Bitcoin: ETF-Abflüsse und 693.000 BTC auf Binance werden zum Risiko

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Bitcoin: ETF-Abflüsse und 693.000 BTC auf Binance werden zum Risiko (Foto KI generiert)
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Bitcoin gerät von zwei Seiten unter Druck: Die US-Spot-ETFs verzeichneten am 10. September Nettoabflüsse von rund 283 Millionen US-Dollar und damit bereits den dritten Abflusstag in Folge. Gleichzeitig sind die Bitcoin-Bestände auf Binance laut On-Chain-Daten auf mehr als 693.000 BTC gestiegen. Für Anleger wird damit die Zone um 77.000 bis 76.800 Dollar zunehmend kritisch.

Binance-BTC-Bestände
Quelle CryptoQuant

Der Kurs reagiert bereits: Bitcoin handelt aktuell nur noch bei rund 77.000 Dollar und hat innerhalb eines Tages knapp 3 Prozent verloren. Damit liegt BTC unmittelbar an einer Unterstützungszone, die zuletzt mehrfach als kurzfristiger Boden fungierte. Ein nachhaltiger Bruch könnte zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.

Drei ETF-Abflusstage werden für Bitcoin zum Warnsignal

Die jüngsten Abflüsse aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs verschärfen eine Entwicklung, die bereits am 9. September sichtbar war. An diesem Tag flossen rund 120 Millionen Dollar netto aus den Produkten ab. Besonders ARK Invests ARKB und BlackRocks IBIT verzeichneten Abflüsse. Für den 10. September werden nun nochmals rund 283 Millionen Dollar an Nettoabflüssen gemeldet, womit sich die Serie auf drei Handelstage ausweitet.

Ein einzelner negativer ETF-Tag wäre für den Bitcoin-Markt kaum ungewöhnlich. Drei Tage in Folge sind jedoch relevanter, weil dadurch eine wichtige Nachfragequelle kurzfristig wegfällt. Die Spot-ETFs waren in den vergangenen Jahren einer der sichtbarsten Kanäle für institutionelles Kapital in Bitcoin.

Hinzu kommt ein ungünstiges makroökonomisches Umfeld. Bitcoin fiel zuletzt unter 78.000 Dollar, während steigende Inflationssorgen und höhere Zinserwartungen die Nachfrage nach Risikoanlagen belasteten. Der Markt blickt deshalb nicht nur auf die ETF-Daten, sondern auch auf die weitere US-Geldpolitik.

693.000 BTC auf Binance: Warum der Anstieg gefährlich werden kann

Parallel zu den ETF-Abflüssen liefert der On-Chain-Markt ein zweites Warnsignal. Nach Angaben des CryptoQuant-Analysten Darkfost sollen sich inzwischen mehr als 693.000 BTC auf Binance befinden. Das entspräche ungefähr 30 Prozent der Bitcoin-Reserven großer zentralisierter Krypto-Börsen.

Seit Ende April wären die Bestände damit um rund 77.000 BTC gestiegen.

Grundsätzlich bedeutet ein höherer Börsenbestand nicht automatisch, dass diese Bitcoin unmittelbar verkauft werden. Coins können aus zahlreichen Gründen zu Binance transferiert werden, etwa für Handel, Verwahrung oder interne Umschichtungen. Binance selbst weist zudem darauf hin, dass steigende Kundenbestände automatisch auch höhere Reserven erfordern, da Kundengelder vollständig gedeckt werden sollen.

Die Größenordnung bleibt dennoch bemerkenswert. Bereits zwischen Ende April und Anfang Juni waren die BTC-Bestände auf Binance deutlich gestiegen. Damals wurden rund 31.600 zusätzliche Bitcoin innerhalb weniger Wochen registriert.

Darkfost bringt mehrere mögliche Gründe für die inzwischen deutlich höheren Reserven ins Spiel. Dazu gehören Bitcoin-Transfers nach vorherigen Kursanstiegen sowie Umschichtungen aus Sicherheitsgründen. Entscheidend ist jedoch die mögliche Konsequenz: Bitcoin auf einer Börse lässt sich wesentlich schneller verkaufen als BTC in langfristiger Eigenverwahrung.

Die 693.000 BTC sind deshalb kein Beweis für einen bevorstehenden Abverkauf, erhöhen aber theoretisch das kurzfristig verfügbare Angebot.

Diese Bitcoin-Zone entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Abverkauf

Damit treffen derzeit drei Belastungsfaktoren aufeinander: fallende ETF-Nachfrage, steigende Bitcoin-Bestände auf Binance und ein schwaches makroökonomisches Umfeld.

Technisch wird deshalb die Region um 77.000 bis 76.800 Dollar besonders wichtig. Eine aktuelle Wochenanalyse sieht eine Unterstützung bei etwa 76.817 Dollar. Oberhalb davon könnte Bitcoin zunächst versuchen, die Bereiche um 79.200 und anschließend 81.000 bis 81.300 Dollar zurückzuerobern.

Fällt BTC dagegen nachhaltig unter diese Zone, würde sich das kurzfristige Chartbild weiter eintrüben. Die Kombination aus fehlenden ETF-Zuflüssen und einer hohen Menge handelbarer Bitcoin auf Binance könnte einen solchen Rückgang zusätzlich verstärken.

Für eine Entwarnung müsste sich das Bild in die andere Richtung drehen: Die ETF-Abflüsse müssten nachlassen und Bitcoin zunächst wieder über 79.000 Dollar steigen. Eine Rückeroberung der Zone um 81.000 Dollar würde den unmittelbaren Verkaufsdruck deutlich reduzieren.

Der entscheidende Konflikt ist damit klar: Die hohen Binance-Reserven allein lösen keinen Abverkauf aus. Zusammen mit drei ETF-Abflusstagen und einem Bitcoin-Kurs direkt an der Unterstützung steigt jedoch das Risiko.

Solange BTC unter 79.000 Dollar bleibt, sollten Anleger vor allem beobachten, ob die Zone um 76.800 bis 77.000 Dollar hält. Ein Bruch wäre das deutlich stärkere Warnsignal.


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