Bitcoin steht an einer kritischen Schwelle. Der Markt zeigt ein Signal, das in früheren Zyklen mehrfach nahe großer Tiefpunkte auftauchte. Doch diesmal ist der entscheidende Punkt noch offen: Erst der Monatsschluss im Mai zeigt, ob der Abverkauf wirklich nachlässt oder ob Bitcoin erneut in eine gefährliche Schwächephase rutscht.
Im Fokus steht der monatliche logarithmische MACD-Histogramm-Verlauf. Dieses technische Signal misst, ob der Verkaufsdruck stärker oder schwächer wird. Besonders wichtig sind dabei die roten Balken. Werden sie dunkler, nimmt das negative Momentum zu. Werden sie heller, verliert der Abwärtsdruck an Kraft.
Genau dieses Muster könnte sich jetzt erneut bilden.
Warum dieses Signal für Bitcoin jetzt so brisant ist
Der Krypto-Analyst Washigorira verweist auf ein historisch auffälliges Muster: In mehreren früheren Bitcoin-Zyklen bildeten sich große Tiefpunkte erst dann aus, wenn im Monatschart mindestens zwei hellere rote MACD-Balken nacheinander erschienen.
#Bitcoin Pattern worth watching 👀
— Titan of Crypto (@Washigorira) May 24, 2026
Historically, #BTC’s bottom formed after 2 consecutive lighter red bars on the monthly logarithmic MACD histogram.
May hasn’t closed yet.
If history rhymes, the worst of the downside may already be behind us. pic.twitter.com/iHaTn6VRQa
Das klingt technisch, hat aber eine klare Bedeutung: Verkäufer drücken den Markt zwar noch, aber ihre Kraft lässt nach. Bitcoin ist dann nicht automatisch sofort in einem neuen Bullenmarkt. Doch historisch war diese Phase häufig ein Hinweis darauf, dass der brutalste Teil des Abverkaufs bereits hinter dem Markt lag.
Ähnliche Übergänge waren laut der Analyse in früheren Tiefpunktphasen zu sehen, darunter rund um 2012, beim Bärenmarkt-Tief 2015, beim Reset 2019 sowie in der Erholung nach dem Crash von Ende 2022 bis Anfang 2023.
Wichtig ist: Das Signal markierte nie zwingend den exakten Tag des Tiefs. Es zeigte vielmehr, dass sich die Marktstruktur auf Monatsbasis veränderte. Genau deshalb schauen Trader jetzt so genau auf den Mai.
Der Mai-Schluss wird zur entscheidenden Linie
Bitcoin hatte laut der Analyse im September 2025 auf dem Monats-MACD wieder tiefrote Balken ausgebildet. Im April 2026 folgte dann der erste hellere rote Balken. Das war der erste Hinweis darauf, dass der Verkaufsdruck nachlassen könnte.
Jetzt kommt es auf den Mai an.
Schließt der Monat mit einem zweiten helleren roten Balken, wäre das historische Muster erneut erfüllt. Dann könnte die aktuelle Korrektur tatsächlich in ihre finale Phase eingetreten sein. In diesem Szenario wäre das Tief möglicherweise bereits gesetzt oder zumindest deutlich näher, als viele Marktteilnehmer derzeit glauben.
Doch genau hier liegt das Risiko: Der Mai ist noch nicht abgeschlossen. Kippt das Momentum bis zum Monatsschluss wieder und der Balken wird erneut dunkler, wäre das Signal vertagt. Dann bleibt der Bärenfall aktiv und Bitcoin müsste weiter beweisen, dass die aktuelle Stabilisierung mehr ist als nur eine kurze Erholung.
Unter 80.000 Dollar bleibt Bitcoin anfällig
Die kurzfristige Lage bleibt angespannt. Bitcoin konnte zwar zeitweise über die Zone um 80.000 Dollar steigen, schaffte es aber nicht, diesen Bereich sauber zu halten. Aktuell bleibt der Markt unterhalb dieser Schwelle fragil.
Solange Bitcoin die 80.000-Dollar-Region nicht überzeugend zurückerobert, bleibt jeder Erholungsversuch anfällig. Die Zone wird damit zur psychologischen Grenze zwischen Entspannung und neuem Druck.
Auf der Unterseite steht vor allem der Bereich um 74.000 Dollar im Fokus. Solange Bitcoin darüber bleibt, ist der unmittelbare Panikdruck begrenzt. Ein Bruch darunter würde das Bild jedoch deutlich verschlechtern und könnte neue Verkäufer anlocken.
Zusätzlich belasten schwache Spot-Nachfrage und Abflüsse aus Bitcoin-Spot-ETFs die Stimmung. Diese Faktoren zerstören das technische MACD-Muster nicht automatisch, sie machen den Monatsschluss aber deutlich wichtiger. Denn ein starkes Signal braucht jetzt Bestätigung durch den Kurs.
Die bullische Lesart lautet: Der Verkaufsdruck verliert auf Monatsbasis an Kraft und Bitcoin könnte kurz vor einer nachhaltigen Bodenbildung stehen. Die bearische Lesart bleibt aber gefährlich: Vor der endgültigen Bestätigung könnte noch ein letzter scharfer Rücksetzer kommen. Einige Analysten halten sogar Kurse unter 50.000 Dollar weiter für möglich.
Für Anleger zählt jetzt deshalb nicht jedes kleine Tagesplus, sondern der große Monatsschluss. Hält Bitcoin die fragile Zone und liefert der Mai den zweiten helleren MACD-Balken, wird das Boden-Signal deutlich stärker. Scheitert der Monatsschluss, bleibt der Markt im Gefahrenmodus. Genau diese Linie entscheidet jetzt, ob Bitcoin nur Luft holt oder ob der nächste Abverkauf noch nicht vorbei ist.