Der Bitcoin-Kurs ist nach überraschend hohen US-Inflationszahlen deutlich eingebrochen und am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, zeitweise unter 81.000 US-Dollar gefallen. Auslöser ist der neue US-Verbraucherpreisindex, der mit 3,7 Prozent über den Erwartungen liegt und die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed verstärkt. Für Bitcoin wird damit die psychologisch wichtige Marke von 80.000 Dollar zunehmend zum entscheidenden Belastungstest.
Am Donnerstagmorgen notierte Bitcoin laut Investing.com bei rund 80.791 Dollar, ein Rückgang von etwa 3,2 Prozent. Bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten am Mittwoch war die Kryptowährung innerhalb weniger Minuten von ungefähr 83.800 auf 82.800 Dollar gefallen. Anschließend setzte sich der Verkaufsdruck fort.
US-Inflation überrascht die Märkte: Warum Bitcoin so stark reagiert
Die neuen Daten des US-Arbeitsministeriums haben Anleger aufgeschreckt. Im September stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent, nachdem die Inflationsrate im August noch bei 3,4 Prozent gelegen hatte. Volkswirte hatten lediglich mit 3,6 Prozent gerechnet.
Auch die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, fiel höher aus als erwartet. Sie stieg auf 2,6 Prozent im Jahresvergleich. Im Monatsvergleich legten die Kernpreise um 0,3 Prozent zu, während Analysten mit 0,2 Prozent gerechnet hatten.
Besonders auffällig ist der erneute Preisschub bei Energie. Die Benzinpreise stiegen im September um 9,1 Prozent und waren damit für mehr als die Hälfte des monatlichen Anstiegs des Gesamtindex verantwortlich. Die anhaltend hohen Energiekosten stehen auch im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Für Bitcoin entsteht dadurch ein Problem: Die Inflationszahlen erhöhen das Risiko, dass die Fed ihre Geldpolitik weiter verschärft. Steigende Zinsen machen sichere und verzinsliche Anlagen wie US-Staatsanleihen attraktiver. Gleichzeitig können sie die Finanzierungskosten erhöhen und die Nachfrage nach risikoreichen Vermögenswerten reduzieren.
Bitcoin reagiert in solchen Situationen häufig empfindlich, insbesondere wenn Anleger ihre Erwartungen an die zukünftige US-Geldpolitik kurzfristig anpassen müssen.
Neue Zinssorgen setzen Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt unter Druck
Die Veröffentlichung der Inflationsdaten löste nicht nur bei Kryptowährungen Verkäufe aus. Auch der US-Aktienmarkt geriet deutlich unter Druck.
Der technologielastige Nasdaq verlor am Mittwoch 1,9 Prozent, während der S&P 500 um 1,1 Prozent nachgab. Gleichzeitig stiegen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen kräftig an. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen überschritt zwischenzeitlich sogar 5,3 Prozent.
Damit zeigt sich, dass der Bitcoin-Rückgang Teil einer breiteren Reaktion der Finanzmärkte ist und nicht durch eine einzelne negative Nachricht aus der Kryptoindustrie ausgelöst wurde. Besonders problematisch ist die veränderte Erwartung an die US-Notenbank. Während Investoren zuvor auf eine vorsichtige Fed gehofft hatten, wird nun wieder verstärkt über zusätzliche Zinserhöhungen diskutiert.
Bitcoin unter Druck: Diese Kursmarken entscheiden jetzt über die Erholung
Nach dem Rückgang unter 81.000 Dollar richtet sich der Blick der Anleger auf die nächste Unterstützungszone. Als erste Orientierung dient der Bereich zwischen 80.300 und 81.000 Dollar. Dort lagen zuletzt mehrere lokale Tiefpunkte. Sollte Bitcoin diese Zone verlieren, würde auch die psychologisch wichtige 80.000-Dollar-Marke unter Druck geraten.
Ein nachhaltiger Bruch darunter könnte weitere Verkäufe auslösen, insbesondere wenn US-Anleiherenditen hoch bleiben und institutionelle Anleger ihre Risikopositionen reduzieren. Auf der Oberseite muss Bitcoin zunächst die Marke von 82.000 Dollar zurückerobern. Ein anschließender Anstieg über 83.000 Dollar würde die kurzfristige Situation verbessern und darauf hindeuten, dass Käufer wieder stärker in den Markt zurückkehren.
Die kommenden Tage könnten deshalb entscheidend werden. Neben der technischen Entwicklung rücken weitere US-Konjunkturdaten und Aussagen der Fed in den Mittelpunkt.
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