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Bitcoin: Nachlassender Verkaufsdruck bei Langzeit-Investoren?

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Beitragsbild: KI-generiert

On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass sich der Verkaufsdruck von langfristigen Bitcoin-Haltern zuletzt abgeschwächt hat. Laut aktuellen Auswertungen der Analyseplattform Glassnode sind die Nettoabflüsse aus der Gruppe der sogenannten Long-Term Holder zwar weiterhin negativ, verlieren aber deutlich an Intensität. Das ist kein bullisches Signal im engeren Sinne – aber ein Hinweis darauf, dass eine zentrale Angebotsquelle an Bedeutung verliert.


Wer sind Bitcoin Long-Term Holder – und warum sind sie relevant?

Als Long-Term Holder (LTH) gelten Investoren, die ihre Bitcoin seit mindestens 155 Tagen halten. Statistisch gesehen sinkt mit zunehmender Haltedauer die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs erheblich. Diese Gruppe umfasst typischerweise institutionelle Investoren, frühe Marktteilnehmer und Überzeugungstäter, die nicht auf kurzfristige Preisbewegungen reagieren.

Wenn diese Kohorte verkauft, ist das relevant. Nicht, weil sie häufig verkauft – sondern weil sie es normalerweise nur dann tut, wenn Gewinne realisiert werden oder sich das Marktregime grundlegend ändert.


Rückblick: Wiederholte Distribution in den letzten Zyklen

Ein Blick auf die vergangenen zwei Jahre zeigt, dass Long-Term Holder keineswegs passiv waren. Während der starken Aufwärtsbewegungen im Jahr 2024 kam es zu deutlichen Nettoabflüssen. Das entsprach klassischem Verhalten: steigende Kurse, Gewinnmitnahmen aus Stärke.

Eine weitere, kürzere Distributionsphase folgte Mitte 2025. Danach kam es vorübergehend sogar zu Nettozuflüssen, bevor sich Ende 2025 erneut eine Verkaufswelle entwickelte. Diese letzte Phase unterscheidet sich allerdings deutlich von den vorherigen.


Der entscheidende Unterschied: Verkauf trotz fallender Kurse

Die aktuell laufende Distributionsphase findet nicht in einem euphorischen Markt statt, sondern parallel zu fallenden oder stagnierenden Kursen. Das ist ungewöhnlich. Historisch verkaufen Long-Term Holder bevorzugt in Stärke, nicht in Schwäche.

Genau hier liegt der Kern der aktuellen Beobachtung: Zwar sind die Nettoabflüsse weiterhin negativ, doch sie nehmen klar ab. Die Extremwerte sind überschritten. Laut Glassnode rollt der Verkaufsdruck „von hohen Niveaus zurück“, was darauf hindeutet, dass der Markt einen großen Teil des zuvor angebotenen, langfristig gehaltenen Angebots bereits absorbiert hat.

Das bedeutet nicht, dass der Markt jetzt automatisch nach oben dreht. Es bedeutet lediglich, dass eine wichtige Angebotsquelle weniger aggressiv verkauft.


Realisierte Gewinne brechen ein – Ermüdung statt Panik

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in einem zweiten On-Chain-Indikator wider: dem realisierten Gewinn der Long-Term Holder. Dieser misst, wie viel Gewinn tatsächlich durch Verkäufe realisiert wird – nicht theoretisch, sondern on-chain verbucht.

In früheren Phasen war dieser Wert hoch, was auf aktive Gewinnmitnahmen hindeutete. In den letzten Wochen ist der realisierte Gewinn jedoch deutlich zurückgegangen und liegt auf einem niedrigen Niveau. Das spricht weniger für Panikverkäufe als für Zurückhaltung und Unsicherheit.

Glassnode ordnet solche Phasen nüchtern ein: Sie treten häufig in Seitwärtsphasen innerhalb von Bullenmärkten auf – oder in den frühen Stadien tieferer Bärenmärkte. Die Daten allein liefern keine eindeutige Richtung.


Was man daraus ableiten kann – und was nicht

Der Rückgang der Nettoabflüsse bei Long-Term Holdern ist kein bullisches Einstiegssignal. Er sagt nichts über kurzfristige Kursbewegungen aus. Was er zeigt, ist etwas Fundamentaleres: Der Markt scheint einen Großteil des Verkaufsdrucks aus langfristigem Besitz verarbeitet zu haben.

Für eine nachhaltige Trendwende bräuchte es zusätzliche Faktoren – etwa steigende Nachfrage, klare institutionelle Akkumulation oder makroökonomischen Rückenwind. Ohne diese bleibt das Bild neutral bis fragil.


Aktuelle Marktlage

Zum Zeitpunkt der Analyse notiert Bitcoin bei rund 91.800 US-Dollar und liegt damit etwa drei Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Der Preis bewegt sich weiterhin in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit, während On-Chain-Daten eher auf Abkühlung als auf Kapitulation hindeuten. Der Verkaufsdruck aus starken Händen lässt nach – aber der Markt ist noch lange nicht aus dem Schneider.

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