Bitcoin hat sich zum 21. April wieder deutlich erholt und handelt aktuell bei rund 76.554 US-Dollar. Damit notiert BTC auf dem höchsten Niveau seit Anfang Februar und testet erneut einen Bereich, an dem sich entscheidet, ob aus der Erholung mehr wird als nur ein technischer Bounce. Genau hier bleiben viele On-Chain-Analysten aber vorsichtig. CryptoQuant verwies zuletzt darauf, dass der Kurs zwar wieder über 76.000 Dollar gestiegen ist, dieser Anstieg aber weiter auf Widerstände trifft und bislang noch nicht wie der Beginn eines neuen Bullenzyklus aussieht.
Der Markt erholt sich, aber das Grundbild bleibt fragil
Der wichtigste Grund für diese Vorsicht ist der breitere Marktstatus. In einem aktuellen Research-Hinweis schrieb CryptoQuant, dass die Marktbedingungen trotz der Erholung weiter auf ein Bärenmarkt-Umfeld hindeuten. Der firmeneigene Bull Score Index liegt demnach noch immer nur bei 10 von 100 und damit tief im bearishen Bereich. Parallel dazu blieb die Spot-Nachfrage Anfang April laut CryptoQuant weiter unter Druck: Das 30-Tage-Wachstum der sogenannten Apparent Demand lag bei minus 63.000 BTC, obwohl ETF-Käufe und Strategy-Zukäufe zuletzt wieder angezogen haben.
Bitcoin trades at $75K, up ~24% from the bear market low.
— Maartunn (@JA_Maartun) April 20, 2026
But is this a true breakout or just another rally?
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Das ist ein wichtiger Punkt, weil genau hier der Unterschied zwischen einer echten Trendwende und einer Bärenmarkt-Rally liegt. Eine starke Gegenbewegung kann auch in einem schwachen Markt entstehen, wenn Überverkauftheit, kurzfristige Liquidität oder einzelne große Käufer den Kurs nach oben ziehen. Solange die Nachfragebasis im Hintergrund aber nicht breit genug wird, bleibt so ein Anstieg anfällig. Genau so beschreibt CryptoQuant derzeit das Bitcoin-Bild.
Warum das steigende LTH-Angebot noch kein Freifahrtschein ist
Die bullische Seite verweist vor allem auf die Long-Term Holder, also auf Anleger, deren Coins mindestens 155 Tage nicht bewegt wurden. Jüngere Auswertungen auf Basis von CryptoQuant-Daten meldeten im März wieder eine positive Veränderung bei diesem LTH-Angebot, teils im Umfang von über 200.000 BTC innerhalb von 30 Tagen. Das zeigt, dass wieder mehr Coins in starke Hände übergehen oder zumindest in diese Kategorie hineinreifen.
Trotzdem hat dieses Signal einen eingebauten Haken. Coins werden erst nach 155 Tagen als Long-Term Holder Supply gezählt. Das heißt: Ein steigendes LTH-Angebot ist grundsätzlich ein positives Strukturmerkmal, aber es beweist nicht automatisch, dass genau jetzt frische Käufe in großer Breite den Markt tragen. Es kann ebenso bedeuten, dass frühere Käufe einfach in die Langfrist-Kategorie hineinreifen. Genau deshalb ist die Entwicklung unter der Oberfläche konstruktiv, aber noch kein endgültiger Beweis für einen neuen Bullenmarkt.
Kurzfristige Anleger verkaufen weiter in die Stärke hinein
Gleichzeitig kommt weiter Verkaufsdruck von den schwächeren Händen des Marktes. CryptoQuant meldete zuletzt, dass Short-Term Holder bei einem erneuten Anlauf Richtung 75.000 Dollar mehr als 48.000 BTC mit Gewinn auf Börsen transferierten. Andere aktuelle Auswertungen zum selben Rally-Fenster sprachen sogar von rund 60.000 BTC an Zuflüssen von kurzfristigen Haltern auf Exchanges. Das spricht dafür, dass viele Marktteilnehmer die Erholung bislang eher zum Ausstieg oder zur Gewinnmitnahme nutzen, statt auf eine sofortige Fortsetzung nach oben zu setzen.
Gerade dieses Verhalten erklärt, warum Bitcoin trotz besserer Stimmung nicht einfach durchzieht. Selbst zusätzliche Unterstützung durch institutionelle Käufer reicht bislang nicht, um das Bild komplett zu drehen. Strategy meldete am 13. April den Kauf von weiteren 13.927 BTC und erhöhte den Bestand damit auf 780.897 BTC. Trotzdem blieb CryptoQuant Anfang April bei der Einschätzung, dass die breitere Spot-Nachfrage noch nicht stark genug ist, um den Markt klar in ein neues bullisches Regime zu heben.
Unterm Strich ist die Lage damit relativ klar. Bitcoin wirkt deutlich stabiler als noch während der Schwächephase Anfang Februar, und das wachsende Angebot bei Langfrist-Haltern ist ein konstruktives Signal. Die aktuelle Bewegung sieht eher nach einer starken Erholung im Bärenmarkt aus als nach einer vollständig bestätigten Trendwende.