Am Mittwochvormittag hatte Bitcoin zeitweise noch im Bereich um 83.300 Dollar gehandelt. Nach Veröffentlichung neuer US-Konjunkturdaten beschleunigte sich die Bewegung jedoch deutlich und BTC sprang wieder über die Marke von 85.000 Dollar.
Damit nimmt Bitcoin erneut den Widerstandsbereich ins Visier, an dem die Kryptowährung in den vergangenen Tagen mehrfach gescheitert war.
Diese Daten haben Bitcoin jetzt nach oben geschickt
Der Auslöser kam diesmal aus den USA. Der von der Federal Reserve besonders beachtete Kern-PCE-Preisindex stieg im August gegenüber dem Vormonat um lediglich 0,2 Prozent. Erwartet worden waren rund 0,3 Prozent.
Auf Jahressicht sank die Kerninflation auf 3,0 Prozent. Die schwächeren Inflationsdaten sorgten unmittelbar für Bewegung an den Finanzmärkten.
- Bitcoin sprang wieder über 85.000 Dollar,
- die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen fielen,
- US-Aktienfutures drehten ins Plus,
- Gold legte ebenfalls wieder zu,
- die Erwartungen an eine weitere Fed-Zinserhöhung gingen zurück.
Genau dieser letzte Punkt dürfte für Bitcoin besonders wichtig sein.
Fed-Zinserhöhung plötzlich deutlich unwahrscheinlicher
Noch zu Wochenbeginn rechneten die Märkte mehrheitlich mit einer erneuten Zinserhöhung im Oktober. Nach den aktuellen Daten hat sich dieses Bild deutlich verändert.
Laut dem CME FedWatch Tool, zitiert von Barron’s, sank die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf rund 37 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, stieg dagegen auf rund 63 Prozent.
Für Risikoanlagen ist das zunächst eine gute Nachricht. Höhere Zinsen machen sichere Anlagen attraktiver und setzen Bitcoin und Aktien häufig unter Druck. Fällt dieses Risiko weg, steigt die Bereitschaft, wieder Kapital in riskantere Anlagen zu verschieben.
Doch genau jetzt schrumpft die Bitcoin-Nachfrage
Die Rally hat allerdings einen Haken.
Nach Daten von CryptoQuant erreicht der sogenannte Bitcoin Bull Score inzwischen 90 von 100 Punkten. Gleichzeitig zeigen die zugrunde liegenden Daten, dass die Käufer hinter der Rally bereits vorsichtiger werden.
Wie CoinDesk unter Berufung auf CryptoQuant berichtet, ist die gemessene Spot-Nachfrage innerhalb der vergangenen 30 Tage um rund 170.000 BTC zurückgegangen.
Noch deutlicher ist die Entwicklung am Futures-Markt: Das Wachstum der spekulativen Nachfrage sank von rund 164.000 BTC am 14. September auf nur noch 16.000 BTC am 29. September.
Das entspricht einem Rückgang von rund 90 Prozent innerhalb von 15 Tagen.
Bitcoin-Anleger sitzen auf hohen Gewinnen
Gleichzeitig steigt die Versuchung, Gewinne mitzunehmen.
Bitcoin-Anleger, die zuletzt eingestiegen sind, sitzen laut CryptoQuant inzwischen auf durchschnittlich etwa 33 Prozent nicht realisierten Gewinnen. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits am 22. September: An diesem Tag wurden Gewinne auf rund 25.700 BTC realisiert, so viel wie an keinem anderen Tag in diesem Jahr.
Damit entsteht aktuell ein ähnlicher Konflikt wie bei der jüngsten Rally auf 86.000 Dollar: Der Kurs sieht stark aus, gleichzeitig wächst mit jedem weiteren Anstieg das Potenzial für Gewinnmitnahmen.
Jetzt wird die Marke von 87.400 Dollar entscheidend
Für Bitcoin kommt die Bewegung zu einem spannenden Zeitpunkt. Das jüngste Achtmonatshoch liegt bei rund 87.400 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde ein neues Hoch der aktuellen Erholungsbewegung markieren.
Auf der Unterseite hat sich dagegen der Bereich um 82.500 Dollar zuletzt als wichtige Unterstützung erwiesen.
Und der Kalender spielt den Bullen grundsätzlich in die Karten: Morgen beginnt der Oktober, historisch einer der stärksten Bitcoin-Monate überhaupt. Wie unsere Auswertung zum möglichen Uptober 2026 zeigt, endeten zehn der vergangenen 13 Oktobermonate im Plus.
Die Ausgangslage ist damit ungewöhnlich: Die Makrodaten geben Bitcoin neuen Rückenwind, während die eigentliche Nachfrage bereits erste Ermüdungserscheinungen zeigt. Ob aus dem Sprung über 85.000 Dollar der nächste Ausbruch wird, dürfte sich deshalb an der Zone um 87.400 Dollar entscheiden.