Bitcoin hat sich in den letzten Tagen zwar wieder über 79.000 US-Dollar geschoben, doch ein viel beachteter Indikator sendet plötzlich Warnsignale: der sogenannte Coinbase Bitcoin Premium. Analysten sehen darin einen Hinweis, dass die Nachfrage aus den USA nachlässt und das könnte den Kurs in den kommenden Tagen unter Druck setzen.
Warum der Coinbase Premium gerade so wichtig ist
Der Coinbase Premium vergleicht den Bitcoin-Preis auf Coinbase mit dem Preis auf anderen großen Krypto-Börsen. Liegt der Kurs auf Coinbase höher, gilt das oft als Zeichen für starke Nachfrage von US-Anlegern. Dazu zählen auch institutionelle Käufer, etwa über den ETF-Markt. Ein positiver Premium wird deshalb häufig als bullishes Signal gelesen.
Diese Woche ist der Coinbase Premium jedoch erstmals seit April wieder ins Negative gedreht. Bedeutet: Bitcoin war auf Coinbase zeitweise günstiger als auf anderen Börsen. Viele Marktbeobachter werten das als Zeichen, dass der Kaufdruck aus den USA abnimmt oder sogar wieder mehr verkauft wird.
Auffällig ist außerdem der Zeitpunkt: Der starke Rückgang des Coinbase Premium fiel mit den Kursdellen Ende April und Anfang Mai zusammen. Zwar hat Bitcoin diese Verluste inzwischen wieder aufgeholt, aber der Indikator passt aktuell nicht mehr so richtig zur Erholung. Genau diese Diskrepanz macht Anleger nervös.
Rückblick: Im April stützte US-Nachfrage die Rally
Im April sah das Bild noch anders aus. Zwischen dem 8. und 22. April blieb der Coinbase Premium laut Auswertungen über längere Zeit positiv. In dieser Phase stieg Bitcoin von rund 66.000 US-Dollar auf über 79.000 US-Dollar. Für viele Analysten war das ein klarer Hinweis: Die Nachfrage auf Coinbase, also vor allem aus den USA, hat den Anstieg mitgetragen.
Jetzt bewegt sich der Kurs weiterhin im oberen Bereich der jüngsten Spanne um 78.000 bis 79.000 US-Dollar. Doch wenn der Coinbase Premium schwächelt, sinkt aus Sicht vieler Beobachter die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Niveau dauerhaft gehalten werden kann.
Analysten warnen vor „gefährlicher Divergenz“ und möglicher Korrektur
Der Marktanalyst Crypto Tice spricht in diesem Zusammenhang von einer „gefährlichen Divergenz“. Seine These: Der Bitcoin-Kurs steigt, während die US-Nachfrage gleichzeitig zurückgeht. Genau dieses Muster habe in diesem Zyklus bereits mehrfach größere Umkehrbewegungen nach unten eingeleitet.
Besonders kritisch sieht er Situationen, in denen Bitcoin zwar nach oben läuft, aber nicht von einem positiven Coinbase Premium gestützt wird. Solche Bewegungen würden laut seiner Einschätzung oft nicht lange halten. Daraus leitet er ein erhöhtes Risiko ab, dass es kurzfristig zu einer deutlichen Korrektur kommen könnte.
Unterm Strich bleibt der Coinbase Premium damit ein Frühindikator, den viele Trader sehr ernst nehmen. Ob daraus wirklich ein größerer Rücksetzer entsteht, hängt am Ende auch davon ab, ob neue Käufer nachrücken und ob die Nachfrage aus den USA wieder sichtbar anzieht.