Bitcoin rutscht weiter ab und viele Anleger fragen sich: Wo könnte in diesem Abverkauf ein Boden liegen? Ein viel beachteter Hinweis kommt jetzt von einem Chart, der langfristige Trends glättet und in früheren Zyklen oft auffällig gut als Orientierung gedient hat: dem 4‑Jahres‑Durchschnitt.
4‑Jahres‑Moving‑Average: Liegt der mögliche Boden bei 60.000 US‑Dollar?
Der Krypto-Kommentator Adam Livingston verweist auf die 4‑Jahres‑Moving‑Average (4‑Year MA) von Bitcoin. Diese Linie liegt aktuell laut ihm bei rund 60.000 US‑Dollar. Der Kurs habe damit nur noch etwa 22,75% Abstand nach oben. Livingston betont außerdem: Historisch gesehen gab es nur an примерно 18,5% der Tage eine noch niedrigere Abweichung zur 4‑Jahres‑MA. Anders gesagt: An rund 81,5% der Zeit war Bitcoin im Verhältnis zu dieser Durchschnittslinie teurer.
Aus dieser Beobachtung leitet Livingston ab, dass die Zone um die 4‑Jahres‑MA in der Vergangenheit häufig eine attraktive Akkumulationsphase war. Er führt als Beispiel an, dass Käufe in vergleichbar „günstigen“ Phasen historisch deutlich besser abgeschnitten hätten als ein täglicher Durchschnittskauf (DCA) über denselben Zeitraum. Sein Fazit: Ein Einstieg rund um diese Region könnte eine Wette darauf sein, dass 60.000 US‑Dollar in diesem Zyklus als Boden dienen.
Der Kontext passt jedenfalls zur aktuellen Marktbewegung: Bitcoin ist seit Wochenbeginn kräftig gefallen und rutschte von Kursen um 71.000 US‑Dollar in den Bereich der niedrigen 60.000er zurück.
Andere Analysten sehen noch tiefere Kurse: 58.000 oder sogar 50.000 US‑Dollar
Allerdings sind nicht alle so optimistisch, dass 60.000 US‑Dollar hält. Der Analyst Bluntz geht davon aus, dass Bitcoin in dieser Abwärtsbewegung auch unter 60.000 US‑Dollar rutschen könnte. Er rechnet damit, dass der Markt die Region um 58.000 US‑Dollar „abholt“, also dort Liquidität testet.
Noch breiter gefasst ist die Einschätzung von Ali Martinez. Er warnt, dass der Bruch unter 72.000 US‑Dollar Bitcoin in eine anfällige Lage gebracht habe. Auf Basis sogenannter MVRV‑Pricing‑Bands sieht er die nächste wichtige Unterstützungszone zwischen 54.000 und 50.000 US‑Dollar. Damit bleibt das Risiko bestehen, dass der Markt in diesem Zyklus auch deutlich tiefer laufen kann, selbst wenn 60.000 kurzfristig eine Rolle als Zwischenstopp spielt.
Verkaufsdruck nimmt zu: Mehr BTC auf Börsen und ETF-Abflüsse
Martinez nennt zudem handfeste Daten, die den aktuellen Verkaufsdruck erklären sollen: In der vergangenen Woche seien etwa 54.000 BTC auf Krypto-Börsen bewegt worden. Mehr Coins auf Börsen bedeuten oft, dass kurzfristig mehr Angebot für Verkäufe bereitsteht. Gleichzeitig kommen Belastungen aus dem ETF-Markt hinzu: Bitcoin-ETFs sollen aktuell eine längere Serie von Nettoabflüssen verzeichnen, was die Stimmung zusätzlich drückt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt Bitcoin bei etwa 63.600 US‑Dollar und damit rund 5% im Minus innerhalb von 24 Stunden.