Bitcoin hat seine zähe Seitwärtsphase nach 72 Tagen nach oben durchbrochen und damit schlagartig neues Leben in den Markt gebracht. Der Bitcoin Kurs stieg inzwischen deutlich über 70.000 US-Dollar und erreichte am Freitag zeitweise mehr als 75.000 US-Dollar. Doch ausgerechnet jetzt warnt der bekannte Bitcoin-Analyst CryptoCon davor, den Ausbruch vorschnell als Beginn eines neuen Bullenmarktes zu feiern.
Der Grund ist ein Muster, das für Anleger unangenehm werden könnte: Auch eine vergleichbare Range in einem früheren Bärenmarkt wurde zunächst nach oben aufgelöst, bevor Bitcoin anschließend neue Tiefstände erreichte. Der aktuelle Ausbruch könnte deshalb entweder der ersehnte Wendepunkt sein oder eine besonders überzeugende Bullenfalle.
72 Tage Stillstand sind vorbei – jetzt explodiert die Zuversicht
CryptoCon hatte bereits Anfang August auf eine auffällige zeitliche Parallele hingewiesen. Die vergleichbaren Seitwärtsphasen der vergangenen Bärenmärkte hielten rund 68 Tage. Die aktuelle Range dauerte schließlich 72 Tage und lag damit nur vier Tage darüber.
Der anschließende Ausbruch fiel umso heftiger aus. Bitcoin schoss am 19. August von rund 64.700 auf zeitweise fast 70.000 US-Dollar. Einen Tag später setzte sich die Rallye fort. Inzwischen hat BTC sogar die Marke von 75.000 US-Dollar überwunden.
Genau diese Dynamik verändert die Stimmung. Nach Wochen ohne klare Richtung kehrt plötzlich die Überzeugung zurück, dass das Tief bereits hinter dem Markt liegen könnte.
Zusätzlichen Schub erhielt die Rallye durch massive Liquidationen von Short-Positionen sowie ein freundlicheres regulatorisches und makroökonomisches Umfeld. Allein am Mittwoch wurden laut CoinGlass Short-Positionen im Kryptomarkt im Umfang von rund 2,75 Milliarden US-Dollar liquidiert. Solche Zwangskäufe können einen Ausbruch erheblich beschleunigen.
Doch ein schneller Kursanstieg beantwortet noch nicht die entscheidende Frage: Ist der Bärenmarkt tatsächlich vorbei?
Warum CryptoCon trotz der Rallye weiter vor neuen Tiefs warnt
CryptoCon stellt sich derzeit bewusst gegen die wachsende Euphorie. Seine Warnung basiert nicht darauf, dass Bitcoin nicht steigen könne. Im Gegenteil: Genau ein kräftiger Anstieg passt aus seiner Sicht weiterhin in das historische Muster.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenBei einer früheren vergleichbaren Seitwärtsphase brach Bitcoin ebenfalls zunächst nach oben aus. Erst danach folgte die Bewegung auf neue Tiefstände. Deshalb wertet CryptoCon den aktuellen Breakout allein noch nicht als Beweis für ein endgültiges Zyklustief.
Auch der Sprung über 75.000 US-Dollar änderte seine Einschätzung bislang nicht. In einem weiteren Marktupdate vom 20. August erklärte der Analyst, dass mehrere Indikatoren zwar bereits Werte erreicht hätten, die zu einem Zyklustief passen könnten. Andere Daten seien aus seiner Sicht jedoch noch nicht weit genug.
Besonders wichtig ist dabei sein zeitlicher Zyklusansatz. Nach der von CryptoCon entwickelten „Halving Cycles Theory“ beginnt das wahrscheinlichere Zeitfenster für ein finales Bitcoin-Tief erst zwischen November und Januar. Der Analyst hält es deshalb für möglich, dass der Markt zuvor mehrere scheinbar überzeugende Böden ausbildet.
Für Anleger entsteht damit ein ungewöhnlich klarer Konflikt: Der Kurs sendet derzeit ein starkes bullisches Signal, während das historische Zyklusmuster weiter vor einem späteren Rückschlag warnt.
Diese Zone entscheidet jetzt über Ausbruch oder Falle
Kurzfristig rückt deshalb die Region um 69.000 bis 70.000 US-Dollar in den Mittelpunkt. Bitcoin hat diese Zone inzwischen deutlich überwunden. Solange der Kurs darüber bleibt und frühere Widerstände bei Rücksetzern als Unterstützung verteidigt, wird die These einer nachhaltigen Trendwende stärker.
Auch andere Marktbeobachter sehen genau hier die Trennlinie. Ein bestätigter Ausbruch mit anschließend erfolgreichem Retest könnte den Weg in Richtung 76.000 bis 80.000 US-Dollar öffnen. Fällt Bitcoin dagegen wieder unter 70.000 US-Dollar, könnte zunächst die frühere Handelszone um 63.000 bis 64.000 US-Dollar erneut interessant werden.
Damit wird der aktuelle Anstieg zu einem echten Belastungstest für beide Lager. Die Bullen haben nach 72 Tagen endlich den Ausbruch bekommen, auf den sie gewartet haben. Doch CryptoCons historische Warnung lässt sich erst entkräften, wenn Bitcoin die zurückeroberten Kursbereiche auch nach dem ersten großen Euphorie-Schub verteidigen kann.
Genau darin liegt jetzt die entscheidende Marke für Anleger: Bleibt Bitcoin nachhaltig über 70.000 US-Dollar, gewinnt die Trendwende deutlich an Glaubwürdigkeit. Fällt der Kurs zurück in die alte Range, könnte aus dem gefeierten Ausbruch sehr schnell genau die Bullenfalle werden, vor der das historische Muster warnt.