie die Gruppe, die den Markt mit zusätzlichem Angebot belastet. Das ist wichtig, weil starker Miner-Verkaufsdruck oft ein deutlich härteres Stresssignal wäre. Der aktuelle Druck kommt eher von Anlegern, die ihre Positionen absichern, reduzieren oder kurzfristig Liquidität schaffen wollen.

Die Stimmung bleibt weit von Euphorie entfernt

Auch der NUPL-Wert von 0,16 passt zu diesem Bild. Er zeigt, dass die unrealisierten Gewinne vieler Marktteilnehmer noch vergleichsweise gering sind. Der Markt befindet sich damit nicht in einer Phase breiter Euphorie, in der Anleger massenhaft hohe Gewinne realisieren.

Das macht die Lage ambivalent. Einerseits spricht der niedrige NUPL-Wert dagegen, dass eine große Welle klassischer Gewinnmitnahmen läuft. Andererseits zeigt er auch, dass viele Anleger kaum Puffer haben. Wer nur leicht im Gewinn liegt oder bereits Verluste sieht, reagiert in schwachen Marktphasen oft schneller mit Verkäufen.

Für Bitcoin zählt jetzt vor allem, ob die zusätzlichen BTC auf Binance tatsächlich auf den Markt geworfen werden oder ob es bei einer defensiven Positionierung bleibt. Halten Käufer dagegen, kann der Druck abgefedert werden. Kommt jedoch weiterer Zufluss auf die Börse hinzu, steigt das Risiko eines echten Abverkaufs. Genau diese Binance-Ströme werden jetzt zur Linie, an der sich entscheidet, ob der Markt nur nervös bleibt oder erneut kippt.

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