Bitcoin hat innerhalb von nur acht Tagen rund 22 Prozent zugelegt und sich von etwa 63.000 auf über 80.000 US-Dollar zurückgekämpft. Doch die starke Erholung bringt ein neues Risiko mit sich: Fast drei Viertel der kurzfristigen Bitcoin-Anleger sitzen wieder auf Gewinnen und gleichzeitig wandern deutlich mehr Coins in Richtung Krypto-Börsen. Genau diese Kombination könnte die Rallye jetzt auf die Probe stellen.
Am 17. August lagen lediglich 26,1 Prozent der Bitcoin-Bestände von Short-Term Holders (kurzfristigen Bitcoin Investoren) im Gewinn. Bis zum 24. August sprang dieser Anteil auf 74,9 Prozent. Für kurzfristige Anleger hat sich die Lage damit innerhalb weniger Tage komplett gedreht.
Das Problem: Wer nach einem heftigen Rücksetzer plötzlich wieder deutlich im Plus liegt, bekommt auch einen neuen Anreiz, Gewinne mitzunehmen.
Fast 75 Prozent wieder im Gewinn: Jetzt wächst die Versuchung zu verkaufen
Der schnelle Anstieg der profitablen Bitcoin-Bestände zeigt zunächst, wie kraftvoll die jüngste Erholung war. Noch vor gut einer Woche lagen fast drei Viertel der Coins dieser Anlegergruppe unter ihrem jeweiligen Einstiegspreis.
Jetzt ist die Situation beinahe umgekehrt. Solange der Anteil profitabler Short-Term-Holder-Bestände oberhalb von 50 Prozent bleibt, spricht das dafür, dass die Erholung grundsätzlich intakt ist. Ein erneuter Rückfall unter diese Schwelle würde dagegen zeigen, dass viele kurzfristige Käufer erneut unter Wasser geraten und die Stabilisierung zu scheitern droht.
Auf der anderen Seite könnte auch ein weiterer Anstieg problematisch werden. Nähert sich der Anteil 90 Prozent oder mehr, sitzen fast alle kurzfristigen Anleger auf Buchgewinnen. Damit wächst das Potenzial für Gewinnmitnahmen deutlich. Genau deshalb ist die aktuelle Entwicklung nicht ausschließlich bullish.
Diese 25.000-Bitcoin-Marke wird jetzt gefährlich
Noch deutlicher wird das Risiko beim Blick auf die Bitcoin-Ströme.
Am 16. August lag die entsprechende Kennzahl für Short-Term Holder noch bei minus 18.700 BTC, einen Tag später bei minus 11.900 BTC. Bis zum 24. August drehte sie jedoch auf plus 28.600 BTC und überschritt damit die entscheidende Zone von 25.000 BTC.
Das ist für Anleger entscheidend: Bitcoin, die auf Börsen transferiert werden, müssen nicht automatisch verkauft werden. Sie stehen dort aber deutlich leichter für einen Verkauf zur Verfügung. Steigende Zuflüsse erhöhen deshalb das potenzielle Angebot genau zu einem Zeitpunkt, an dem viele kurzfristige Anleger wieder Gewinne realisieren können.
Besonders kritisch wäre eine Kombination aus anhaltenden Zuflüssen von mehr als 25.000 BTC und nachlassendem Kursmomentum. Dann könnte aus der aktuellen Gewinnmitnahme schnell breiterer Verkaufsdruck werden.
Erholung oder neuer Abverkauf? Genau darauf müssen Anleger jetzt achten
Noch ist das Bild nicht eindeutig bärisch. Die Rallye könnte sich stabilisieren, wenn die Transfers der kurzfristigen Anleger wieder in Richtung null zurückgehen und gleichzeitig mehr als die Hälfte ihrer Bestände im Gewinn bleibt. Das würde eher für eine gesunde Konsolidierung nach dem steilen Anstieg sprechen.
Gefährlicher wird es dagegen, wenn drei Entwicklungen gleichzeitig auftreten: Die Börsenströme bleiben über 25.000 BTC, der Anteil profitabler Short-Term-Holder-Bestände nähert sich 90 Prozent und Bitcoin verliert sichtbar an Aufwärtsdynamik.
Dann hätten kurzfristige Anleger nicht nur hohe Buchgewinne, sondern ihre Coins würden bereits verstärkt dort liegen, wo sie besonders leicht verkauft werden können.
Nach dem 22-Prozent-Sprung ist deshalb nicht mehr allein entscheidend, wie schnell Bitcoin weiter steigt. Jetzt zählt, ob der Markt den neuen Verkaufsdruck absorbieren kann. Bleiben die Börsenzuflüsse über 25.000 BTC und verliert Bitcoin gleichzeitig an Kraft, könnte aus der starken Erholung schnell die nächste kritische Bewährungsprobe werden.