Ein eigentlich als Warnsignal gedachter Wettbewerb zur Quanten Gefahr für Bitcoin sorgt gerade für Streit. Denn nachdem Project Eleven einen Gewinner für das Knacken eines kleinen elliptischen Kurven Schlüssels auf Quanten Hardware bekanntgab, stellte ein Google Forscher öffentlich infrage, ob das Ergebnis überhaupt das zeigt, was es verspricht.
Q Day Prize: Erfolgsmeldung trifft auf harte Kritik
Project Eleven vergab den sogenannten Q Day Prize in Höhe von 1 BTC an Giancarlo Lelli. Er soll einen 15 Bit ECC Schlüssel mit öffentlich zugänglicher Quanten Hardware gebrochen haben. Project Eleven sprach daraufhin von der bislang größten Quanten Attacke auf elliptische Kurven Kryptografie und verwies auf einen großen Sprung gegenüber einer früheren 6 Bit Demo.
Die Botschaft dahinter war klar: Wenn sich solche Experimente verbessern, könnte das langfristig auch Bitcoin, Ethereum und andere ECC basierte Krypto Assets betreffen. Genau diese Einordnung brachte Aufmerksamkeit, aber auch Gegenwind.
Der Google Quanten Forscher Craig Gidney reagierte mit einem Beitrag, in dem er den Wettbewerb grundsätzlich kritisierte. Seiner Ansicht nach sei der Test so aufgebaut, dass er als Messlatte für echte Krypto Angriffe kaum taugt. Sein Kernpunkt: Für wirklich relevante Angriffe mit Shors Algorithmus brauche man Quanten Fehlerkorrektur. Aktuelle Quanten Computer hätten aber noch zu viele Fehler pro Rechenschritt, während ein echter Angriff Milliarden von Operationen bräuchte.
Warum der Test laut Gidney in die Irre führen kann
Gidney argumentiert, dass kleine Shor Experimente auf heutiger Hardware leicht einen Eindruck von Erfolg erzeugen können, ohne dass die Quanten Maschine tatsächlich den entscheidenden Beitrag liefert. Er beschreibt das als ein Problem, bei dem Zufall und geschickte Darstellung die Ergebnisse stärker prägen können als echte Quanten Rechenleistung.
Besonders brisant: Gidney verweist auf eine Analyse des GitHub Users Yuval Adam. Demnach sollen sich die Quanten Abfragen in der Gewinner Lösung durch zufällige Aufrufe ersetzen lassen, mit Ergebnissen, die praktisch nicht von der Quanten Version zu unterscheiden seien. Das würde bedeuten: Das Ergebnis sieht korrekt aus, könnte aber aus dem falschen Grund zustande gekommen sein.
Gidney betont dabei, dass die Schaltung an sich plausibel aufgebaut wirken könne. Genau das mache es gefährlich, weil viele dann nur prüfen, ob etwas funktioniert, statt auch zu testen, ob es dort scheitert, wo es scheitern müsste. Für die Bewertung solcher Experimente sei das entscheidend.
Project Eleven verteidigt das Ziel, aber räumt Schwächen ein
Project Eleven widerspricht der grundlegenden Stoßrichtung, dass die Resultate wertlos seien. CEO Alex Pruden sagte, die Arbeit zeige, dass die Ressourcen Anforderungen für diese Art von Attacken sinken und dass solche Tests heute leichter zugänglich sind, weil Cloud Hardware genutzt werden kann.
Das Team verweist zudem auf neuere Schätzungen aus der Forschung. Unter anderem steht im Raum, dass für einen vollständigen Angriff auf 256 Bit ECC langfristig deutlich weniger physische Qubits nötig sein könnten als früher angenommen. Auch wenn der Weg von 15 Bit zu 256 Bit weiterhin riesig ist, sieht Project Eleven die Lücke eher als Ingenieurs Aufgabe denn als unüberwindbares Physik Problem.
Gleichzeitig räumte Pruden ein, dass kleine Faktorisierungs und Shor Aufgaben kein guter Gradmesser für den echten Q Day Moment sind. Er bat öffentlich um Vorschläge, wie man offene Benchmarks so gestalten kann, dass sie besser zeigen, wann Quanten Systeme tatsächlich eine reale Gefahr für Bitcoin Kryptografie darstellen.
Unterm Strich zeigt der Streit vor allem eines: Quanten Risiko ist real, aber schlechte oder missverständliche Tests können die Debatte verzerren. Wenn ein Ergebnis leicht als Zufallstreffer abgetan werden kann, liefert das eher Munition für Skeptiker als klare Orientierung für die Branche.